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02.03.2010

Ablage P - Zum Positionspapier der HKG

„Völlig abwegig“, nennen Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery und KVH-Vize-Chef Walter Plassmann die Vorstellungen der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft zur Gesundheitspolitik. Montgomery dazu: „Die HKG hat in den vergangenen Jahren massiv an Bedeutung verloren und kämpft um eine Daseinsberechtigung.“ Dieser Kampf scheine momentan offenbar wichtiger zu sein als die Interessen von Patienten und der in den Kliniken beschäftigten Ärzte. Plassmann ergänzt: „Es ist schade, dass die HKG in bereits überwunden geglaubte Schützengräben zurückgefallen ist.“

Die KVH weist insbesondere das Ansinnen der HKG zurück, die Krankenhäuser für die ambulante Versorgung zu öffnen. „Das ist nicht zu Ende gedacht. Die HKG kann weder eine wohnortnahe Basisversorgung garantieren noch einen Notfalldienst“, kritisiert Plassmann. Die Ärztekammer weist vor allem die Forderung zurück, die Verantwortung für die ärztliche Weiterbildung möge an die Krankenhäuser übergehen: „Einmal davon abgesehen, dass man für die Umsetzung einer solchen Forderung etliche Gesetze ändern müsste, so ist sie inhaltlich auch unsinnig, denn die bestehende Regelung schützt vor Willkür“, so Montgomery.

Statt Zeit für ein solches Positionspapier zu verschwenden, sollte die HKG dafür sorgen, dass Krankenhäuser auf ihre hierarchischen Strukturen verzichten und stattdessen die von der Ärzteschaft wiederholt eingeforderten Teamarztmodelle endlich in die Tat umsetzen. Montgomery meint: „Neue Machtinstrumente für die Krankenhausverwaltungen sind kontraproduktiv.“ Das Fazit von KVH und Ärztekammer: „Dieses wenig fundierte und überhaupt nicht innovative Papier schnell wieder in den Schubladen  - besser im Papierkorb - verschwinden zu lassen.“