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Abstraktes Bild
05.11.2020 Corona / Sars-Cov-2

Verdachtsabklärung und Verfahrensablauf 
(auch asymptomatische  Patienten) 

Bei Patienten, die die RKI-Kriterien 1 oder 2 erfüllen, handelt es sich um meldepflichtige Verdachtsfälle. Sofern ein ambulantes Management möglich ist, ist der Patient in die häusliche Quarantäne zu entlassen und eine Probenentnahme durchzuführen oder zu veranlassen. Bei Krankenhauspflichtigkeit ist der Patient unverzüglich dem Rettungsdienst (112) zur stationären Aufnahme zuzuführen (Vorankündigung „Coronaverdacht“).

Benötigen Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern, die in Quarantäne waren und wieder in die Arbeit zurückkehren sollen, ein negatives Testergebnis, so handelt es sich bei dem Abstrich und der anschließenden Labordiagnostik nicht um GKV-Leistungen. Diese Leistungen können nur privat erbracht werden oder aber als betriebsärztliche Leistungen durch den jeweiligen Betriebsärztlichen Dienst. Hierzu wenden sich die Mitarbeiter an den Arbeitgeber, der den Arbeitgeberservice des DRK über dort bekannte Strukturen nutzen kann.

Testungen auf SARS-CoV-2 im Umfeld von Pflegeheimen und Krankenhäusern

Der Senat hat in der Hamburgischen SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung bzw. in Bescheiden für die Krankenhäuser Regelungen getroffen, die den Eintrag von SARS-CoV-2 in Pflegeheime und Krankenhäuser erschweren und damit Erkrankungen und Ausbrüche von COVID-19 in diesen Einrichtungen verhindern sollen. Geschützt werden sollen damit gleichermaßen Bewohnerinnen und Bewohner, Patientinnen und Patienten, Beschäftigte und Besucher. Die Regelungen umfassen auch Vorgaben für Testungen des aktuellen Infektionsstatus (PCR-Diagnostik).

Für die Aufnahme in Pflegeheime gilt, dass Testungen von nach den RKI-Kriterien symptomatischen Patienten GKV-Leistungen sind und Testungen von symptomlosen Patienten bis zum Inkrafttreten einer entsprechenden Rechtsverordnung aufgrund des 2. Pandemiegesetzes privat abzurechnende Leistungen darstellen.

Für die Aufnahme ins Krankenhaus für elektive Eingriffe gilt, dass Testungen von nach den RKI-Kriterien symptomatischen Patienten GKV-Leistungen sind. Die Testung von symptomlosen Patienten gehört zur vorstationären Behandlung. Damit obliegt die Durchführung sowie die Übernahme der Kosten dem Krankenhaus. Findet die Testung nach Absprache mit dem Krankenhaus beim niedergelassenen Arzt statt, ist die Leistung bis zum Inkrafttreten einer entsprechenden Rechtsverordnung aufgrund des 2. Pandemiegesetzes gegenüber dem Krankenhaus privat abzurechnen.

Auch wenn die Testkapazitäten derzeit vorhanden sind: Wenn ein Familienmitglied positiv getestet ist, ist eine Testung aller Familienmitglieder nicht angezeigt solange sie symptomfrei in Quarantäne sind. Eine Betreuung durch das Gesundheitsamt erfolgt telefonisch und ggf. in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Die Betreuung kann durch den behandelnden Arzt auch telefonisch erfolgen, vor allem, wenn keine Schutzkleidung vorhanden ist.

Verfahrensablauf

Aufgrund von Anamnese und ggf. Untersuchung des Patienten, entscheidet der Arzt unter Berücksichtigung der 3 Kriterien der Orientierungshilfe des RKI zur Verdachtsabklärung und Maßnahmen, ob eine Sars-Cov-2-Diagnostik indiziert ist und führt in diesen Fällen einen Abstrich durch. 

Die 3 RKI-Kriterien für die Testung auf SARS-CoV-2:

  • Kontakt zu bestätigtem COVID-19 Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome
  • Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie im Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern
  • Akute respiratorische Symptome jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn bei ALLEN Patienten unabhängig von Risikofaktoren

Asymptomatische Patienten per Corona-Warn-App

Personen, die einen Warnhinweis über ein „erhöhtes Risiko“ der offiziellen Corona-Warn-App erhalten, können sich direkt an einen Vertragsarzt oder den Arztruf 116117 wenden. Die Warnung durch die App dient lediglich als Hinweis, dass Betroffene einen Arzt konsultieren sollten. Ein Abstrich erfolgt weiterhin nach Abklärung der Indikation durch den Arzt. Gespräch und ggf. Abstrichnahme sind neben der Grund- bzw. Versichertenpauschale zusätzlich extrabudgetär über die GOP 02402 abrechenbar. Die Veranlassung der Laboruntersuchung erfolgt über das neue Muster 10C, das in Kürze zur Verfügung gestellt wird. Bis dahin ist das Muster 10 zu verwenden mit dem erforderlichen Vermerk „32811“ im Feld Auftrag.

Eine Quarantäne wird ggf. durch das Gesundheitsamt angeordnet.

Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Das RKI hat seit dem 16. Juni wieder Risikogebiete ausgewiesen. Danach gilt für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, dass gemäß den jeweiligen Quarantäneverordnungen der zuständigen Bundesländer, eine Pflicht zur Absonderung bestehen kann. Laut Auskunft des RKI sollen die Risikogebiete wöchentlich überprüft und ggf. geändert werden.

Nach der am 1. Juli aktualisierten Hamburger Eindämmungsverordnung (§§ 35 ff.) sind Personen, die aus dem Ausland nach Hamburg einreisen und sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, grundsätzlich verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern. Ferner sind diese Personen verpflichtet, unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt zu informieren und auf das Vorliegen der Verpflichtungen zur Absonderung hinzuweisen. Die Verpflichtung zur Absonderung gilt allgemein und muss nicht individuell vom Gesundheitsamt angeordnet werden. Für diese Zeit ist keine Ausstellung einer AU möglich und erlaubt, es sei denn, es gibt besondere medizinische Gründe. . Ausnahmen von der Quarantäne setzen ein ärztliches Zeugnis mit Bezug auf ein molekularbiologisches Testergebnis voraus, das bei der Einreise nicht älter als 48 Stunden ist. Arbeitnehmer sollten am besten vor Antritt des Urlaubs in Risikogebiete mit dem Arbeitgeber klären, wie die anschließende Absonderung bei Symptomlosigkeit gehandhabt werden soll (Homeoffice, verlängert zu nehmender oder unbezahlter Urlaub usw.). Eine Testung auf Sars-CoV-2 ist grundsätzlich nicht vorgesehen und somit ausschließlich privat zu erbringen. Die Personen sind unter Beobachtung der Gesundheitsämter.

Patienten, die unabhängig von o.g. Konstellationen keine Symptome haben und die Kontakt zu bestätigt Erkrankten hatten, melden sich beim zuständigen Gesundheitsamt oder bei der Corona-Hotline der Gesundheitsbehörde unter 040 / 428 284 000.