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11.10.2012

Impfchaos im Norden offenbar beendet

Als längst überfälligen Befreiungsschlag haben die Kassenärztlichen Vereinigungen in Schleswig-Holstein und Hamburg die Freigabe anderer Grippeimpfstoffe bezeichnet. Die Krankenkassen teilten heute mit, dass sie den Exklusivvertrag mit dem Grippeimpfstoff-Hersteller Novartis aussetzen. Theoretisch können Ärzte nun auf Impfdosen anderer Hersteller zurückgreifen. Die spannende Frage ist aber: Stehen weitere Impfstoffe in ausreichender Menge überhaupt zur Verfügung? Angeblich werden die Vorräte anderer Hersteller in andere Bundesländer geliefert.

„Das ist erst einmal eine gute Nachricht für unsere Ärzte und Patienten“, sagte Dr. Monika Schliffke, die Vorstandsvorsitzende der KVSH. „Die Krankenkassen haben endlich die Notbremse gezogen.“

Die Kassenärztlichen Vereinigungen in Schleswig-Holstein und Hamburg hatten die Kassen mehrfach aufgefordert, das Impfstoff-Desaster zu beenden. Ärzte durften nur den von Novartis produzierten Rabatt-Impfstoff verwenden - andernfalls drohte ihnen ein Regress. Doch offensichtlich gab es Lieferschwierigkeiten. „Es lief wohl doch nicht alles so glatt, wie die Kassen im Norden immer wieder beteuerten“, sagte Walter Plassmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Hamburg. Jetzt gehe es darum, dass die Kassen ausreichend Ersatz-Impfstoff organisieren. Es dürfe keinen neuen Lieferengpass geben.

Mit Blick auf das kommende Jahr fordern die Kassenärztlichen Vereinigungen, das Bestellverfahren grundsätzlich zu überprüfen. In diesem Jahr hatten die Krankenkassen zum ersten Mal die Bestellung der Impfstoffe in eigener Regie übernommen und damit das seit Jahren gut funktionierende Impfmanagement der Ärzte abgelöst. „Wir müssen uns entscheiden, was uns wichtiger ist: Kosteneinsparungen oder die Gesundheit der Patienten“, so die Vorstände. „Für unsere Ärzte steht immer die medizinische Versorgung an erster Stelle“.