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Schutzimpfung

Diese Form der Prävention ist seit Jahrzehnten etabliert und ein wichtiger Beitrag zur globalen Eindämmung von ansteckenden Krankheiten. Die Durchimpfungsrate der Bevölkerung ist maßgeblich für eine Verhinderung von Pandemien, die durch bekannte Erreger ausgelöst werden. Hier ist der Arzt als erster Ansprechpartner für den Patienten aufgerufen, die Impfbereitschaft durch Beratungsangebote zu erhöhen.

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Information


22.07.2020

Pertussis-Impfung von Schwangeren ist Pflichtleistung für gesetzlich Versicherte

Der Bundesausschuss hat die aktualisierte Empfehlung der STIKO zur Impfung gegen Pertussis in die Schutzimpfungs-Richtlinie übernommen. Danach sollen alle schwangeren Frauen zu Beginn des
3. Trimenons gegen Pertussis geimpft werden – unabhängig vom Abstand zu einer vorher verabreichten Pertussis- Impfung und in jeder Schwangerschaft.

Fachliche Begründung
Trotz der bestehenden Impfempfehlungen erkranken insbesondere Säuglinge sehr häufig an Pertussis, und zwar vornehmlich in den ersten sechs Lebensmonaten. Dies zeigt laut Robert-Koch-Institut den dringenden Bedarf, insbesondere bei jungen Säuglingen für einen besseren Schutz vor Pertussis zu sorgen. Ziel der neuen Empfehlung ist es, die Zahl der Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle durch eine Infektion mit Bordetella- Pertussis-Bakterien bei Neugeborenen und jungen Säuglingen zu reduzieren. Mit der Impfung während der Schwangerschaft sind nicht nur die Mutter, sondern auch das Neugeborene besser vor der Krankheit geschützt.

Empfohlen wird die Impfung für schwangere Frauen zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels. Besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt, sollte die Impfung ins zweite Schwangerschaftsdrittel vorgezogen werden. Wird die Impfung in der Schwangerschaft versäumt, soll die Mutter bevorzugt in den ersten Tagen nach der Geburt geimpft werden, sofern ihre letzte Impfung gegen Pertussis zehn oder mehr Jahre zurückliegt.

 

Durch diesen Beschluss ändert sich nichts an der Abrechnungsnummer. Eine Liste der aktuellen Abrechnungsnummern finden Sie hier

 



30.06.2020

Pneumokokkenimpfstoff Prevenar 13 wieder verfügbar – Pneumovax 23 weiterhin eingeschränkt lieferfähig

Für Patienten mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten bzw. Immunsuppression (s.u.) bzw. von Patienten mit anatomischen und fremdkörperassoziierten Risiken für Pneumokokken-Meningitis wie z.B. Liquorfistel oder Cochlea-Implantat gilt also (wieder) die Empfehlung zur sequentiellen Impfung mit Prevenar 13, gefolgt von Pneumovax 23 nach 6 – 12 Monaten (1).

Bei Pneumovax 23 sollten weiterhin die Hinweise der Stiko zur Priorisierung (weiterhin) beachtet werden (2). Das bedeutet, dass dieser Impfstoff bevorzugt für folgende Personengruppen angewendet werden soll:

  • Patienten mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten bzw. Immunsuppression: zur Komplettierung der sequenziellen Impfung
  • Senioren ab dem Alter von 70 Jahren
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen des Herzens oder der Atmungsorgane

Wegen der breiteren Abdeckung von Pneumokokken-Serotypen kann Pneumovax®23 nicht durch einen anderen niedriger valenten Pneumokokkenimpfstoff ersetzt werden.

 

Quellen:

(1) Epidemiologisches Bulletin Nr. 34/2019 – www.rki.de

(2) Mitteilungen der STIKO zum Impfen bei eingeschränkter Verfügbarkeit von Impfstoffen -

https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Lieferengpaesse/Lieferengpaesse_node.html

 


20.05.2020

Zweite MMR bzw. MMRV – Impfung bei berufsbedingter Indikation nunmehr Kassenleistung

Ab 15. Mai kann auch die von der Stiko empfohlene zweite MMR Impfung bei berufsbedingter Indikation zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden (89301V/erste Impfung und 89301W/zweite Impfung).  Bei zusätzlicher berufsbedingter Indikation zur Varizellen Impfung kann alternativ auch die zweite MMRV Impfungen abgerechnet werden (89401V bzw. 89401W).

 

Ziel der Stiko – Empfehlung ist, dass für jede Impfstoffkomponente (Masern–Mumps–Röteln) mindestens eine 2-malige Impfung dokumentiert ist.

