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06.05.2020 Praxis-IT und Telematik

Telematikinfrastruktur (TI)

Die TI ist die Basis für eine elektronische Vernetzung von Ärzten, Psychotherapeuten, Zahnärzten, Krankenhäusern und Apotheken. Sie erleichtert die Kommunikation und den Datenaustausch innerhalb des Gesundheitswesens. Mit der ersten TI-Anwendung – dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) - hat 2018 die Einführung der TI begonnen. 

Die Durchführung des VSDM ist für Ärzte, Psychotherapeuten und Zahnärzte, die an der Versorgung gesetzlich Versicherter teilnehmen, verpflichtend. Praxen, die dieser Verpflichtung nicht nachkommen, muss das Honorar laut Gesetz um aktuell 2,5 Prozent gekürzt werden (§ 291 Abs. 2b SGB V). Seit dem 1. Juli 2020 sind auch nicht VSDM-pflichtige Arztgruppen – dazu gehören Laborärzte, Pathologen und Anästhesisten - zur Anbindung an die TI verpflichtet.

Ab dem Sommer 2020 erfolgt der Ausbau der TI mit den ersten medizinischen Anwendungen, dem Notfalldatenmanagement (NFDM) und dem elektronischen Medikationsplan (eMP). Zudem wird mit dem Dienst "Kommunikation im Medizinwesen" (KIM) der vertrauliche und verschlüsselte digitale Austausch von Nachrichten und medizinischen Dokumenten zwischen den TI-Teilnehmern ermöglicht.

Zunächst steht im zweiten Halbjahr 2020 der Versand und Empfang von eArztbriefen und Nachrichten über KIM zur Verfügung. Ab Januar 2021 sind alle Arztpraxen nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) verpflichtet, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) über die TI an die Krankenkassen zu senden. Die Informationspflicht geht damit vom Versicherten auf den Vertragsarzt über. Der bisherige Versand des Papierdurchschlags durch den Versicherten an die Kasse entfällt. Über eine Fristverschiebung der eAU auf Mitte 2021 oder Oktober 2021 wird verhandelt. Weitere TI-Anwendungen sollen folgen.

Wissenswertes zur TI-Installation

Damit bei der Installation der TI alles rund läuft, muss der Praxisausweis (SMC-B-Karte) vorliegen und freigeschaltet sein. Das entsprechende Passwort sowie die Zugangsdaten für DSL-Router und Internetanbieter, sowie die Administrationsberechtigung für das Praxisverwaltungssystem (PVS) und das Betriebssystem sollten bereitliegen. Den Praxisausweis (SMCB-Karte) sollten Sie ca. 4 Wochen vor dem tatsächlichen Installationstermin bestellen.

Für die TI gelten besonders hohe Sicherheitsanforderungen. So müssen die einzelnen technischen Komponenten speziell für die TI zugelassen werden. Zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Virenschutz und die Nutzung von sicheren Passwörtern sind auch nach dem Anschluss an die TI erforderlich. Es wird daher geraten, ein fundiertes Sicherheitskonzept für die Praxis zu haben.

TI-Anwendungen - Digitale Angebote in der TI