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01.10.2008

„Atriomed“: Noch immer nicht willkommen!

Das „Medizinische Versorgungszentrum an der Kampnagelfabrik“ – wie das „Atriomed“ mittlerweile offiziell heißt – leistet keinen erkennbaren Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Hamburg. Dieses Urteil fällt Walter Plassmann, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, angesichts der bevorstehenden Eröffnungsveranstaltung“, die die Betreiber des MVZ gemeinsam mit ihrem Sponsor, der „Techniker Krankenkasse“ durchführen.

Plassmann erinnert daran, dass einige der Zulassungen, die in dem MVZ aufgegangen sind, unter kritikwürdigen Umständen aus weniger gut versorgten Bezirken Hamburgs abgezogen wurden: „Wir mussten dann mit Mühe und Geldern der Hamburger Ärzteschaft die entstandene Lücke schließen.“
Darüber hinaus hat sich das MVZ mit der Kampnagelfabrik ein Umfeld ausgesucht, das ärztlich hervorragend versorgt ist. Plassmann: „Dieser gezielte Verdrängungswettbewerb zu Lasten einer etablierten und bewährten Struktur hat mit Verbesserung der Versorgung nichts zu tun.“ Daran änderten auch die angepriesenen Marketing-Mätzchen nichts.

Der KV-Vize kritisierte insbesondere, dass diese Ziele mit Geldern einer gesetzlichen Krankenversicherung finanziert werden: „Es ist das erste Mal, dass sich eine Krankenkasse mit finanziellen Mitteln der Beitragszahler aktiv in den innerärztlichen Wettbewerb einmischt.“ Selbst wenn dies rechtlich zulässig sein sollte, sei dies unter ethischen Aspekten überhaupt nicht zu rechtfertigen: „Rücksichtloses Verhalten hat an anderer Stelle unseres Wirtschaftssystems schon genug Schaden angerichtet – aus dem Gesundheitswesen sollten wir es fern halten.“