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Schutzimpfung

 

Seit dem 1. Juli 2007 haben Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen Anspruch auf Leistungen für Schutzimpfungen (§ 20d Abs. 1 SGB V). Einzelheiten zu Voraussetzungen, Art und Umfang der Leistungen für Schutzimpfungen regelt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in der Schutzimpfungs-Richtlinie(Si-RL) auf der Grundlage der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Zu Änderungen der STIKO-Empfehlungen hat der G-BA dann jeweils innerhalb von drei Monaten nach ihrer Veröffentlichung eine Entscheidung zu treffen. Für den Fall, dass eine Entscheidung durch den G-BA nicht termin- oder fristgemäß zustande kommt, dürfen die von der STIKO empfohlenen Schutzimpfungen bzw. spätere Änderungen der STIKO-Empfehlungen  zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkassen erbracht werden, bis die Richtlinienentscheidung vorliegt.

Der Bezug von Impfstoffen im Rahmen der Si-RL erfolgt zu Lasten der Rezeptprüfstelle Duderstadt (RPD) ohne gleichzeitige Verordnung anderer Arzneimittel oder von Sprechstundenbedarf. Das Verordnungsblatt muss vollständig ausgefüllt sein. Insbesondere ist das Markierungsfeld (8) "Impfstoffe” durch Eintragen der Ziffer 8 zu kennzeichnen. Abgerechnet wird die entsprechende Impfleistung mit den seit 01.01.2012 neu festgelegten Abrechnungsnummern.
Schutzimpfungen aufgrund eines nicht beruflichen Auslandsaufenthaltes („Reiseimpfungen“) sind Privatleistung, es sei denn die jeweilige Krankenkasse hat eine Ergänzungsvereinbarung zur Kostenübernahme solcher Reiseimpfungen abgeschlossen. Darüber hinaus gibt es in Hamburg weitere Impfungen ( z.B. Rota-Virus-Impfungen), die in Sonderverträgen übernommen werden. Die Impfstoffe im Rahmen dieser Sonderverträge sind auf den Namen des Patienten zu Lasten seiner Kasse zu verordnen. Die Impfleistung ist mit den angegebenen Nummern bei der KV abzurechnen. 

 

 

Information


01.04.2020

Informationen zur Pneumokokkenimpfung – kurzfristig Pneumovax 23 Impfstoffdosen aus Japan am Markt verfügbar

Voraussichtlich ab 03.04.2020 sind aus Japan eingeführte Impfstoffdosen von Pneumovax 23 mit japanischer Beschriftung im Handel verfügbar. Die Einfuhr wird rechtlich durch eine Ausnahmeermächtigung nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) ermöglicht. Die Impfstoffdosen werden über den Pharmagroßhandel flächendeckend in ganz Deutschland verteilt. Mehr

 

Wichtig: Es handelt sich hierbei um Durchstechflaschen (anstatt der üblicherweise in Deutschland vertriebenen Fertigspritze) mit dem Handelsnamen PNEUMOVAX®NP in japanischer Aufmachung, denen keine Spritzen oder Kanülen beiliegen.

 

Aktuelle Informationen des RKI

Pneumovax® 23 und Prevenar® 13

Bis auf weiteres sind beide Pneumokokkenimpfstoffe nur eingeschränkt lieferbar. Um besonders vulnerable Personengruppen möglichst effektiv und entsprechend ihrem Risiko zu schützen, soll wie folgt vorgegangen werden:

 

Prioritär geimpft werden sollen:

  • Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren und

  • Personen mit Immundefizienz, Senioren ab 70 Jahren und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma oder COPD)

Prevenar®13 soll ausschließlich für die Grundimmunisierung im Säuglingsalter bis zu einem Alter von 2 Jahren verwendet werden. Sollte Prevenar®13 nicht verfügbar sein, kann auf Synflorix® (10-valenter Pneumokokkenkonjugatimpfstoff) ausgewichen werden.

  • Pneumovax® 23 soll prioritär für die Personen mit Immundefizienz, Senioren ab 70 Jahren und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma oder COPD) verwendet werden.

