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16.09.2021

Früherer Beginn der RSV-Saison macht ggf. längere RSV-Prophylaxe nötig

Das RKI hat KBV und GKV-Spitzenverband darüber informiert, dass die Wochenberichte der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) auf einen früheren Beginn der RSV-Saison hinweisen. Auch mehrere medizinische Fachgesellschaften haben am 31.08.2021 in einer gemeinsamen Erklärung auf dieses Risiko hingewiesen. Es werde davon ausgegangen, dass die Gründe dafür in den Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie im vergangenen Winter und dem damit einhergehenden Ausfall der RSV-Saison 2020/2021 liegen.  

Ein früherer Beginn der RSV-Saison kann es erforderlich machen, eine indizierte RSV-Prophylaxe gefährdeter Kleinkinder mit Palivizumab (Synagis®) zu einem früheren Zeitpunkt als in regulären Saisons zu beginnen. Ein früherer Beginn hat zur Folge, dass sich bis zum üblichen Abflauen der RSV-Saison im Frühjahr ein längerer Gabezeitraum als über die herkömmlichen 5 Monate ergibt. Fachinformation und Therapiehinweis des G-BA weisen einheitlich darauf hin, dass ein Nutzen hinsichtlich des Schutzes über 5 Dosen hinaus nicht gesichert ist. 

Daher hat die KV Hamburg sich u.a. unter dem Aspekt der Verordnungssicherheit für den Arzt mit dem Verband der Ersatzkassen in Hamburg sowie mit der AOK Rheinland/Hamburg hinsichtlich einer gemeinsamen Information abgestimmt. Es wird der Empfehlung des GKV-SV gefolgt, dass aufgrund der besonderen Umstände in der Saison 2021/2022 eine längere RSV-Prophylaxe als weitere Auswirkung der SARS-CoV-2-Pandemie nicht beanstandet wird und so eine nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte durchgeführte Prophylaxe ermöglicht wird. 

Sonstige Empfehlungen zur Gabe von Palivizumab ändern sich nicht. Täglich aktualisierte Diagramme zu RSV-Fällen im Rahmen der virologsichen Surveillance für Hamburg und Schleswig-Holstein sind abrufbar auf der Seite der AGI. Weitere Informationen zu RSV-Infektionen erhalten Sie im RKI-Ratgeber.