Zur Startseite
Klicken, um zum Anfang der Seite zu springen
Abstraktes Bild
08.01.2020 Verordnung

Verdacht auf Arzneimittelmissbrauch

Ärztinnen und Ärzte haben die Möglichkeit, Verdachtsfälle von Arzneimittelmissbrauch anonym zu melden. 

Manchmal wünschen in der Praxis nicht bekannte Patienten Arzneimittel, bei denen Missbrauch befürchtet werden muss (z.B. Opioide, Benzodiazepine, Pregabalin).  Patienten behaupten in solchen Fällen oftmals, es gebe einen behandelnden Arzt, dessen Praxis wegen Krankheit oder Urlaub aber gerade geschlossen sei. Bitte erfragen Sie in solchen Fällen genau, wer diese Arzneimittel mit welcher Indikation und welcher Dosierung verordnet hat. Überprüfen Sie gegebenenfalls die Behauptung, dass die Praxis geschlossen ist, durch einen Telefonanruf. Wenn Sie den Verdacht auf einen Arzneimittelmissbrauch haben, dürfen Sie die gewünschten Arzneimittel weder auf einem Kassen- noch auf einem Privatrezept verordnen. Das wäre ein Verstoß gegen die Berufsordnung: nach §7 Absatz 8 der Berufsordnung darf einem Missbrauch von Arzneimitteln nicht Vorschub geleistet werden. Damit in solchen Fällen andere ärztliche Kolleginnen und Kollegenvor einer Verschreibung gewarnt werden,bitten wir um Mitteilung. Dafür steht ein  Meldebogen zur Verfügung. 

Für den Umgang mit arzneimittelabhängigen Patienten beachten Sie bitte auch die gemeinsame Handlungsempfehlung von Ärztekammer, Kassenärztlicher Vereinigung und Apothekerkammer Hamburg zur Verordnung von Benzodiazepinen.  Sie können sich außerdem an die Krankenkasse wenden; diese darf die Ärzte informieren, die bereits an den Patienten verschrieben haben.

Meldung vom 3. November 2021

Ein 25-jähriger Mann, versichert bei der AOK Rheinland/ Hamburg, wohnhaft im PLZBezirk 21033, fordert eine N3- Packung Pregabalin 300 wegen der Knieschmerzen seiner Mutter, legt einen gefälschten Medikamentenplan vor und verlässt pöbelnd die Praxis, als er das Rezept nicht erhält.