 

  • Personen ohne frühere Lebendimpfung gegen MMR oder mit unklarem Impfstatus sollen zweimal im Abstand von mindestens 4 Wochen geimpft werden;

  •  Personen, die bisher nur einmal gegen Masern, Mumps oder Röteln geimpft worden sind, sollen eine zusätzliche MMR-Impfung im Abstand von mindestens 4 Wochen zur vorangegangen Impfung erhalten (1).

Ausnahme: für den Schutz gegen Röteln bei Männern reicht eine MMR – Impfung aus, fehlt aber zusätzlich auch der Masernschutz, sind zwei MMR Impfungen notwendig.

 

Achtung: Stiko empfiehlt M-M-R Impfungen nur für Personen, die nach 1970 (ab 01.01.1971) geboren wurden.

 

(1)    Epidemiologisches Bulletin 2/2020 

 (2)  Ablaufschema MMR bzw. MMRV – Impfung bei berufsbedingter Indikation


24.04.2020

Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bittet Ärzte um Teilnahme an Studie zur Gürtelrose nach Impfung mit Shingrix ®

Ärzte werden gebeten, das PEI zu kontaktieren, wenn Patienten einen Herpes Zoster (Gürtelrose) oder bullöse Hautveränderungen in engem zeitlichen Abstand nach einer Shingrix-Impfung entwickeln. Darüber hinaus sollen möglichst Proben vom Bläscheninhalt betroffener Patienten eingesendet werden. Das PEI bittet Ärzte zudem, den klinischen Verlauf bei betroffenen Patienten pseudonymisiert zu dokumentieren.

Die Kosten für die Dokumentation, die Versendung des Probenmaterials und die virologische und diagnostische Abklärung der Hautreaktionen im Labor übernimmt das PEI.

 

Hintergrundinformation

Das Paul-Ehrlich-Institut geht Verdachtsfällen nach, in denen bei Patienten nach einer Impfung mit dem Impfstoff Shingrix Herpes Zoster oder bullöse Hautreaktionen aufgetreten sind und startet deshalb eine Beobachtungsstudie. Ärzte werden gebeten, an dieser Studie teilzunehmen. In dieser Beobachtungsstudie soll geklärt werden, ob die Erkrankung auf eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) als potenzielle Nebenwirkung von Shingrix zurückzuführen ist. In einem Konsiliarlabor erfolgt nach Einsendung der Proben ein Nukleinsäurenachweis für VZV und Herpes-Simplex-Virus aus dem Bläscheninhalt sowie gegebenenfalls eine VZV-Typisierung.

 

Weitere Informationen sowie Ansprechpartner bei Fragen zur Studie finden Sie unter folgendem Link 



01.04.2020

Nachbestellung von Grippeimpfstoffen für die nächste Saison bis spätestens Ende April noch möglich!

Bitte prüfen Sie noch einmal kritisch Ihre bisher bestellte Menge an Grippeimpfstoffen für die Saison 2020/2021. Berücksichtigen Sie dabei, dass die Personengruppen, für die das RKI die Influenzaimpfung empfiehlt, möglichst vollständig geimpft werden sollten. Sollten Sie bisher noch keine Bestellung getätigt haben, sollte dies unbedingt nachgeholt werden. Da Firmen einen deutlich erhöhten Bedarf an Grippeimpfstoffen global registrieren, ist es besonders wichtig, ausreichende Mengen zu bestellen, damit im Herbst die dann benötigten Impfstoffdosen hier zur Verfügung stehen.

 

Das RKI hat darauf hingewiesen, dass nach Aussage der Impfstoffhersteller wohl noch nicht alle Arztpraxen Grippeimpfstoff für die Saison 2020/2021 bestellt haben, und darum gebeten, hierüber zu informieren und ggf. um schnellstmögliche (Nach-)Bestellung zu bitten.

 

Hintergrundinformation

Voraussichtlich ab Ende des Jahres muss neben SARS-CoV-2 mit den jährlich zirkulierenden Influenzaviren gerechnet werden. Um die zusätzliche Belastung unseres Gesundheitssystems dann möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass sich ab Oktober möglichst viele Menschen der empfohlenen Populationen gegen Influenza impfen lassen (Menschen über 60 Jahre und alle Menschen mit Vorerkrankungen). Diese Risikogruppen sind identisch mit denen, die besonders vor SARS-CoV-2 geschützt werden sollen. Die Grippeimpfung ist dann wichtig, um Doppelinfektionen zu vermeiden, aber insbesondere auch um die Inanspruchnahme von Ressourcen unseres Gesundheitssystems für impfpräventable Erkrankungen auf ein Minimum zu reduzieren.

 

Grippeimpfung 2020/2021 -Sitelink


 

 

 


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