Auch bei Wiederverfügbarkeit der Impfstoffe sollten Pneumokokken-Impfungen ausschließlich dem Personenkreis vorbehalten bleiben, der in den gültigen Impfempfehlungen der STIKO benannt ist (die aktuellen STIKO-Empfehlungen finden Sie hier: www.rki.de/stiko-empfehlungen).

 


11.03.2020

Impfpflicht gegen Masern ab 1. März 2020

Für Menschen in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen gilt ab 1. März 2020 eine Impfpflicht gegen Masern. Damit will die Bundesregierung die Impfquote erhöhen und mittelfristig eine Elimination der Masern in Deutschland erreichen. Das Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention (Masernschutzgesetz) sieht vor, dass Eltern vor Aufnahme ihres Kindes in eine Kindertagesstätte (Kita) oder Schule nachweisen müssen, dass das Kind gegen Masern geimpft oder bereits immun ist. Auch Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen, ambulanten Pflegediensten oder Krankenhäusern müssen dann geimpft sein oder ihre Immunität nachgewiesen haben.

 

Ohne Masernschutz nicht in Kita
Die Nachweispflicht über einen ausreichenden Impfschutz gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) oder über eine Immunität gegen Masern gilt auch für Mitarbeitende in Kitas, Schulen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen, für Tagesmütter, für Bewohner und Mitarbeitende in Asylbewerber- und Flüchtlingsunterkünften. Ohne ausreichenden Masernschutz dürfen Kinder nicht in Kitas aufgenommen werden und Personal nicht in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen arbeiten.

Für Kinder, die bereits vor dem 1. März 2020 eine Kita oder Schule besuchen, sowie für Beschäftigte in entsprechenden Einrichtungen gilt eine Nachweisfrist bis zum 31. Juli 2021.

 

Die STIKO empfiehlt keine Impfung für Personen, die vor dem 31.12.1970 geboren sind, deshalb ist von diesem Personenkreis auch kein Nachweis (im Sinne des Masernschutzgesetzes) zu erbringen.

Warum besteht die Impfpflicht nur für nach 1970 Geborene?
Seroprävalenzdaten des RKI von 2008 – 2011 (Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland – DEGS) zeigen, dass Erwachsene, die vor 1970 gebo­ren wurden, eine Immunität gegen Masern von 95,5 % – 99,3 % (in erster Linie durch eine durchge­machte Wildvirusinfektion) aufwiesen. Grenzwerti­ge Befunde wurden hier als vorliegende Immunität bewertet. Eine fehlende Immunität gegen Masern stieg mit den Jahrgängen ab 1965 in den westlichen Jahrgängen langsam, in den östlichen Jahrgängen sprunghaft an. Bei untersuchten Personen der Jahr­gänge 1970 – 1979 wurde nur noch bei 85,7 % eine Immunität nachgewiesen.

 

Was tun bei verlorenem Impfpass?
Ist der Patient nach eigener Aussage geimpft, empfehlen wir eine Anfrage an den Arzt, bei dem der Patient geimpft wurde (Aufbewahrungspflicht mind. 10 Jahre).  Bei unklarem Impfstatus oder unzureichendem Schutz (nur eine oder keine Impfung im Impfpass) wird empfohlen, vorab keine Antikörpertiter-Bestimmung, sondern gleich die Masern-Impfung durchzuführen.

 

Einen Patientenflyer zu diesem Thema finden Sie hier 

 

Wenn Sie jetzt unsicher ist, welcher Patient wie zu impfen ist, haben wir hier eine Hilfestellung in Form eines Diagramms erstellt

 

Häufig gestellte Fragen zur Masernimpfung finden Sie auf der  Internetseite des Robert-Koch-Instituts 

 


 
08.01.2020

Berufsbedingte Impfungen und berufsbedingte Reiseimpfungen - Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie in Kraft

Ab dem 28,12. 2019 haben Versicherte Anspruch auf Leistungen für Schutzimpfungen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung unabhängig davon, ob die Versicherten auch entsprechende Ansprüche gegenüber anderen Kostenträgern, beispielsweise dem Arbeitgeber aufgrund eines erhöhten beruflichen Risikos, haben.


