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Hilfsmittel

Neben der Versorgung mit Arznei-und Verbandmitteln sowie Heilmitteln haben Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Anspruch auf Versorgung mit Hilfsmitteln (§33 SGB V). Hilfsmittel sind sächliche medizinische Leistungen wie

  • Seh – und Hörhilfen
  • Körperersatzstücke
  • Orthopädische und andere Hilfsmittel

Alle Details zur Verordnung von Hilfsmitteln sind in den Hilfsmittelrichtlinien geregelt. Ergänzend zur Richtlinie erstellt der Spitzenverband Bund der Krankenkassen gemäß § 139 SGB V ein systematisch strukturiertes Hilfsmittelverzeichnis, in dem von der Leistungspflicht umfasste Hilfsmittel aufgeführt sind. Die Aufnahme von Produkten in das Hilfsmittel- oder Pflegehilfsmittelverzeichnis erfolgt auf Antrag der Hersteller. Das Hilfsmittelverzeichnis ist nicht bindend im rechtlichen Sinne, allerdings entfaltet es eine "marktsteuernde" Wirkung. Es liefert umfassende Informationen zur Leistungspflicht der Krankenkassen sowie über die Art und Qualität der am Markt erhältlichen Produkte.

 

Bitte achten Sie darauf, dass die Verordnung von Hilfsmitteln nicht zusammen mit Arzneimitteln erfolgt, sondern auf einem getrennten Rezept unter entsprechender Kennzeichnung des Feldes 7. Das Wirtschaftlichkeits­gebot im Hinblick auf die Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit einer Versorgung mit Hilfsmitteln gilt ebenso wie bei der Verordnung von Arzneimitteln. Gemäß den Hilfsmittelrichtlinien kann der Arzt bei der Verordnung entweder die Produktart oder die entsprechende siebenstellige Positionsnummer angeben. Das Einzelprodukt wird dann durch den Fachhandel nach Maßgabe der mit den Krankenkassen abgeschlossenen Verträge zur wirtschaftlichen Versorgung ausgewählt.

 

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Information


20.09.2019 / -Informationen

Sehhilfen für Erwachsene: Beschluss des G-BA in Kraft

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), dass zur Folgeversorgung mit Sehhilfen bei Erwachsenen mit schwerer Sehbeeinträchtigung künftig kein Arztvorbehalt mehr besteht, wurde vom BMG nicht beanstandet. Die Veröffentlichung im Bundesanzeiger erfolgte am 12. September. Damit ist der Beschluss vom 20. Juni 2019, der gegen das Votum von KBV und Patientenvertretung gefasst wurde, nun rechtskräftig.

 

Eine ärztliche Verordnung für die Versorgung mit einer Sehhilfe  zur Verbesserung der Sehschärfe auf Muster 8 zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung ist weiterhin notwendig bei:

  • Kindern und Jugendlichen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres,
  • Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und eine Sehbeeinträchtigung bei bestmöglicher Brillenkorrektur auf beiden Augen mindestens der Stufe 1 (ICD 10-GM 2017) aufweisen. Diese Sehbeeinträchtigung ist dann gegeben, wenn der Visus bei bestmöglicher Korrektur mit einer Brille auf dem besseren Auge < 0,3 beträgt oder das beidäugige Gesichtsfeld < 10 Grad bei zentraler Fixation ist,
  • Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und auf mindestens einem Auge einen Refraktionsfehler von > 6,25 Dioptrien bei Myopie oder Hyperopie oder von > 4,25 Dioptrien bei Astigmatismus aufweisen. Dabei gilt immer die benötigte Fernrefraktion mit einer Brille, auch dann, wenn eine Kontaktlinsenversorgung vorgenommen werden soll.

Folgeversorgung zur Verbesserung der Sehschärfe
Soweit eine Folgeversorgung mit einer Sehhilfe zur Verbesserung der Sehschärfe aufgrund einer erneuten ärztlichen Diagnostik erforderlich wird oder weil eine Therapieentscheidung notwendig ist, ist eine ärztliche Verordnung auszustellen, insbesondere für:

  • Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres und
  • Versicherte, die eine Sehbeeinträchtigung bei bestmöglicher Brillenkorrektur auf beiden Augen mindestens der Stufe 1 aufweisen.

In diesen beiden genannten Fällen ist dann keine erneute ärztliche Verordnung erforderlich, wenn eine Ersatzbeschaffung aufgrund von Verlust oder Bruch innerhalb von 3 Monaten nach der Verordnung notwendig wird.

 


16.10.2018 

Hilfsmittel-Richtlinie: Erweiterung des Anspruchs auf Übertragungsanlagen und weitere Änderungen

Wir möchten Sie über einige Änderungen der Hilfsmittel-Richtlinie informieren, die am 3. Oktober 2018 in Kraft getreten sind. Damit werden insbesondere die Verordnungsmöglichkeiten von Übertragungsanlagen erweitert und an die aktuelle Rechtsprechung angepasst. Nähere Informationen finden Sie im  PDF-Dokument.