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25.09.2020

Start des Zi MVZ Panel 2020

In diesen Tagen werden bundesweit alle MVZ und gleichgestellte Einrichtungen angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen. Teilnahmeberechtigt sind Einrichtungen, die im Kalenderjahr 2019 über ein vollständiges Geschäftsjahr verfügen. Die Erhebung wird im Online-Verfahren durchgeführt. Mit dem Anschreiben des Zi erhalten die MVZ ihre jeweiligen Zugangsdaten.

Die Kooperationsform Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) wurde im Jahr 2004 in die Versorgungslandschaft eingeführt und gewinnt weiterhin an Bedeutung. Seitdem ist die Anzahl der MVZ stetig auf 3.173 im Jahr 2018 gestiegen. Im Vergleich zu 2017 bedeutet das einen Zuwachs von 12,5 Prozent mit steigendem Trend.

MVZ sollen in der Wissenschaft nicht unberücksichtigt bleiben
Seit zehn Jahren werden im Rahmen des bereits etablierten Zi-Praxis-Panels Versorgungs- und Kostenstrukturdaten von Arztpraxen jährlich erhoben. Zentrale Ergebnisse hieraus werden veröffentlicht und für Verhandlungen und für die wissenschaftliche Forschung genutzt. Aufgrund der oft fachübergreifenden Strukturkomplexität, die schwer durch ein Umfragedesign abbildbar war und ist, blieben MVZ lange unberücksichtigt. Die statistische Datenlage zu MVZ ist auch 16 Jahre nach Einführung nicht annähernd belastbar. Diese Lücke gilt es zu schließen.

Ziel des Zi-MVZ-Panels: repräsentative wissenschaftlich fundierte Datengrundlage
Mit der nunmehr dritten bundesweiten Befragung möchte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung das Datenfundament erweitern. Die Befragung widmet sich u.a. der Organisation-, Versorgung sowie Kooperationsstruktur. Darüber hinaus umfasst der Fragebogen Angaben zur wirtschaftlichen Lage, die bei hinreichendem Rücklauf, Aussagen zur Wirtschaftlichkeit ermöglichen. Insgesamt wurden in der laufenden Erhebung 3.665 MVZ und ihnen gleichgestellten Einrichtungen (§311 SGB V) angeschrieben.

Schwerpunktthema: Angestelltes Personal in MVZ
Erstmalig hat die Befragung mit „Angestelltes Personal in MVZ“ einen thematischen Schwerpunkt. Die Angaben zur Zusammensetzung des MVZ aus Vertragsärztinnen und Vertragsärzten sowie angestellten Ärzten und Psychotherapeuten, zu Problemen sowie Vorzügen hinsichtlich der Nachbesetzung und Personalgewinnung, zur Beschäftigung nicht-ärztlichen Personals und zu Beschäftigungsdynamiken sowie Altersstrukturen erlauben eine differenzierte Analyse.

92 Prozent der angestellten Ärztinnen und Ärzte sind in MVZ
Nach Angaben der KBV waren in 2018 rund 92 Prozent der Ärztinnen und Ärzte (18.011) angestellt. Davon nutzen 62 Prozent die Möglichkeit von flexiblen Arbeitsteilzeitmodellen. Medizinische Versorgungszentren bieten die Möglichkeit, als Angestellte in der ambulanten Versorgung zu arbeiten, ohne das unternehmerische Risiko einer eigenen Praxis tragen zu müssen.

MVZ-Jahresbericht und Feedbackbericht für teilnehmende Einrichtungen vorgesehen
Für ihre Teilnahme erhalten die MVZ eine finanziellen Ausgleich in Höhe von 350 Euro. Profitieren können sie zudem von einem Feedbackbericht, der auf Basis der Befragungs- sowie KV-Abrechnungsdaten erstellt wird. Dieser ermöglicht einen Vergleich zwischen den teilnehmenden Einrichtungen und gewinnt maßgeblich an Validität je mehr MVZ an der Erhebung teilnehmen. Weitaus ausführliche Auswertungen der Erhebungsdaten sowie der Abrechnungsdaten der Grundgesamtheit der MVZ soll nach Auswertung aller Daten in Form eines Jahresberichts veröffentlicht werden.