Vom Bundesausschuss wurden neue Dokumentationsziffern für diese Impfungen festgelegt, die aufgrund einer beruflichen Indikation oder aufgrund eines beruflich oder durch eine Ausbildung bedingten Auslandsaufenthaltes durchgeführt werden.  Die Dokumentationsziffern werden wie bei den anderen Impfungen  zur Abrechnung der Impfleistung verwendet. Die bisherige Liste mit den Abrechnungsziffern Impfen wurde entsprechend aktualisiert.  Alle anderen Regelungen (Standard- und Indikationsimpfungen) bleiben unverändert.   


17.12.2019

Impfpflicht gegen Masern für bestimmte Gruppen (§20 Abs. 8-14 IfsG)

Aus aktuellem Anlass informieren wir darüber, dass die Bestimmung des Impftiters für Masern, in diesem Zusammenhang, keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung ist und vom Patienten privat gezahlt werden muss.

 

Die Nachweispflicht über einen ausreichenden Impfschutz gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) oder über eine Immunität gegen Masern gilt für

  • Kinder in Kitas und Schulen
  • Mitarbeitende in Kitas, Schulen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen
  • Tagesmütter
  • Bewohner und Mitarbeitende in Asylbewerber- und Flüchtlingsunterkünften
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen, ambulanten Pflegediensten oder Krankenhäusern

Was tun bei verlorenem Impfpass?

Ist der Patient nach eigener Aussage geimpft, empfehlen wir eine Anfrage an den Arzt, bei dem der Patient geimpft wurde (Aufbewahrungspflicht mind. 10 Jahre).  Bei unklarem Impfstatus oder unzureichendem Schutz (nur eine oder keine Impfung im Impfpass) wird empfohlen, vorab keine Antikörpertiter-Bestimmung, sondern gleich die Masern-Impfung durchzuführen.

 

Die STIKO empfiehlt keine Impfung für Personen, die vor dem 1.1.1971 geboren sind, deshalb ist von diesem Personenkreis auch kein Nachweis (im Sinne des Masernschutzgesetzes) zu erbringen.

 

Hintergründe und andere häufig gestellte Fragen finden Sie unter folgendem Link auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts.

 

24.07.2019

UPDATE: Herpes Zoster Impfstoff Shingrix® wahrscheinlich erst wieder im August verfügbar

Die Firma GlaxoSmithKline (GSK) hat darüber informiert, dass es Verzögerungen in der Lieferkette gegeben hat, und deshalb die ursprünglich für Juli geplante Lieferung nun später als erwartet zur Verfügung steht. Weiter geht GSK davon aus, dass auch mittelfristig die Nachfrage größer als das Angebot an Impfstoff sein wird, so dass Verfügbarkeitsengpässe vorerst bestehen bleiben.

 

Zur Erinnerung: Die Stiko empfiehlt in dieser Situation bei noch vorhandenen Impfdosen prioritär die Patienten zu impfen, die bereits die erste Impfdosis erhalten haben. Da die zweite Impfdosis bei Shingrix für die hohe Wirksamkeit und den Langzeitschutz sehr wichtig ist, sollte diese laut Fachinformation idealerweise innerhalb des Intervalls von zwei bis sechs Monaten gegeben werden

 



15.05.2019

Klarstellung zur Abrechnung der Herper-Zoster-Impfung mit dem Totimpfstoff „Shingrix®“ in Hamburg

Es gab in Hamburg kurz Unsicherheit darüber, ob die Abrechnung der neuen Impfung schon unter die Regelungen der aktuellen Schutzimpfungsvereinbarungen fällt. Dies konnte jetzt mit den Kassen geklärt werden.  


Der Impfstoff Shingrix® kann nun doch – wie die anderen Impfstoffe für Impfungen, die zu den Pflichtleistungen der Kassen gehören -  über die Rezeptstelle Duderstadt als Impfbedarf angefordert werden  und die Impfleistung mit den Abrechnungsnummern 89128 A/B (Standardimpfung ab 60 Jahren) oder 89129 A/B (Indikationsimpfung ab 50 Jahren) abgerechnet werden.


Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 7. März, die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Herpes-Zoster-Impfung mit dem Totimpfstoff Shingrix®in die Schutzimpfungsrichtlinie aufzunehmen, ist am 2. Mai 2019 in Kraft getreten. Somit ist die Impfung jetzt Pflichtleistung aller Krankenkassen.

