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Verordnung

Kein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert, steht so hartnäckig im Fokus von Politik und Medien wie die Kosten für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Ein gigantisches Ausgabenvolumen und ein nahezu undurchdringliches Dickicht an Richtlinien, Gesetzen und Vorgaben setzen den Arzt zunehmend unter Druck.

Auf diesen Seiten finden Sie aktuelle Informationen, nützliche Tipps sowie alle wichtigen Regelungen, die Sie im Praxisalltag bei der Entscheidung zur Verordnung von Medikamenten, Hilfsmitteln und therapeutischen Maßnahmen unterstützen.

 

Information


20.03.2020

Ärzte und Apotheker in Hamburg aktivieren Notfallverfahren für Rezepte

Patienten, die aktuell nur verschreibungspflichtige Arzneimittel benötigen, werden gebeten, die dafür erforderlichen Rezepte - soweit möglich - telefonisch bei Ihrer Arztpraxis zu bestellen und von einem Besuch in der Arztpraxis abzusehen.
Ziel dieser Maßnahme ist es, zu einer Verminderung von nicht unbedingt notwendigen Kontakten insbesondere zu gefährdeten Berufsgruppen - und dazu gehören eben auch Ärzte und Apotheker - beizutragen. Die Arztpraxen faxen die Rezepte dann an die vom Patienten benannte (Stamm-)Apotheke).
Die Apotheke wird sich von der Echtheit der Verschreibung durch geeignete Maßnahmen überzeugen und die Medikamente an die Patienten ausgeben. Sofern die Apotheke einen Botendienst anbietet, kann dieser im dringenden Versorgungsfall oder bei Quarantäne genutzt werden, um die Patienten zu versorgen. Notwendige Beratungen werden auf telefonischem Wege durchgeführt. Voraussetzung dafür ist, dass der Patient mit seiner Apotheke Kontakt aufnimmt und das weitere Vorgehen abklärt.

CAVE: Bei BTM - oder T- Rezepten bedarf es vorab der individuellen Absprache zwischen Praxis und Apotheke!

 


28.02.2020

Hamsterkäufe bei Arzneimitteln, Mundschutz und Desinfektionsmitteln

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie auf folgendes Problem hinweisen. Im Moment bitten Patienten ihren Arzt vermehrt um die Verordnung größerer Mengen ihrer Arzneimittel in der verständlichen Hoffnung, die Folgen der evtl. im Zuge der Coronainfektionen befürchteten Lieferschwierigkeiten für sich selbst abzumildern. Hintergrund ist die Sorge, dass die umgreifende Coronavirusinfektion noch weitere Probleme bei der Lieferung mit Arzneimittel verursachen könnte. Sei es durch mangelnde Herstellung (Produktionsstandort China) oder aufgrund der dann gehäuften Erkrankungen. Dieses nachvollziehbare Verhalten verschärft aber die Probleme, die aufgrund der unvermeidbaren Lieferprobleme sowieso schon entstehen.

 

Wir appellieren deshalb an ihr Verantwortungsbewusstsein und empfehlen ihnen dringend, außer in begründeten Ausnahmefällen, diesen Wünschen nicht nachzukommen. Diese Problematik lässt sich auch nicht durch die Verordnung auf einem Privatrezept lösen.

 

In Absprache mit dem Hamburger Apothekerverein, bitten wir Sie von Vorratsverordnungen abzusehen, um die Situation nicht weiter zu verschärfen. Auch sollten Sie Ihre Patienten darüber aufklären, dass der Kauf von beispielsweise Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln für Privathaushalte in der aktuellen Situation – bis auf besondere Fälle -  wenig nützlich ist. So kann der Mundschutz nur bei bereits erkrankten Patienten helfen, die Übertragung auf andere zu verhindern.

 

Die Hamsterkäufe von Mundschutz, Atemmasken und Desinfektionsmitteln führen dazu, dass diese dort knapp werden, wo sie dringend gebraucht werden: in Kliniken, Arztpraxen und auch in Apotheken, die für die Zytostatika Versorgung und parenterale Ernährung zuständig sind.

