
Einschnitte träfen die ambulante Versorgung in Hamburg besonders hart
KV Hamburg zu den Vorschlägen der Finanzkommission Gesundheit
Die KV Hamburg reagiert mit großer Sorge auf die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit zu Einsparungen im Gesundheitswesen. "Die Maßnahmen sehen massive Einschnitte in der ambulanten Versorgung vor", sagt John Afful, der Vorstandsvorsitzende der KV Hamburg. "Werden sie von der Politik umgesetzt, stünden ersten Berechnungen zufolge in Hamburg über eine Million Termine pro Jahr auf dem Spiel." Die Politik müsse sich im Klaren darüber sein, dass diese Kürzungen sofort zu drastischen Einschnitten im Umfang der Versorgung führen. "Weniger Mittel bedeuten weniger Termine, längere Wartezeiten und Aufnahmestopps." Noch mehr Versorgung ohne Honorar könne niemand erwarten.
Durch die Streichung der TSVG-Regelungen, eine globale Begrenzung des Ausgabenanstiegs in der EGV, die Absenkung des technischen Leistungsanteils im EBM, die Abwertung von Katarakt-OPs, das Aussetzen der Hautkrebsfrüherkennung sowie die Rückführung der psychotherapeutischen Versorgung ins Budget und diverse andere vorgeschlagene Maßnahmen würden den Praxen Mittel in signifikantem Umfang entzogen.
"Besonders betroffen sind die fachärztlichen und psychotherapeutischen Praxen – hier würde es für Patientinnen und Patienten deutlich schwieriger werden, einen Termin zu erhalten", sagt Afful.
Nach ersten Berechnungen der KV Hamburg könne man durch die Einschnitte für Hamburg von Kürzungen des Honorarvolumens in Höhe von bis zu 30 Prozent je nach Fachgruppe ausgehen – was unweigerlich Einschränkungen in der Versorgung nach sich ziehen würde. Sofern die Politik die Vorschläge umsetzt, würde den vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Praxen nichts anderes übrigbleiben, als die Praxisressourcen den dann noch weiter reduzierten Finanzmitteln anzupassen und das Terminangebot für gesetzlich Versicherte weiter einzuschränken.