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30.08.2012

Honorarskandal: „Wir können nichts ausschließen“

„Dieser Schiedsspruch ist ein Schlag ins Gesicht jedes niedergelassenen Arztes und Psychotherapeuten.“ Mit diesen Worten kommentierte der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Walter Plassmann, die Entscheidung der Bundesgremien zur Anpassung der Preise für ärztliche Leistungen um 0,9 % in 2013.

„Im dritten Jahr hintereinander verlieren die Hamburger Ärzte real Geld – das werden wir nicht stillschweigend hinnehmen“, so Plassmann weiter. Er schloß nicht aus, daß die Überlegungen bis hin zu Streikmaßnahmen reichen könnten.

In Hamburg wurde in 2011 und 2012 die „Gesamtvergütung“ der Krankenkassen um lediglich 1,25 % heraufgesetzt. Die jetzt festgelegten 0,9 % für 2013 führen dazu, daß die Hamburger Ärzte und Psychotherapeuten im dritten Jahr in Folge Geld verlieren, denn diese „Zuwächse“ liegen unter der Inflationsrate. Dr. Stephan Hofmeister, der stellvertretende Vorsitzende der Vertreterversammlung, weist auf die Dramatik der Situation hin: „Da wir immer mehr Aufgaben erledigen müssen bei sinkenden Honoraren, kämpfen viele Praxen um die Existenz.“ Besonders betroffen seien die Haus- und Fachärzte, die die wohnortnahe Versorgung sicherstellen.

Der KV-Vize weist darauf hin, daß die Stimmung in der Hamburger Ärzteschaft schlecht ist. Die Ärzte fühlten sich im Stich gelassen und ausgenutzt: „Die Fallzahlen steigen kontinuier-lich an, was bedeutet, daß immer mehr Patienten zu immer weniger Geld versorgt werden sollen – diese Rechnung kann nicht aufgehen.“ Angesichts der Milliarden-Überschüsse der Krankenkassen könne der Spruch des Ausschusses nur als „Honorarskandal“ bezeichnet werden. Die KV werde in den nächsten Tagen und Wochen gemeinsam mit den ärztlichen Berufsverbänden die Situation beraten und ein Maßnahmenpaket beschließen.