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21.05.2026

KV Hamburg schließt kinderärztliche Eigeneinrichtung in Rahlstedt zum Ende des Jahres

Die KV Hamburg schließt die pädiatrische Eigeneinrichtung in Rahlstedt zum 31. Dezember 2026. Dies beschloss die Vertreterversammlung (VV) der KV Hamburg auf ihrer gestrigen Sitzung einstimmig.

„Es tut uns sehr leid, die Praxis schließen zu müssen“, sagte Dr. Michael Reusch, der Vorsitzende der Vertreterversammlung, „die Gründe hierfür hätten aber ein Weiter-So einfach nicht zugelassen“.

Für die VV, das höchste Gremium der vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Selbstverwaltung in Hamburg, sei vor allem ausschlaggebend gewesen, „dass die seit 2024 bestehende Praxis bislang nie wirtschaftlich geführt werden konnte“, so Reusch. „Es ist bisher nicht annähernd gelungen, die Kosten und die Einnahmen der Praxis in Ausgleich zu bringen, was dazu führt, dass die Vertragsärzt:innen und Vertragspsychotherapeut:innen ein jährliches Defizit von bis zu 200.000 Euro voll selbst zu tragen haben.“ Dies lasse sich mit den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, denen eine Kassenärztliche Vereinigung unterliegt, nicht über längere Zeit vereinbaren.  

„Ein ebenso gewichtiger Grund ist die derzeitige Gesetzgebung – besonders das Beitragssatzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung, das den Hamburger Praxen erhebliche Honorarvolumina entzieht, teilweise bis zu 30 Prozent je nach Fachgruppe“, so Reusch. Angesichts dieser Entwicklung, die den wirtschaftlichen Druck auf die Hamburger Praxen in besonderer Weise erhöhe, sei der Weiterbetrieb einer hochgradig defizitären Praxis schlicht nicht mehr zu rechtfertigen.

„Die Fallzahlen in der Eigeneinrichtung sind insgesamt übersichtlich – und im Vergleich mit inhabergeführten Kinderarztpraxen sehr unterdurchschnittlich“, sagt John Afful, Vorstandsvorsitzender der KV Hamburg. „Dennoch ist uns natürlich bewusst, dass für die Kinder, die in der Eigeneinrichtung versorgt werden, nun eine andere Versorgungslösung gefunden werden muss.“ Die KV Hamburg werde daher in den nächsten Monaten die umliegenden kinderärztlichen Praxen kontaktieren und eine Übernahme der Patient:innen anbahnen.