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26.10.2011

Ambulante Medizin kaputtgespart?

Hamburgs niedergelassene Ärzte und Patienten protestierten heute in der Innenstadt gegen eine Politik, die mit immer neuen Gesetzen die Patientenversorgung in Hamburg einschränkt. 

„Wir wollen nicht länger hinnehmen, dass in Berlin über die für Hamburg notwendige Versorgungsstruktur entschieden wird“, erklärte Dr. Michael Späth, Vorsitzender der Vertreterversammlung der Ärzte der KV. Eine bedarfsgerechte, auf Hamburg abgestimmte Versorgung könne nur vor Ort geplant und umgesetzt werden. Dies gelte auch für Honorarfragen, die letztlich die Geldmenge darstellen, mit der die Hamburger Bürger ihre ärztliche Versorgung erhalten.

„Hamburger Ärzte stehen aufgrund bundespolitischer Entscheidungen mit einer begrenzten Menge Geld für die Patientenversorgung einem unbegrenzten Versorgungsanspruch der Patienten gegenüber“, stellt Dr. Stephan Hofmeister, Hausarzt aus Eilbek, fest. In Folge der Honorarverteilung auf der Bundesebene fehlen Hamburg 50 Millionen Euro, die für die Hansestadt hätten bereit gestellt werden müssen, wenn Hamburg lediglich die durchschnittliche Honorarentwicklung zugestanden worden wäre.

Der Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform ändert an der grundsätzlichen bundespolitischen Ausrichtung nichts. Die Hamburger Ärzte fordern deshalb eine konsequente Regionalisierung, damit die komplexe Versorgungsstruktur des Stadtstaates Hamburg aufrechterhalten werden kann. „Für diese speziellen Herausforderungen brauchen wir mehr regionale Handlungsspielräume und Verträge mit Krankenkassen, die die Versorgung ihrer Patienten nicht nur sicherstellen, sondern auch bezahlen“, so Hofmeister. „Auch im hausärztlichen Bereich haben wir in Hamburg besondere Strukturen, die nicht unter bundesweit gleichen Bedingungen aufrechterhalten bleiben können.“

Zurzeit wird im Bundestag das neue Gesetz zur Versorgungsstruktur des Gesundheitssystems beraten. Auf der Homepage www.billigwirdteuer.de können alle Hamburger sich für ihre ärztliche Versorgung stark machen und eine Unterstützermail an die Hamburgischen Bundestagsabgeordneten und den Bundesgesundheitsminister schicken.