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26.10.2010

Hamburgs Medizinversorgung ist kein Steinbruch für andere Bundesländer!

Mit zunehmender Sorge registriert die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) das Begehren anderer Bundesländer, auf Kosten der ambulanten medizinischen Versorgung in Hamburg eigene Probleme lösen zu wollen. „Mit dem platten Hinweis auf viele Ärzte in der Stadt wird der Zugriff auf Hamburger Ressourcen begründet“, erläutert KV-Vize Walter Plassmann, „dabei werden die spezifischen Aufgaben beispielsweise der Medizinmetropole Hamburg bewusst ignoriert.“ Die Folge werde sein, dass hochqualifizierte, leicht zugängliche Medizin künftig nur mit langen Wartezeiten oder überhaupt nicht mehr angeboten werden könne.

Zuletzt hatten mehrere Sozialminister gefordert, die ambulante medizinische Versorgung auf dem Land zu Lasten städtischer Gebiete zu verbessern. Zuvor waren die Hamburger Ärzte und Psychotherapeuten bereits von einem Honorarzuwachs in 2011 ausgeschlossen worden. Schließlich wird derzeit in Berlin an Plänen gearbeitet, auch mittel- und langfristig Gelder und Praxissitze aus der Hansestadt in andere Länder – vor allem Nordrhein-Westfalen und östliche Bundesländer – zu lenken.

KV-Vize Plassmann hat für diese Entwicklungen keinerlei Verständnis. „Mehr als ein Fünftel der Versorgungskapazität der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten stellen wir für Patienten von außerhalb Hamburgs zur Verfügung.“ Dadurch habe sich eine ambulante Versorgungsstruktur entwickeln können, die, aufsetzend auf einer breiten Basis, hoch- und höchstspezialisierte Leistungen anbiete – leichter Zugang und deutlich kürzere Wartezeiten als im stationären Bereich inbegriffen. „Von dieser Struktur profitieren die umliegenden Bundesländer“, erläutert Plassmann, „wenn sie zusammenbricht, sind lange Wege, lange Wartezeiten und höhere Kosten die Folgen.“

Plassmann verweist zudem darauf, dass auch heute schon die Niederlassung in unterversorgten Gebieten massiv gefördert werde – ohne dass dies erkennbare Erfolge gezeigt habe. Dies werde sich nicht dadurch ändern, dass gut gewachsene und bewährte Strukturen an anderer Stelle zerstört würden. „Wir appellieren deshalb eindringlich an die verantwortlichen Politiker in Hamburg, dem dreisten Zugriff auf die Hamburger Versorgung Einhalt zu gebieten“, fordert Plassmann. Die besondere Funktion der Medizinmetropole müsse endlich anerkannt und berücksichtigt werden. Hamburg sei kein Steinbruch für andere Länder.