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11.10.2012

Jetzt geht es um Hamburg: Ärzte fordern rund 10 Prozent mehr Honorar

Mit einem Forderungspaket in Höhe von rund zehn Prozent gehen die Hamburger Ärzte und Psychotherapeuten in die Vertrags-verhandlungen für die medizinische und psychotherapeutische Versorgung für die Bevölkerung der Hansestadt. In der heute beginnenden Verhandlungsrunde für 2013 hat die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg drei Kernforderungen aufgestellt.

Die vollständige Bezahlung der psychotherapeutischen Leistungen, eine Förderung der haus- und fachärztlichen Basisversorgung sowie eine Rückkehr zu den Honorarstrukturen, die in 2008 gegolten hatten und durch zentralistische Entscheidungen der Bundesebene abgeschafft worden waren.

Walter Plassmann, stellvertretender Vorsitzender der KV und Verhandlungsführer, nannte die Forderungen moderat: „Es gibt kein anderes Bundesland, das in den vergangenen Jahren derart von der durchschnittlichen Honorarentwicklung abgekoppelt war wie Hamburg. In der ambulanten Versorgung müssen wir einen großen Nachholbedarf decken.“ Wie absurd die Hamburger Situation sei, zeige allein die Tatsache, dass die KV darum kämpfen müsse, Honorarbedingungen wieder zu erhalten, die vor vier Jahren bereits gegolten hatten.

Von zentraler Bedeutung sei die Stärkung der haus- und fachärztlichen Basisversorgung: „Gerade die großen Praxen mit einem breiten Leistungsspektrum haben unter der Entwicklung der vergangenen Jahre gelitten, denn wer seinen Patienten viele Leistungen anbietet, hat hohe Kosten, aber die Kostenentwicklung ist in den Honorarvereinbarungen auf der Bundesebene unberücksichtigt geblieben“, sagte Plassmann und ergänzte, dies gelte auch für den am Dienstag gefundenen Kompromiss auf der Bundesebene.

Die Honorarverhandlungen müssen laut gesetzlicher Vorgabe bis 31. Oktober 2012 abgeschlossen sein. Die Hamburger Ärzte und Psychotherapeuten werden am 7. November in einer Vollversammlung über das Verhandlungsergebnis abstimmen.