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21.04.2026

Über eine Million Termine in Hamburg fallen weg - Patient:innen sind die Leidtragenden!

Pressemeldung der KV Hamburg zu dem Entwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes

Die KV Hamburg warnt vor drastischen Einschnitten in der ambulanten Versorgung, sollte das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wie geplant in Kraft treten. "Werden die Maßnahmen umgesetzt", sagt John Afful, Vorstandsvorsitzender der KV Hamburg, „wird es zu einer deutlichen Angebotsverknappung für die Patientinnen und Patienten in Hamburg kommen“. Das Gesetz, das massive Honorareinschnitte in den Praxen vorsieht, werde bewirken, dass die Anzahl der angebotenen Termine substanziell reduziert wird. „Patient:innen müssen sich also auf deutlich längere Wartezeiten und Aufnahmestopps einstellen."  

„Wir gehen nach ersten Hochrechnungen davon aus, dass einzelne Fachgruppen auf bis zu dreißig Prozent ihres Honorars werden verzichten müssen – das erzwingt förmlich, dass Praxen ihr Leistungsangebot den reduzierten Mitteln anpassen.“ Die KV Hamburg gehe davon aus, dass in der Hansestadt weit über eine Million Termine pro Jahr wegfallen werden, so Afful.  

„Die Menschen, die in Hamburg versorgt werden, sind es gewohnt, schnell und niedrigschwellig Termine zu erhalten“, so Afful. „Die Bundesregierung sollte ehrlich sein und den Menschen sagen, dass der Zugang zur ambulanten Versorgung künftig deutlich schwieriger wird. Tatsächlich verspreche die Politik den Menschen weiterhin einen unbegrenzten Leistungsanspruch, während sie gleichzeitig die Vergütung – und damit automatisch die Leistungen – kürzt.    

„Die Maßnahmen, die beschlossen werden sollen, zerstören die wirtschaftlichste Form der Versorgung, die es in diesem Land für die Patient:innen gibt – die Versorgung in den Praxen.“ Insofern sei kaum damit zu rechnen, dass dieses Gesetz sein Ziel erreicht und tatsächlich zu einer Beitragssatzstabilisierung führen werde.

Afful plädiert dafür, die Mittel zur Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen nicht länger den GKV-Versicherten aufzubürden, sondern stattdessen aus Steuermitteln zu bestreiten. „Damit wären die Finanzierungsprobleme in der GKV mit einem Schlag gelöst.“