Neues QS-Verfahren ab 2027
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 16. Juli 2026 die Einführung des neuen datengestützten Qualitätssicherungsverfahrens „Lokal begrenztes Prostatakarzinom (QS-Prostata-Ca)“ als Verfahren 17 der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) beschlossen.
Der bundesweite Start ist zum 1. Januar 2027 vorgesehen, vorbehaltlich der rechtlichen Prüfung durch das Bundesministerium für Gesundheit und des Inkrafttretens der themenspezifischen Bestimmungen.
Ziel des Verfahrens ist es, die Qualität der Diagnostik und Behandlung von Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom zu erfassen, zu vergleichen und kontinuierlich zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen die leitliniengerechte Behandlung, die Vermeidung schwerwiegender Komplikationen sowie die Bewertung der Behandlungsergebnisse.
Das Verfahren betrifft sowohl den ambulanten als auch den stationären Versorgungsbereich. Einbezogen werden insbesondere Urologinnen und Urologen sowie Strahlentherapeutinnen und Strahlentherapeuten.
Eine Besonderheit des neuen Verfahrens besteht darin, dass erstmals ausschließlich bereits vorhandene Sozialdaten der Krankenkassen und Daten der klinischen Krebsregister für die Qualitätssicherung genutzt werden. Eine zusätzliche fallbezogene QS-Dokumentation durch die Leistungserbringer ist nicht vorgesehen.
Welche Patienten werden einbezogen?
Das QS-Verfahren umfasst gesetzlich versicherte Patienten ab 18 Jahren, bei denen ab Oktober 2026 ein lokal begrenztes Prostatakarzinom diagnostiziert wurde.
Folgende Indexleistungen werden berücksichtigt:
- Prostatastanzbiopsie
- Radikale Prostatektomie
- Perkutane Strahlentherapie
- Interstitielle Brachytherapie als Monotherapie
- Aktive Überwachung
Patienten mit bestimmten neuroendokrinen Tumoren der Prostata sind vom Verfahren ausgeschlossen. Die entsprechenden Ausschlusskriterien sind in den Verfahrensbestimmungen geregelt.
Dokumentation und Meldepflicht
Für die am Verfahren beteiligten Vertragsärztinnen und Vertragsärzte entstehen keine zusätzlichen fallbezogenen QS-Dokumentationspflichten.
Grundlage der Qualitätssicherung sind ausschließlich:
- Sozialdaten der gesetzlichen Krankenkassen
- Daten der klinischen Krebsregister
Datenübermittlung und Datenfluss
Die Datenübermittlung für das QS-Prostata-Ca Verfahren erfolgt über die Krankenkassen und die klinischen Krebsregister.
Die Krankenkassen übermitteln die erforderlichen Sozialdaten quartalsweise an die zuständige Datenannahmestelle. Die klinischen Krebsregister stellen die erforderlichen Daten jährlich bereit.
Die Übermittlung der ersten Sozialdaten ist für Oktober 2027 geplant, die der Krebsregisterdaten für Januar 2028.
Die Daten werden über eine Vertrauensstelle pseudonymisiert an das IQTIG als Bundesauswertungsstelle weitergeleitet.
Rückmeldeberichte und Auswertungsergebnisse
Alle am QS-Prostata-Ca Verfahren beteiligten Leistungserbringer erhalten jährlich einen Rückmeldebericht mit den Ergebnissen. Zwischenberichte sind im Rahmen dieses Verfahrens nicht vorgesehen.
Die ersten Rückmeldeberichte für das Erfassungsjahr 2027 sind zum 31. Mai 2029 vorgesehen.