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02.11.2020

Erneut mehr Abrechnungsmöglichkeiten bei telefonischer Konsultation

Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen können ab dem 2. November wieder mehr telefonische Konsultationen berechnet werden. Hierzu werden die bereits im Quartal 2/2020 eingeführten Gebührenordnungspositionen 01433 und 01434 bis zum 31.12.2020 reaktiviert.

Wie in der Vergangenheit können die telefonischen Konsultationen nur bei bekannten Patienten abgerechnet werden. Bekannt bedeutet hierbei, dass sich der Patient in mindestens einem der zurückliegenden sechs Quartale in der Praxis in Behandlung befunden haben muss (2/2019 bis 3/2020). Denn nur dann ist davon auszugehen, dass dem Arzt bzw. dem Psychotherapeuten die Erkrankung des Patienten bekannt ist.

Zur sachgerechten Darstellung wurden für die einzelnen Arztgruppen unterschiedliche Gesprächskontingente festgelegt.

Die konkreten Abrechnungsbestimmungen sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. 

FachgruppenGOPErläuterungen
Psychotherapeuten, Neurologen, Nervenärzte, Psychiater, Kinder- und Jugend-psychotherapeuten/ -psychiater

GOP 01433 (154 Pkt./ 17,16 €) als Zuschlag zur GOP 01435 (88 Pkt./ 9,80 €) für die telefonische Beratung oder als Zuschlag zur Grundpauschale (GP)

 

Ø  bis zu 343,20 € pro Patient im Quartal zzgl. GOP 01435 bei ausschließlicher telefonischer Beratung (1x im BHF; 2x im BHF bei Kindern unter 12 J.) oder zzgl. GP bei persönlichem Kontakt oder Videosprechstunde 

§  Bis zu 20-mal im Arztfall für ein telefonisches Gespräch von min. 10 Min. Dauer (aufgrund einer Erkrankung) mit dem Patienten oder einer Bezugsperson (= max. 200 Min./Quartal)

 

§  Werden im selben Quartal persönliche Gespräche nach den GOP 14220, 16220, 21220, 22220 bzw. 23220 abgerechnet, so werden diese auf das Kontingent angerechnet (die GOP 01433 EBM kann entsprechend seltener abgerechnet werden)

 

§  Die GOP 01433 wird auch dann vergütet, wenn die Grundpauschale abgerechnet wurde

 

§  Im organisierten Not(-fall)dienst nicht berechnungsfähig

Hausärzte, Kinderärzte und Schmerztherapeuten

GOP 01434 (65 Punkte / 7,24 €) als Zuschlag zur GOP 01435 (88 Pkt./ 9,80 €) für die telefonische Beratung oder zur Versichertenpauschale (VP) (03000/04000) oder GP 30700

 

Ø  bis zu 43,44 € pro Patient im Quartal zzgl. GOP 01435 bei ausschließlicher telefonischer Beratung (1x im BHF; 2x im BHF bei Kindern unter 12 J.) oder zzgl. VP/GP bei persönlichem Kontakt oder Videosprechstunde 

§  Bis zu 6-mal im Arztfall für ein telefonisches Gespräch von min. 5 Min. Dauer (aufgrund einer Erkrankung) mit dem Patienten oder einer Bezugsperson (= max. 30 Min./Quartal)

 

§  Die GOP 01434 fließt bei Haus- und Kinderärzten in das Budget für die Gesprächsleistungen (GOP 03230, 04230, 04231) ein, sofern im gleichen Fall eine Versichertenpauschale, aufgrund eines persönlichen Arzt-Patienten-Kontaktes, in Ansatz gebracht wird.

 

§  Die GOP 01434 wird auch dann vergütet, wenn die VP oder GP abgerechnet wurde

 

§  Im organisierten Not(-fall)dienst nicht berechnungsfähig

Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, fachärztliche Internisten, Orthopäden, FÄ für Sprach-, Stimm-, und kindliche Hörstörungen, Urologen

GOP 01434 (65 Punkte / 7,24 €) als Zuschlag zur GOP 01435 (88 Pkt./ 9,80 €) für die telefonische Beratung durch einen Arzt

Ø  bis zu 36,20 € + 9,80 € pro Patient im Quartal bei ausschließlicher telefonischer Beratung

§  bis zu 5-mal im Arztfall für ein telefonisches Gespräch von min. 5 Min. Dauer (aufgrund einer Erkrankung) mit dem Patienten oder einer Bezugsperson (= max. 25 Min.)

 

§  Leistungen können nur dann abgerechnet werden, wenn in dem Quartal ausschließlich telefonische Arzt-Patienten-Kontakte stattfinden

 

§  Im organisierten Not(-fall)dienst nicht berechnungsfähig

Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, Humangenetiker, Laborärzte, MKG, Nuklearmediziner, Pathologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, PRM

GOP 01434 (65 Punkte / 7,24 €) als Zuschlag zur GOP 01435 (88 Pkt./ 9,80 €) für die telefonische Beratung durch einen Arzt

 

Ø  bis zu 14,48 € + 9,80 € pro Patient im Quartal bei ausschließlicher telefonischer Beratung

§  bis zu 2-mal im Arztfall für ein telefonisches Gespräch von min. 5 Min. Dauer (aufgrund einer Erkrankung) mit dem Patienten oder einer Bezugsperson (= max. 10 Min.)

 

§  Leistungen können nur dann abgerechnet werden, wenn in dem Quartal ausschließlich telefonische Arzt-Patienten-Kontakte stattfinden

In diesem Zusammenhang wird auch der Versand von Folgerezepten, Überweisungen und anderen Ver-ordnungen befristet bis zum 31.12.2020 wieder vergütet.

Die Regelung gilt für folgende Vordrucke:

  • Folgeverordnungen von Arzneimitteln (auch BtM-Rezepte) sowie von Verband- und Hilfsmitteln, die auf Muster 16 verordnet werden, wie z. B. Stomabeutel (Sehhilfen und Hörhilfen ausgenommen),
  • Verordnungen einer Krankenbeförderung (Muster 4),
  • Überweisungen (Muster 6 und 10),
  • Folgeverordnungen für die häusliche Krankenpflege (Muster 12) sowie für Heilmittel (Muster 13, 14, und 18),
  • Folgeverordnungen zur Fortführung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (Muster 63)

Für den Versand kann die GOP 88122 EBM (0,90 €) abgerechnet werden. Auch hier gilt, dass der Patient in mindestens einem der vorherigen sechs Quartale in der Praxis gewesen sein muss.

Findet der Kontakt im betroffenen Quartal ausschließlich telefonisch statt, dann ist in diesen Fällen die GOP 01435 EBM (Haus- / Fachärztliche Bereitschaftspauschale – ca. 10 €) neben der GOP 88122 be-rechnungsfähig.

Spricht ein Patient am Praxistelefon mit dem medizinischen Personal, nicht aber mit dem Arzt selbst, kann die GOP 01430 EBM (Verwaltungskomplex - ca. 1,35 €) neben der 88122 berechnet werden.

Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 529.Sitzung