Die STIKO empfiehlt die allgemeine Anwendung des adjuvantierten Herpes Zoster-subunit-(HZ/su)-Totimpfstoff als Standardimpfung zur Verhütung von Herpes Zoster, seinen Komplikationen und Spätfolgen ab einem Alter von 60 Jahren.


Für Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung für das Auftreten eines Herpes Zoster empfiehlt die STIKO eine Indikationsimpfung schon ab 50 Jahren.

Zu den Grunderkrankungen, bei denen die STIKO eine erhöhte Gefährdung sieht, zählen beispielsweise

  • Angeborene bzw. erworbene Immundefizienz bzw. Immunsuppression
  • HIV-Infektion
  • Rheumatoide Arthritis
  • Systemischer Lupus erythematodes
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale
  • Chronische Niereninsuffizienz
  • Diabetes mellitus
Die Impfserie für den HZ/su-Totimpfstoff besteht aus zwei Impfstoffdosen, die intramuskulär im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten verabreicht werden. Bitte beachten Sie: Die Impfung mit dem Herpes-Zoster-Lebendimpfstoff Zostavax® wird von der STIKO derzeit nicht als Standardimpfung empfohlen.

Ausführliche Informationen zur STIKO-Empfehlung der Impfung mit dem HZ/su-Totimpfstoff finden Sie in dem Epidemiologischen Bulletin Nr. 50/2018.

 


04.06.2019

Impfung gegen Herpes Zoster - Lieferengpass von Shingrix®

Der Hersteller des Impfstoffes Shingrix® (GSK) informierte die KV Hamburg über einen vorübergehenden Lieferengpass aufgrund der bundesweiten hohen Nachfrage. Die Einzeldosis ist voraussichtlich erst wieder im Dezember 2019 lieferbar. Die 10er-Packung wird voraussichtlich schon Ende Juli wieder verfügbar sein.

 

Für die Praxis: Die zweite Impfdosis ist vor allem für den Langzeitschutz verantwortlich und sollte innerhalb von zwei bis sechs Monaten nach der ersten Dosis gegeben werden. Daher sollten aufgrund des Lieferengpasses Patienten priorisiert werden, bei denen die Impfserie abgeschlossen wird, um zu verhindern, dass angeimpfte Personen ohne zweite Dosis verbleiben.

 


12.03.2019

Neu: Faktenblätter des Robert-Koch-Instituts

Um die impfende Ärzteschaft in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, werden vom Robert-Koch-Institut Informationsblätter zu verschiedenen Impfungen erstellt. Die Faktenblätter fassen kurz und knapp die wichtigsten Informationen zu einer Impfung zusammen und richten sich in erster Linie an Ärztinnen und Ärzte. Darüber hinaus können die Informationsblätter im Arzt-Patienten-Gespräch als wichtige Informationsquelle genutzt werden, um auch Patientinnen und Patienten durch entsprechende Infografiken verständlich und ansprechend über die Impfung zu informieren.

Den Anfang macht das Faktenblatt zur HPV-Impfung. In Kürze werden weitere folgen.


03.12.2018

HPV-Impfung für Jungen jetzt auch Kassenleistung

Durch Veröffentlichung im Bundesanzeiger ist am 30.November 2018 die Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie in Kraft getreten. Ab sofort können auch Jungen von neun bis 14 Jahren zulasten der gesetzlichen Krankenkassen geimpft werden. Die Bestellung des Impfstoffs erfolgt wie bei Mädchen als Impfstoffanforderung über die Rezeptprüfstelle Duderstadt. Für die erste Dosis wird die Ziffer 89110 A und für die letzte Dosis die 89110 B angesetzt. Nachholimpfungen sind im Alter von 15 bis 17 Jahren als Pflichtleistung möglich. Die Abrechnnung der Nachholimpfungen erfolgt ebenfalls unter Verwendung der genannten Ziffern.

