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13.10.2020 Praxis-IT und Telematik

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) 

Eine Voraussetzung für viele digitale Anwendungen in der Telematikinfrastruktur (TI) – zum Beispiel elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), eArztbrief oder NFDM - ist der elektronische Heilberufeausweis (eHBA). Der eHBA ist der Oberbegriff für den Heilberufsausweis aller im Gesundheitswesen approbierten Heilberufler.

Was ist der eHBA?

Der eHBA ist ein personenbezogener Sichtausweis im Scheckkartenformat, den es bereits in der zweiten Generation gibt (G2). Wichtig: Die bisherigen eHBA der Generation G0 können nicht einfach in einen eHBA G2 „umgetauscht“ werden. Der eHBA G2 muss von jedem Arzt/Psychotherapeuten neu beantragt werden. Die neue Version enthält neben dem Lichtbild auch einen Mikrochip, der folgende Anwendungen erlaubt:

  • Authentifizierung (elektronische Identitätsprüfung),
  • Verschlüsselung und Entschlüsselung (sicherer Datentransport),
  • qualifizierte elektronische Signatur - QES (rechtsverbindliche elektronische Unterschrift)
  • Zugriff auf Daten, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgespeichert sind (sofern der Patient dies freigegeben hat)

Mit dem eHBA können elektronische Dokumente, beispielsweise eArztbriefe, rechtssicher per QES signiert und verschlüsselt werden. Anhand des eHBA G2 ist es zum Beispiel möglich, dass eine verschlüsselte E-Mail nur für einen ganz bestimmten Arzt lesbar ist, und nicht für die ganze Praxis. Darüber hinaus dient der HBA dem Karteninhaber dazu, sich in der digitalen Welt zu identifizieren, zum Beispiel als Zugangsberechtigung zu besonders geschützten Online-Daten oder -Diensten. Erforderlich ist er etwa für das Auslesen und Signieren des Notfalldatensatzes im Notfalldatenmanagement (NFDM).

Wo bestelle ich den eHBA?

Die eHBA werden von sogenannten „Vertrauensdiensteanbietern“ hergestellt und ausgeliefert. Die Liste der aktuellen Anbieter für den elektronischen Arztausweis finden Sie auf der Website der Ärztekammer Hamburg. Von der Beantragung bis zum Erhalt des eHBA müssen circa vier Wochen eingeplant werden.

Wie viele eHBA benötigt eine Praxis?

Der eHBA ist die digitale Unterschrift jedes behandelnden Arztes. Einen eHBA benötigt der Arzt, um zum Beispiel einen Arztbrief oder einen Notfalldatensatz (NFD) digital Signieren zu können. Die Form der Praxis – zum Beispiel: BAG, Praxisgemeinschaft oder Einzelpraxis – spielt für die benötigte Anzahl keine Rolle. Mitglieder der Ärztekammer Hamburg oder der Psychotherapeutenkammer Hamburg können auf Antrag einen eHBA erhalten. Die jeweilige Kammer prüft den Antrag und gibt den Ausweis für die Produktion frei.

Was kostet der eHBA?

Für die Signaturkomponente des eHBA fallen monatliche Gebühren an. Im Rahmen der TI-Finanzierung werden Pauschalen in Höhe von 11,63 € pro Quartal und Arzt/Psychotherapeut ohne gesonderte Beantragung von der KV Hamburg ausbezahlt. Das soll die Hälfte der Kosten abdecken.