 


24.02.2020

Rückruf von Emerade®-Pen: Vorgehen bei Ersatzverordnung

Aktuell informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung über das Vorgehen, wenn ein Patient aufgrund des Rückrufes des Emerade®-Pen („Rote Hand-Brief" vom 20.02.2020) eine sogenannte „Ersatzverordnung“ benötigt. Hintergrund ist eine Regelung, die auf das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) vom August 2019 zurückgeht. Danach sind Ersatzverordnungen auf Grund eines Arzneimittelrückrufs oder einer von der zuständigen Behörde bekannt gemachten Einschränkung der Verwendbarkeit im Rahmen einer möglichen Wirtschaftlichkeitsprüfung nach § 106b SGB V als Praxisbesonderheit zu berücksichtigen und für den Patienten ist diese erneute Verordnung zuzahlungsfrei. Sollte er in diesem Fall die Zuzahlung bereits geleistet haben, ist diese dem Versicherten auf Antrag von der Krankenkasse zu erstatten (§ 31 Abs. 3 SGB V). Die Krankenkassen haben für diese Ersatzverordnungen einen Erstattungsanspruch gegenüber dem pharmazeutischen Unternehmer (§ 131a SGB V).

 

Die dafür notwendigen Anpassungen im Bundesmantelvertrag -Ärzte zur erneuten Verordnung eines mangelfreien Arzneimittels sowie zur Kennzeichnung der entsprechenden Ersatzverordnungen befinden sich derzeit noch in der Abstimmung mit dem GKV-Spitzenverband. Aufgrund des oben genannten Rückrufs hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband nun kurzfristig auf eine Übergangsregelung verständigt: Auf der Ersatzverordnung darf nur das Arzneimittel verordnet werden, das das zurückgerufene ersetzt. Über der Verordnungszeile ist vom Arzt „Ersatzverordnung wegen Rückruf Emerade®“ aufzutragen

 

Rote Hand Brief vom 20.02.2020

 


28.01.2020

Das Ausstellen von Wiederholungsrezepten ist noch nicht möglich

Laut Gesetz können Vertragsärzte ab 1. März 2020 für Versicherte, die eine kontinuierliche  Arzneimittelversorgung mit einem bestimmten Arzneimittel benötigen, Wiederholungsverordnungen ausstellen. Nach der Erstabgabe soll eine bis zu dreimalige Wiederholungsabgabe erlaubt sein. Das Wiederholungsrezept ist 1 Jahr gültig und darf in diesem Zeitraum beliefert und abgerechnet werden.

 

Ob ein solches Rezept sinnvoll ist oder nicht, entscheidet der Arzt im Einzelfall. Ein vertretbarer Fall wäre z.B. wenn der Patientenkontakt ausschließlich dem Ausstellen eines neuen Rezeptes dient. Vorsicht ist geboten bei Arzneimitteln, die einer regelmäßigen Kontolluntersuchung bedürfen. Hier darf das Dauerrezept nicht dazu führen, dass nötige Therapieanpassungen verzögert werden.

 

Die Wiederholungsverordnungen müssen besonders gekennzeichnet werden. Wie die Umsetzung in der Praxis aussehen soll, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt. Viele offene Punkte sind zu bedenken und die Verhandlungen gestalten sich schwierig. Sobald es weitere Informationen zur Umsetzung gibt, werden wir hier informieren.

 


 

23.01.2020

Wirkstoffvereinbarung für 2020 - Zielquoten bei den Biosimilarzielen wurden erhöht, ein Biosimilarziel ist hinzugekommen, Rabattarzneimittel zählen bei den DOAK’s (Ziel Nr. 25.2.) nicht mehr positiv

Im Mittelpunkt der Anpassung der Wirkstoffvereinbarung stand für dieses Jahr eine Erhöhung der Biosimilaranteile in den jeweiligen Zielen (z.B. Epo’s, Gn-RH- Analoga, TNF alpha Blocker). Die Forderung der Kassen nach Anhebung der Zielquoten in diesem Bereich konnte auf ein vernünftiges Maß begrenzt werden. Neu hinzugekommen ist ein Biosimilarziel für die monoklonalen Antikörper Rituximab und Trastuzumab. 

