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24.08.2022 Corona-Informationen für Praxen

Arzneimitteltherapie von Covid-19

Für den ambulanten Bereich stehen derzeit neben der monoklonalen Antikörpertherapie auch die oralen antiviralen Medikamente Lagevrio® und Paxlovid® ®zur Behandlung von Covid-19-Risikopatienten zur Verfügung. Mit einer möglichst frühen Verabreichung sollen schwere Verläufe und Krankenhauseinweisungen verhindert werden.

Bitte beachten Sie: Eine ordnungsgemäße Behandlung mit den zentral vom Bund beschafften Arzneimitteln gegen COVID-19 setzt die umfassende Aufklärung der Patientinnen und Patienten und die Beachtung der Stellungnahmen der medizinischen Fachgesellschaften sowie der durch die zuständigen Bundesoberbehörden bereitgestellten Informationen voraus. 

BMG-Hinweise zur antiviralen Arzneimitteltherapie von COVID-19

Mittlerweile hat das Bundesministerium für Gesundheit Hinweise für medizinische Fachkreise zur Anwendung von zentral beschafften nicht zugelassenen und zugelassenen Arzneimitteln gegen COVID-19 sowie eine dazugehörige Anlage Übersicht zentral beschaffte COVID-19 Arzneimittel (ohne Impfstoffe) zur Verfügung gestellt. Die Übersicht bietet unter anderem einen Überblick über Anwendungsgebiet und Applikationsart der zugelassenen und nicht zugelassenen Arzneimittel gegen COVID-19, die der Bund zentral beschafft hat. Dort finden Praxen darüber hinaus umfassende Informationen zur antiviralen Arzneimitteltherapie von COVID-19.

Lagevrio® (Molnupiravir)

Das orale antivirale Medikament Molnupiravir (Lagevrio®) zur Therapie von COVID-19-Risikopatienten kann seit dem 3. Januar 2022 verordnet werden. Es soll zur Behandlung von symptomatischen, nicht hospitalisierten Patienten mit COVID-19 ohne zusätzlichen Sauerstoffbedarf und erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf eingesetzt werden.

Molnupiravir ist in der Europäischen Union noch nicht zugelassen, wird allerdings von der Bundesregierung rechtmäßig in Verkehr gebracht. Daten aus der für die Zulassung eingereichten Studie zeigen, dass bei Gabe über fünfTage (2x800mg/Tag) die Hospitalisierungs- und/oder Sterberate gegenüber Placebo um etwa 30 Prozent niedriger liegt.

Paxlovid® (Nirmatrelvir + Ritonavir) 

Die EU Kommission hat am 28. Januar 2022 eine bedingte Zulassung für das orale antivirale Arzneimittel Paxlovid® (Nirmatrelvir + Ritonavir) zur Behandlung von COVID-19 erteilt. Paxlovid® ist das erste antivirale Arzneimittel zur oralen Anwendung, das in der EU zur Behandlung von COVID-19 zugelassen ist. Paxlovid kann ab dem 25. Februar 2022 ärztlich verordnet und über den Großhandel bestellt werden.

Monoklonale Antikörper

Monoklonale Antikörper (MAK) gegen das Spike-Protein können in der frühen Krankheitsphase die SARS-CoV-2-Viruslast bei leichter bis moderater COVID-19-Erkrankung senken. Sie können bei bestimmten Personengruppen auch zur Prä- wie auch Postexpositionsprophylaxe angewendet werden. Sie sind damit eine der Optionen antiviraler Therapie und Prophylaxe von COVID-19 bei Risikopatienten.

Die Bereitstellung, den Anspruch sowie die Vergütung der Anwendung dieser Arzneimittel regelt die Monoklonale-Antikörper-Verordnung (MAKV) des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). Die Präparate werden auf ärztliche Anforderung über sogenannte Stern- oder Satellitenapotheken zur Verfügung gestellt.

Arztpraxen, die eine Anwendung dieser von der Bundesregierung beschafften Antikörper bei ihren in Erwägung ziehen, empfehlen wir hier die von der KBV veröffentlichen Hinweise COVID-19: THERAPIE UND PROPHYLAXE MIT MONOKLONALEN ANTIKÖRPERN  herunterzuladen. Empfehlenswert ist auch der Download des von der Covrinn Fachgruppe des RKI veröffentlichte Schaubild zur Entscheidung der passenden Therapieform.

Falls Ihre Praxis Patienten hat, die die Voraussetzungen für eine monoklonale Antikörpertherapie erfüllen und Sie keine derartige Behandlung anbieten können, setzen Sie sich bitte umgehend mit einer der diese Leistung erbringenden Arztpraxen oder Ambulanzen in Verbindung. Denn eine vorangehende Kontaktaufnahme  zur Abstimmung und Terminierung  ist unbedingt erforderlich.

Für die Behandlung benötigt die beauftragte Praxis bzw. Ambulanz eine Überweisung, die von der zuweisenden Praxis auszustellen ist. Diese Praxis ist auch für den Patiententransport zuständig. Die Transportform sollte den aktuell geltenden Infektionsschutzbestimmungen entsprechen. Eine vorangehende Genehmigung durch die Krankenkassen ist nicht notwendig.

Konkret sind uns aktuell in Hamburg folgende Praxen bzw. Ambulanzen bekannt:

  • Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf, Innere Medizin , Glinderweg 80, 21029 Hamburg
    Ansprechpartner: diensthabender Oberarzt T. 040 72554-2323 (Mo-Fr. 8-16 Uhr)

 

  • HÄMATOLOGISCH-ONKOLOGISCHE PRAXIS ALTONA (HOPA), Mörkenstr. 47, 22767 Hamburg, Ansprechpartner Herr Dr. med. B. Güldenzoph , T. 040 380212 0:  

    Ausschließlich Evusheld® zur Prophylaxe (nicht zur Therapie!) einer Covid-19 Erkrankung bei Patienten, deren Immunsystem aufgrund von Grunderkrankungen oder immunschwächender Therapien mittel- bis schwergradig beeinträchtigt ist und für die eine unzureichende eigene Immunantwort auf SARS-CoV-2 erwartet wird. Die HOPA bietet an, auch Patienten anderer Praxen zur Prävention einer COVID-19-Erkrankung zu versorgen, sofern diese der o. g. Kategorie angehörigen. ACHTUNG: Bereits infizierte Patienten können nicht versorgt werden!  

    Die HOPA bittet zwingend um telefonische Kontaktaufnahme im Vorfeld, um individuell Indikation und Vorgehensweise kollegial zu besprechen.  

 

  • Telefonische Anfragen zu Indikation und Therapie beantwortet auch die Infektiologie des UKE unter Tel. 015222 81 60 84 bzw. per Email unter infektiologie-beratung@uke.de . Ambulante Therapien werden allerdings vom UKE nicht angeboten !
     

Sie möchten in Ihrer Praxis/Ambulanz die monoklonale Antikörpertherapie auch für praxisfremde Patienten anbieten?

Praxen, die ebenfalls diese MAK-Therapie für fremde Patienten anbieten können, schicken bitte eine E-Mail mit Angabe ihrer Kontaktdaten an telegramm@kvhh.de. Wir veröffentlichen Ihre Praxis/Ambulanz an dieser Stelle.