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Verdacht auf Arzneimittelmissbrauch

Manchmal wünschen in der Praxis nicht bekannte Patienten Arzneimittel, bei
denen Missbrauch befürchtet werden muss (z.B. Opioide, Benzodiazepine, Pregabalin).  Patienten behaupten in solchen Fällen oftmals, es gebe einen behandelnden Arzt, dessen Praxis wegen Krankheit oder Urlaub aber
gerade geschlossen sei. Bitte erfragen Sie in solchen Fällen genau, wer diese Arzneimittel mit welcher Indikation und welcher Dosierung verordnet hat. Überprüfen Sie gegebenenfalls die Behauptung, dass die Praxis geschlossen ist, durch einen Telefonanruf.

Wenn Sie den Verdacht auf einen Arzneimittelmissbrauch haben, dürfen Sie die gewünschten Arzneimittel weder auf einem Kassen- noch auf einem Privatrezept verordnen. Das wäre ein Verstoß gegen die Berufsordnung: nach §7 Absatz 8
der Berufsordnung darf einem Missbrauch von Arzneimitteln nicht Vorschub geleistet werden. Damit in solchen Fällen andere ärztliche Kolleginnen und Kollegen
vor einer Verschreibung gewarnt werden,bitten wir um Mitteilung. Dafür steht ein  Meldebogen zur Verfügung.

 Für den Umgang mit arzneimittelabhängigen Patienten beachten Sie bitte auch die gemeinsame Handlungsempfehlung von Ärztekammer, Kassenärztlicher Vereinigung und Apothekerkammer Hamburg zur Verordnung von Benzodiazepinen.  Sie können sich außerdem an die Krankenkasse wenden; diese darf die Ärzte informieren, die
bereits an den Patienten verschrieben haben.

 

Gerne beantworten unsere Fachberater Ihre Fragen zu diesem Thema persönlich.

040-22802-571 bzw. -572 (Sekretariat)

  praxisberatung@kvhh.de

 

 


 

Hinweise auf Patienten mit Verdacht auf Arzneimittelmissbrauch


 

Meldung vom 12. Mai 2020

38j. Patient, versichert bei der AOK Rheinland-Hamburg, häufige Einforderungen von Verordnungen von Codein und Tramadol, auch auf Privatrezepten.

 


 

Meldung vom 13. Mai 2020

48j. Patient, versichert bei der AOK Rheinland-Hamburg, gibt eine Angststörung an,  hat aus mehreren Praxen in ca. 2 Monaten mindestens  600 Tbl. Pregabalin 300 bekommen. Eine  Substitutionsbehandlung ist außerdem bekannt.


 

Ergänzende Meldung einer Arztpraxis vom 27. Dezember 2019

U.g. Patient gibt an, beim behandelnden Neurologen keinen Termin zu bekommen. Er legte auffällige Krankenhausberichte aus Lüneburg vor. Eine Nachfrage ergab, dass der Patient dort nicht bekannt ist. Vorbehandelnde Ärzte berichteten von Rezeptdiebstahl und -fälschung.

Meldung einer Apotheke vom 2. Dezember 2019

Ein 40-jähriger Patient, versichert bei der AOK Rheinland/Hamburg, wohnhaft im PLZ-Bezirk 22111, legt in der Apotheke häufig Rezepte über Rivotril vor, die nur vom ärztlichen Notdienst ausgestellt wurden. In der Apotheke gibt er an, er leide an Epilepsie.