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08.07.2021

Neue Leistung ab 01.07.2021- Low-Dose-Rate Brachytherapie beim Prostatakarzinom

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte im September vergangenen Jahres beschlossen, die interstitielle LDR-Brachytherapie bei lokal begrenztem Prostatakarzinom mit niedrigem Risikoprofil in die Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der entsprechenden Richtlinie der vertragsärztlichen Versorgung aufzunehmen. Das Verfahren stellt für die Betroffenen eine Alternative zur äußeren Bestrahlung oder Entfernung der Prostata dar.

Die interstitielle Low-Dose-Rate-Brachytherapie (LDR-Brachytherapie) ist eine Bestrahlung, bei der umschlossene radioaktive Stoffe (Seeds) transperineal in die Prostata permanent implantiert werden. Voraussetzung für die Durchführung der interstitiellen LDR-Brachytherapie ist das Vorliegen eines lokal begrenzten, stanzbioptisch oder histologisch gesicherten Adenokarzinoms der Prostata mit niedrigem Risikoprofil, definiert als: PSA ≤ 10 ng/ml, Gleason 6, WHO-Grad 1 und cT-Kategorie 1c oder 2a.

 Alle fachlichen und organisatorischen Anforderungen hat der G-BA in einer sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsrichtlinie festgelegt. Beide Beschlüsse des G-BA sind am 8. Januar in Kraft getreten.

Nunmehr ist auch die Vergütung festgelegt worden. Folgende neue Leistungen wurden in den EBM aufgenommen: die Gebührenordnungsposition (GOP) 25335 (8432 Punkte / 938,01 Euro) für die interstitielle Low-Dose-Rate-Brachytherapie (LDR-Brachytherapie) mit permanenter Seed-Implantation und die GOP 25336 (1007 Punkte / 112,02 Euro) für die Postimplantationskontrolle und Nachplanung. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

 Die bei der LDR-Brachytherapie anfallenden Sachkosten wie implantierte Seeds und Implantationsnadeln sind nicht in den Leistungen enthalten und können gesondert abgerechnet werden. Die GOP sind von Strahlentherapeuten und Urologen berechnungsfähig, die über die für die LDR-Brachytherapie erforderliche Fachkunde verfügen und eine entsprechende Abrechnungsgenehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung haben.

Damit kann das Verfahren zur inneren Bestrahlung der Prostata ab 1. Juli zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt werden. Vorsorglich weisen wir daraufhin, dass der Beschluss des Bewertungsausschusses noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium steht.