 


02.06.2017

Anpassung der Schutzimpfungsrichtlinie auf Basis der Stikoempfehlung 2016 am 19. Mai in Kraft getreten

Folgendes hat sich leistungsrechtlich geändert:

 

Reiseimpfungen

  • Unter bestimmten Bedingungen haben Versicherte Anspruch, dass die durch einen Auslandsaufenthalt ggf. notwendig gewordenen Impfungen (z.B. Cholera, FSME, Gelbfieber, Hepatitis A (HA), Hepatitis B (HB), Influenza, Meningokokken, Tollwut oder Typhus) zulasten ihrer Kasse erfolgen. Dies trifft zu, wenn der Auslandsaufenthalt beruflich bedingt ist oder im Rahmen der Ausbildung durch Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist (Nachweis!).
  • Die Impfung gegen Poliomyelitis aufgrund einer Reise in ein entsprechendes Risikogebiet ist generell Pflichtleistung aller Kassen („Reiseschutzimpfung zur Vorbeugung der Einschleppung einer übertragbaren Krankheit in die Bundesrepublik Deutschland).

Alle anderen Reiseimpfungen sind weiterhin keine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Bei Bedarf sollten die gesetzlichen Versicherten mit ihrer Kasse über mögliche (freiwillige) Kostenübernahmen sprechen.

 

Impfung gegen Pneumokokken

 

Standardimpfung

Die Standardimpfung gegen Pneumokokken für Personen über 60 Jahre soll mit dem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23) erfolgen.  Gegebenenfalls Wiederholungsimpfungen mit PPSV23 sollen im Abstand von mindestens 6 Jahren - nach individueller Indikationsstellung - erfolgen.

 

Indikationsimpfung

  • Personen ab 16 Jahren, die eine Indikationsimpfung gegen Pneumokokken aufgrund chronischer Erkrankungen wie beispielsweise medikamentös behandelter Diabetes, COPD, Asthma oder neurologische Erkrankungen erhalten, sollen mit dem 23 valenten Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23 – Pneumovax 23) geimpft werden.
  • Wiederholungsimpfungen mit PPSV23 sollten im Abstand von mindestens 6 Jahren - nach individueller Indikationsstellung erfolgen.
  • Eine Sequentielle Impfung erhalten nur Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 15 Jahren, die aufgrund der o.g. chronischen Erkrankungen geimpft werden.
  • Die Sequentielle Impfung gegen Pneumokokken wird ebenfalls empfohlen (und ist Pflichtleistung aller Kassen) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit
    • Angeborenen oder erworbenen Immundefekten bzw. Immunsuppression
    • Anatomischen und Fremdkörper-assoziierte Risiken für Pneumokokkenmeningitis, wie z. B. Liquorfistel oder Cochlea-Implantat

Indikationsimpfung bei berufsbedingtem Risiko

 Personen mit einer beruflichen Tätigkeiten, die zu einer Exposition gegenüber Metallrauchen einschließlich metalloxidischem Schweißrauchen führt, werden zulasten der Kassen mit dem PPSV 23 (Pneumovax 23) geimpft. Aufgrund der begrenzten Dauer des Impfschutzes soll auch in diesen Fällen die Impfung mit PPSV23 mit einem Mindestabstand von 6 Jahren wiederholt werden.

(CAVE: In besonderen Fällen ist hier der Arbeitgeber leistungspflichtig - Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)).


Impfung gegen Influenza

  • Für Kinder und Jugendliche mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ist die jährliche Grippeimpfung weiterhin Pflichtleistung aller Kassen. Allerdings hat die STIKO die präferentielle Empfehlung für die Verwendung von LAIV (Fluenz®) in der Altersgruppe 2 – 6 Jahre zunächst für die Saison 2016/2017 aus-gesetzt (siehe auch Epidemiologisches Bulletin Nr. 39 vom 22.09.2016, S. 442). Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren sollten bei gegebener Indikation mit inaktiviertem Grippeimpfstoff geimpft werden.
  • Neu ist auch, dass Personen, die Risikopersonen betreuen und/oder mit diesen im selben Haushalt leben, zulasten der Kassen jährlich gegen Influenza geimpft werden können. Als Risikopersonen gelten Personengruppen mit Grundkrankheiten, bei denen es Hinweise auf eine deutlich reduzierte Wirksamkeit der Influenza-Impfung gibt, wie z. B. Personen mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz oder Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz bzw. -suppression.

 


 

 

 


 

 


 

 


Frühere