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26.03.2021 Praxis-IT und Telematik

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) 

Eine Voraussetzung für viele digitale Anwendungen in der Telematikinfrastruktur (TI) – zum Beispiel elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), eArztbrief oder NFDM - ist der elektronische Heilberufeausweis (eHBA). Der eHBA ist der Oberbegriff für den Heilberufsausweis aller im Gesundheitswesen approbierten Heilberufler.

Was ist der eHBA?

Der eHBA ist ein personenbezogener Sichtausweis im Scheckkartenformat, den es bereits in der zweiten Generation gibt (G2). Wichtig: Die bisherigen eHBA der Generation G0 können nicht einfach in einen eHBA G2 „umgetauscht“ werden. Der eHBA G2 muss von jedem Arzt/Psychotherapeuten neu beantragt werden. Die neue Version enthält neben dem Lichtbild auch einen Mikrochip, der folgende Anwendungen erlaubt:

  • Authentifizierung (elektronische Identitätsprüfung),
  • Verschlüsselung und Entschlüsselung (sicherer Datentransport),
  • qualifizierte elektronische Signatur - QES (rechtsverbindliche elektronische Unterschrift)
  • Zugriff auf Daten, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgespeichert sind (sofern der Patient dies freigegeben hat)

Mit dem eHBA können elektronische Dokumente, beispielsweise eArztbriefe, rechtssicher per QES signiert und verschlüsselt werden. Anhand des eHBA G2 ist es zum Beispiel möglich, dass eine verschlüsselte E-Mail nur für einen ganz bestimmten Arzt lesbar ist, und nicht für die ganze Praxis. Darüber hinaus dient der HBA dem Karteninhaber dazu, sich in der digitalen Welt zu identifizieren, zum Beispiel als Zugangsberechtigung zu besonders geschützten Online-Daten oder -Diensten. Erforderlich ist er etwa für das Auslesen und Signieren des Notfalldatensatzes im Notfalldatenmanagement (NFDM).

Wie funktioniert die elektronische Signatur?

Die elektronische Signatur wird mittels der Eingabe einer selbst vergebenen, mindestens 6-stelligen PIN ausgelöst. Mittels der sog. Stapelsignatur können mit einer PIN-Eingabe auch mehrere Signaturen ausgelöst werden. Bei der sogenannten Komfortsignatur muss nur einmal die PIN-Eingabe erfolgen und anschließend können durch ein sogenanntes auslösendes Merkmal (z. B. Doppel-Klick am Praxisverwaltungssystem) weitere Signaturen ausgelöst werden.

Wo bestelle ich den eHBA?

Die eHBA werden von sogenannten „Vertrauensdiensteanbietern“ hergestellt und ausgeliefert. Die Liste der aktuellen Anbieter für den elektronischen Arztausweis finden Sie auf der Website der Ärztekammer Hamburg. Für die Ausgabe des elektronischen Psychotherapeutenausweises sind die Landespsychotherapeutenkammern zuständig. Von der Beantragung bis zum Erhalt des eHBA müssen circa vier Wochen bis zwei Monate eingeplant werden.

Wie viele eHBA benötigt eine Praxis?

Der eHBA ist die digitale Unterschrift jedes behandelnden Arztes. Einen eHBA benötigt der Arzt, um zum Beispiel einen Arztbrief oder einen Notfalldatensatz (NFD) digital Signieren zu können. Die Form der Praxis – zum Beispiel: BAG, Praxisgemeinschaft oder Einzelpraxis – spielt für die benötigte Anzahl keine Rolle. Mitglieder der Ärztekammer Hamburg oder der Psychotherapeutenkammer Hamburg können auf Antrag einen eHBA erhalten. Die jeweilige Kammer prüft den Antrag und gibt den Ausweis für die Produktion frei.

Was kostet der eHBA?

Für die Signaturkomponente des eHBA fallen monatliche Gebühren an. Im Rahmen der TI-Finanzierung werden Pauschalen in Höhe von 11,63 € pro Quartal und Arzt/Psychotherapeut ohne gesonderte Beantragung von der KV Hamburg ausbezahlt. Das soll die Hälfte der Kosten abdecken.

Benötigen Weiterbildungsassistenten einen eHBA? 

Assistenten, die im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Praxis signieren müssen, benötigen dafür einen eigenen eHBA. Beachten Sie jedoch, dass Aus- und Weiterbildungsassistenten keinen Anspruch auf die Erstattung der eHBA-Pauschale (zur Zeit 11,63 Euro/ Quartal)  der TI Finanzierungsvereinbarung haben. Aus Sicht der KV ist der Weiterbildungsassistent nicht verpflichtet, eine Anwendung in der Telematikinfrastruktur, wie z.B. das NFDM, durchzuführen. Einen Anspruch auf eine entsprechende Versorgung, so sie medizinisch angezeigt ist, hat ein Patient ausschließlich gegenüber einem Vertragsarzt.

Wie ist bei einem Verlust zu verfahren?

Die Ärztin bzw. der Arzt sollte den Verlust des eHBA umgehend seinem Anbieter melden. Jeder Anbieter betreibt hierfür eine Sperrhotline. Das Sperrkennwort steht in den Antragskopien. Der Ausweis wird dann irreversibel gesperrt. Ein einmal gesperrter Ausweis lässt sich nicht wieder reaktivieren. Mit dem Verlust des eHBA muss der Praxisbetrieb bis zur Neubeschaffung nicht ruhen. Durch die SMC-B ist und bleibt die Arztpraxis auch bei Verlust des eHBA weiterhin arbeitsfähig; das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) benötigt keinen eHBA und der Zugriff auf die medizinischen Anwendungen der TI wie Notfalldaten, eMP oder auch die ePA ist technisch über die SMC-B möglich. Lediglich das elektronische Signieren stellt ein Problem dar. Beim eRezept müsste man auf ein papierbasiertes Ersatzverfahren ausweichen. Jede Ärztin bzw. Arzt kann auch mehrere eHBA gleichzeitig innehaben. Allerdings sind mit jedem weiteren eArztausweis Kosten verbunden, die derzeit nicht erstattet werden.

Für Fragen rund um Praxis-IT und PVS-Systeme wenden Sie sich gern an unsere Fachabteilung :

KV Hamburg / Online ServicesTel: 22802 – 554 / -588 / - 539 online-services@kvhh.de