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08.12.2022

Empfehlungen zur Labordiagnostik – ein neuer KBV-Service

Laboruntersuchungen sind bei vielen Erkrankungen ein wichtiger Baustein für Diagnosestellung und Therapiebegleitung. Dabei kommt es darauf an, dass Ärztinnen und Ärzte die adäquaten laboratoriums-medizinischen Untersuchungen auswählen. Unterstützung erhalten Praxen jetzt mit den „Empfehlungen zur Labordiagnostik“: Der neue Service der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bietet je nach Thema auf vier bis acht DIN-A4-Seiten Empfehlungen für die stufenweise und effiziente Anwendung von Laboruntersuchungen zur Erstdiagnose und Verlaufskontrolle von Erkrankungen.
Die Laborpfade dienen der Orientierung und als Entscheidungshilfe, stellen jedoch keine verpflichtenden Standards dar. Ziel ist es unter anderem, eine Unter- beziehungsweise Überdiagnostik zu vermeiden.
 

Erste Ausgaben: Labordiagnostik bei Schilddrüsenerkrankungen

Die ersten beiden Ausgaben der neuen Reihe „Empfehlungen zur Labordiagnostik“ informieren auf jeweils vier Seiten zur Labordiagnostik der Schilddrüsenerkrankungen Hyperthyreose und Hypothyreose. Neben einem übersichtlichen Ablaufschema zur Basisdiagnostik und zur weiterführenden Diagnostik erläutert ein Text das stufenweise Vorgehen im Detail. Die jeweiligen Laborparameter sind in einem farbig abgehobenen Infokasten zusammengefasst und so schnell erfassbar.
Die Empfehlungen sind auf dem aktuellen Stand von Medizin, Wissenschaft und Technik und basieren unter anderem auf Leitlinien, Fachartikeln sowie praktischen Erfahrungen aus der vertragsärztlichen Versorgung.
Entwickelt werden die Laborpfade in der eigens eingerichteten Kommission „Labordiagnostische Empfehlungen“ von Vertretern der Berufsverbände in Zusammenarbeit mit und unter Moderation des Kompetenzzentrums Labor der KBV. Zu den Vertretern beziehungsweise Kommissionsmitgliedern zählen dabei Internisten, Hausärzte, Labormediziner und Mikrobiologen. Diese werden durch Spezialisten für die jeweils zu bearbeitende Indikation unterstützt.

Weitere Veröffentlichungen geplant

Die Labordiagnostischen Empfehlungen zur Hyperthyreose sowie zur Hypothyreose stehen ab sofort auf der Themenseite der KBV unter https://www.kbv.de/html/labordiagnostik.php als Webversion sowie als Druckversion bereit.
Als nächste Themen sind Empfehlungen zur Diagnostik der Anämie sowie des Eisenmangels in Vorbereitung, weitere Indikationen folgen. Die Dokumente werden nach ihrer Veröffentlichung in regelmäßigen Abständen überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.

Die Kommission „Labordiagnostische Empfehlungen“

Die Kommission „Labordiagnostische Empfehlungen“ unter Moderation des Kompetenzzentrums Labor der KBV setzt sich aus ständigen und indikationsbezogen hinzugezogenen Mitgliedern zusammen. Zu den ständigen Mitgliedern zählen Internisten, Hausärzte, Labormediziner und Mikrobiologen, die von ihren jeweiligen Berufsverbänden als Vertreter benannt wurden. Diese werden durch hinzugezogene Spezialisten für die zu bearbeitende Indikation unterstützt.
Die Empfehlungen zur Labordiagnostik sind nach einem konsentierten Schema im Sinne einer Stufendiagnostik gleich aufgebaut. Die erstellten Laborpfade besitzen eine einheitliche Struktur aus einem grafischen Ablaufschema und einem erläuternden Text.
Die inhaltliche Ausrichtung der Empfehlungen erfolgt auf Grundlage einer gemeinsamen Bewertung deraktuell vorliegenden Evidenz (themenrelevante Literatur) und praktischen Erfahrungen aus der
vertragsärztlichen Versorgung.


Berufsverbände in der Kommission

› ALM - Akkreditierte Labore in der Medizin e.V.
› BDI - Berufsverband Deutscher Internisten e.V.
› BDL - Berufsverband Deutscher Laborärzte e.V.
› BDRh - Berufsverband Deutscher Rheumatologen e.V.
› BNHO - Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen e.V.
› BVF – Berufsverband der Frauenärzte e.V.
› DGfN - Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V.
› DGKL – Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V.
› DHÄV - Deutscher Hausärzteverband e.V.