 

Biosimilarziele der Wirkstoffvereinbarung 2020

Ziel

Hamburgweite Zielquote 2020

Leitsubstanz/Empfehlung vorrangige Verordnung von Biosimilars

Nr. 24: Andere Antianämika* (Epos’s)

65,0%

wie bisher

Nr. 26: Gn-RH-Analoga

57,5%

wie bisher

Nr. 27 G-CSF

75,0%

wie bisher

Nr. 29: TNF alpha Blocker*

50,0%

wie bisher

NEU: Nr. 31: Monoklonale Antikörper*

Trastuzumab (z.B. Herceptin®)

Rituximab (z.B. Mabthera®)

65,0%

Trastuzumab: Herzuma®, Kanjinti®, Ontruzant®, Trazimera®, Ogivri®

Rituximab:   Truxima®, Rixathon®

 

* Rabattierte Originalpräparate dienen nicht der Zielerreichung!

 

Sonstige Anpassungen der Vereinbarung

  • Die Regelung, dass Generika, deren Preise über dem Festbetrag liegen, als Original zählen, wurde gestrichen, da in einigen Fällen das Fehlen günstigerer Alternativen für Probleme sorgte.
  • Im Ziel der DOAK’s (25.2.) zählen Rabattverträge nicht mehr positiv. Trotz Rabattverträgen mit einzelnen Krankenkassen werden die Verordnungen von Xarelto® oder Pradaxa® nicht mehr als wirtschaftlich im Sinne der Wirkstoffvereinbarung gewertet. Da diese Änderung deutlichen Einfluss auf die Zielerreichung hat, konnten wir eine Absenkung des Zielwertes von derzeit 70% auf 56% vereinbaren. Diese Änderung tritt im Gegensatz zu den anderen Änderungen erst am 01.April 2020 in Kraft.
  • Der Migräneantikörper Erenumab (Aimoviq®) ist seit dem 15. Dezember 2019 ab dem ersten Behandlungsfall bundesweite Praxisbesonderheit. Nach den Regeln der Vereinbarung wird das Präparat deshalb seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr im Ziel Nr. 1 Analgetika erfasst.

 


 

18.12.2019 / -Information

Verordnung Häuslicher Krankenpflege über den Jahreswechsel

Der Zentralverband Hamburger Pflegedienste hat mitgeteilt, dass alle Kassen/Kassenverbände einer Regellung für das Ausstellen und Einreichen der Verordnungen für das erste Quartal 2020 zugestimmt haben. Anerkannt werden Verordnungen für den Zeitraum ab dem 01. Januar 2020 mit Ausstellungsdatum ab 09. Dezember 2019 unter der Voraussetzung, dass diese im Dezember 2019 bei der zuständigen Krankenkasse eingehen. Die Fristen für die vorläufige Kostenzusage gemäß §3 des Vertrages nach 132a Abs. 2 SGB V bleiben hiervon unberührt. Verordnungen, die spätestens am 31. Dezember 2019 ausgestellt werden, werden ab dem 01. Januar 2020 nur dann anerkannt, wenn diese den Eingangsstempel der jeweiligen Krankenkasse bis 06. Januar 2020 tragen. Bei einem Ausstellungsdatum vom 02. bis zum 06. Januar 2020 für Verordnungen ab dem 01. Januar 2020 ist auf der jeweiligen Verordnung anzugeben, dass die Arztpraxis bis zum vorhergehenden Werktag- außer Samstag- geschlossen war.

 


Lipödem ab Januar 2020 besonderer Verordnungsbedarf

Zum 1. Januar wird die Diagnose Lipödem auch ohne Vorliegen eines Lymphödems als Indikation für eine manuelle Lymphdrainage in die Heilmittel-Richtlinie aufgenommen. Gleichzeitig wird das Lipödem Stadium I - III als Indikation in die Diagnoseliste der besonderen Verordnungsbedarfe aufgenommen. Die Aufnahme wird zunächst bis zum 31. Dezember 2025 befristet. Weitere Informationen sind beim G-BA abrufbar oder auf der Homepage der KBV.

 


15.11.2019

Ab sofort ist die Einrichtung von Psychosomatischen Institutsambulanzen möglich, an die Vertragsärzte Patienten künftig überweisen können.

Durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) wurden auch psychosomatische Krankenhäuser sowie psychiatrische und Allgemeinkrankenhäuser mit selbstständigen, fachärztlich geleiteten psychosomatischen Fachabteilungen für die ambulante psychosomatische Versorgung ermächtigt (vgl. § 118 SGB V). Diese neuen Einrichtungen („Institutsambulanz nach § 118 Absatz 3 SGB V“) können lediglich an Krankenhäusern entstehen, an denen es bislang noch keine Psychiatrische Institutsambulanz gibt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband haben nun in der Vereinbarung zu Psychiatrischen Institutsambulanzen Anforderungen an Psychosomatische Institutsambulanzen geregelt.

