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09.02.2011

Kein Geld für Hausbesuche!

Hausärzte sollen den geplanten Honoraranstieg für Hausbesuche aus eigener Tasche zahlen

Eine echte Mogelpackung ist der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Erhöhung des Honorars der Hausärzte für Hausbesuche. Diese auf Bundesebene beschlossenen angebliche Verbesserung der Honorierung für Haus- und Heimbesuche wird in der Hansestadt nicht ankommen.  Der Grund: Die Hausärzte müssten diese Honorarverbesserung aus eigener Tasche finanzieren – was angesichts der knappen Mittel gar nicht  möglich ist. „Wir müssen die zusätzlichen Gelder bei den Krankenkassen einfordern“, kündigte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Dieter Bollmann, an.

Seit Jahren verlangt die KV Hamburg eine Verbesserung der Honorierung für die Hausbesuchstätigkeit eines Hausarztes. Maximal 15,40 Euro erhält er derzeit  für den Besuch eines Patienten in dessen Wohnung oder im Pflegeheim. Doch nur die AOK Rheinland/Hamburg war bislang bereit, die Hausbesuchstätigkeit  deutlich besser zu honorieren – im Rahmen des mit der KVH vereinbarten Vertrages zahlt die AOK insgesamt 30 Euro.

Ab 1.April soll ein Arzt für einen Hausbesuch 21 Euro erhalten. Allerdings soll er diese Aufstockung selbst finanzieren, da das zusätzliche Geld aus der allgemeinen Behandlungspauschale entnommen werden soll. „Das ist das System ‚rechte Tasche – linke Tasche’“, kommentiert Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorsitzender der Vertreterversammlung, diesen Beschluss der Bundesebene, „eine echte Mogelpackung.“ „So können wir den Beschluss nicht umsetzen“, fasst Bollmann erste Hochrechnungen zu den Auswirkungen in Hamburg zusammen, „denn dann hätten wir noch nicht einmal mehr ausreichend Geld, um die Grundversorgung zu finanzieren.“ Hofmeister erinnerte daran, dass Beschlüsse der Bundesebene in den vergangenen Monaten mehrfach dazu geführt hatten, dass der hausärztlichen Versorgung Gelder entzogen wurden: „Die nehmen einfach keine Rücksicht auf unsere spezielle Versorgungssituation.“

Deshalb sei es dringend notwendig, dass die Honorarkompetenz wieder in die Region zurückverlagert werde.