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04.10.2012

Kein Ende des Impfchaos in Sicht!

Das Impfchaos in Hamburg ist entgegen den Beteuerungen der Krankenkassen nicht beendet – und die Kassen weigern sich nach wie vor, als einzig mögliche Konsequenz die Impfstoffe freizugeben. Dieses Fazit zogen der Hamburger Apothekerverein und die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg am Donnerstag: „Offensichtlich genügte den Kassenvertretern die tröpfchenweise erfolgte Anlieferung von minimalen Bruchteilen an einige bevorzugte Apotheken als Feigenblatt für ihr vertragliches Missmanagement.“, sagt der Vorsitzende des Apothekervereins, Dr. Jörn Graue.

Für die vergangene (39.) Woche hatten die Krankenkassen zugesagt, dass freigegebener Impfstoff in ausreichender Menge in den Apotheken und Arztpraxen zur Verfügung stehe. Am letzten Tag dieser Woche (Samstag, 29.9.) waren lächerlich geringe Mengen in einigen wenigen Apotheken erhältlich. Am Montag, 1.10., hatten die Kassen in einer Presseerklärung mitgeteilt, die „flächendeckende Grippeschutzimpfung kann ab sofort beginnen“. Dies ist definitiv falsch, denn am Dienstag und heute sind weiterhin nur geringe Mengen an die Apotheken geliefert worden. Einen Überblick, wo welcher Impfstoff in welcher Menge verfügbar ist, haben die Beteiligten zwar nicht, aber eine „flächendeckende Grippeschutzimpfung“ ist auch derzeit noch nicht möglich. Graue: „Das Ganze hat den Charakter von Losgewinnen und ist ein unwürdiges Spiel für Versicherte, Apotheker und Ärzte.“

Apotheker und Ärzte fordern weiterhin, dass die Krankenkassen endlich die Impfstoffe freigeben. „Es kann doch nicht sein, dass ökonomisches Kalkül vor Versorgung geht“, begründet Walter Plassmann, stellvertretender Vorsitzender der KV Hamburg, diese Forderung, „die Kassen wiegen ihre Versicherten in der falschen Hoffnung, nun könne geimpft werden und wenn der Arzt ihnen sagen muss, dass er nach wie vor keinen Impfstoff hat, lassen sie ihren verständlichen Frust an ihm aus.“ Die zynische Einstellung der Krankenkassen-Funktionäre belege ein weiteres Mal, dass ihnen die Verantwortung für die medizinische Versorgung der Bevölkerung nicht übertragen werden dürfe. Graue ergänzt: „Klassenziel verfehlt. Wir wünschen uns, dass die Kassen aus diesem unrühmlichen Prozedere den einzig vernünftigen Schluss ziehen, in Zukunft wenigstens bei Impfstoffen auf Ausschreibungen zu verzichten.“