Wer darf überweisen?
Die Institutsambulanzen nach § 118 Absatz 3 SGB V können grundsätzlich nur auf Überweisung in Anspruch genommen werden. Überweisen dürfen:

  • Fachärztinnen und Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Ärztliche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Die Überweisung muss jährlich erneuert werden.

Welche Patientinnen und Patienten dürfen überwiesen werden?
Patientinnen und Patienten mit untenstehenden Diagnosen können künftig für eine Behandlung in der Psychosomatischen Institutsambulanz überwiesen werden. Voraussetzung ist, dass eine begleitende, damit pathogenetisch verbundene somatische Diagnose besteht, die eine Kombinationsbehandlung beider Erkrankungsanteile erfordert:

  • F32 Depressive Episode
  • F33 Rezidivierende depressive Störung
  • F34 Anhaltende affektive Störungen
  • F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
  • F60 Spezifische Persönlichkeitsstörungen
  • F61 Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen
  • F62 Andauernde Persönlichkeitsänderungen
  • F63 Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
  • F64 Störung der Geschlechtsidentität

Zudem können Patientinnen und Patienten mit folgenden Diagnosen auch ohne verbundene somatische Diagnose überwiesen werden:

  • F44 Dissoziative Störungen
  • F45 Somatoforme Störungen

In der Psychosomatischen Institutsambulanz sollen diejenigen Patientinnen und Patienten versorgt werden, die aufgrund Art, Dauer oder Schwere ihrer Erkrankung in den vertragsärztlichen Praxen nicht erfolgreich behandelt werden können, insbesondere dann, wenn eine multimodale Behandlung erforderlich ist, die nur von einem hochspezialisierten und multiprofessionellen Team durchgeführt werden

Die Vereinbarung ist auf der Internetseite der KBV abrufbar. Die spezifischen Anlagen für die Psychosomatischen Institutsambulanzen finden Sie zur besseren Übersicht auch einzeln hier.

 


24.10.2019

Zulassungsbehörden informieren über Lieferengpässe

Die KV Hamburg erreichen vermehrt Anfragen aus Praxen zu nicht verfügbaren Arzneimitteln, zusammen mit der Bitte um frühzeitige Information unserer Vertragsärzte. Aktuell betrifft dies vor allem Produkte mit dem Wirkstoff Venlafaxin. Eine zeitnahe, verlässliche und vor allem umfängliche Information aller Teilhaber im Gesundheitswesen (Ärzte, Apotheken, Versicherte) über das Ausmaß der Lieferengpässe einzelner Medikamente ist wünschenswert, doch kann derzeit von keiner zuständigen Stelle in Deutschland angeboten werden.

 

Für die pharmazeutischen Unternehmer (pU) besteht bisher alleine eine Selbstverpflichtung zur Anzeige von Lieferengpässen an das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) bzw. für Biologika an das PEI (Paul-Ehrlich-Institut). Ein Lieferengpass ist hier definiert als „eine über voraussichtlich 2 Wochen hinausgehende Unterbrechung einer Auslieferung im üblichen Umfang oder eine (unerwartete) deutlich vermehrte Nachfrage, der nicht angemessen nachgekommen werden kann.“ Die Listung bzw. Nicht-Listung eines Lieferengpass lässt hierbei leider keinen direkten Rückschluss auf die tatsächliche Verfügbarkeit am Markt zu: Auf der einen Seite können Engpässe bestehen, ohne dass sie in den Datenbanken gelistet sind (Bsp. Meldung ist für pU keine Pflicht, Regionale Verteilungsprobleme, Wirkstoff gilt nicht als versorgungsrelevant). Auf der anderen Seite ist ein gelisteter Lieferengpass nicht zwingend gleichbedeutend mit einem Versorgungsproblem (Bsp. Regionale Bevorratung kompensiert Engpass, Verfügbarkeit von Alternativen gegeben).

 

Die KV Hamburg kann daher Ihren Mitgliedern keine weiteren Informationen zur Verfügung stellen und verweist auf die in den öffentlich zugänglichen Datenbanken enthaltenen Angaben. Diese finden Sie auf der Seite des BfArM bzw. auf der Seite des PEI.


 
 

 


 




 


 


 






 

 

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