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13.01.2022 Corona / Sars-Cov-2

Therapie und Prophylaxe mit Monoklonalen Antikörpern

Monoklonale Antikörper (MAK) gegen das Spike-Protein können in der frühen Krankheitsphase die SARS-CoV-2-Viruslast bei leichter bis moderater COVID-19-Erkrankung senken. Sie sind damit eine der Optionen antiviraler Therapie von COVID-19. Es können damit stationäre Aufenthalte verhindert werden. Die Versorgung und Vergütung wird über die Monoklonale-Antikörper-Verordnung (MAKV) des BMG geregelt.

Die Bundesregierung hat Dosen der Antikörperkombination Casirivimab/Imdevimab zentral beschafft. Diese Antikörperkombination hat mittlerweile eine Zulassung durch die Europäische Kommission unter dem Markennamen „Ronapreve“ erhalten. Bislang ausschließlich zur Behandlung einer COVID-19-Erkrankung eingesetzt, kann Ronapreve® nun auch zur Infektionsprophylaxe bei Patienten und Patientinnen angewandt werden, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19 Erkrankung haben.

Arztpraxen, die eine Anwendung dieser von der Bundesregierung beschafften Antikörper bei ihren Patienten in Erwägung ziehen, finden in der Praxisinformation der KBV zum Einsatz der monoklonalen Antikörper alle notwendigen Informationen einschließlich der Indikationskriterien.

Die therapeutische Behandlung im Krankheitsfall kann stationär, teilstationär oder auch ambulant erfolgen, die prophylaktische Gabe erfolgt voraussichtlich weitestgehend ambulant.

Falls Ihre Praxis Patienten hat, welche die Voraussetzungen für die monoklonale Antikörpertherapie erfüllen und bei denen eine Therapie angezeigt ist, sollten Sie diese Patienten darüber informieren, welche Kliniken die Therapie unter (teil-)stationären Bedingungen durchführen und eine entsprechende Einweisung aushändigen. Derzeit stehen laut Aufstellung der Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) in Hamburg 5 Kliniken für diese Therapie zur Verfügung. Eine vorherige Kontaktaufnahme ist notwendig. Arztpraxen, die diese MAK-Therapie ebenfalls für fremde Patienten anbieten, werden an dieser Stelle veröffentlicht.

Die monoklonale Antikörpertherapie und -prophylaxe kann auch in Arztpraxen erfolgen

Vor Beginn der Infusionsbehandlung muss eine ausführliche ärztliche Aufklärung erfolgen. Für die Gabe der Infusion muss rund eine Stunde eingeplant werden – hinzukommt ca. eine Stunde Nachbetreuung. Die Praxen müssen die Verabreichung außerdem sorgfältig dokumentieren. Das Arzneimittel erhalten Sie nach Rücksprache von der Apotheke des UKE, Martinistr. 52, 20246 Hamburg, Tel. (040) 7410-53086.

Beratung und Information

Das Infektiologie-Beratungsnetzwerk vom Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für hochpathogene Erreger (STAKOB) und DGI (www.rki.de/stakob-ibn) bietet für Ärztinnen und Ärzte eine Beratung hinsichtlich Indikation und Durchführung der Gabe von MAK an. In Hamburg ist die Sektion Infektiologie am UKE für diese Beratung zuständig, eine Kontaktaufnahme ist ausschließlich für Ärztinnen und Ärzte telefonisch (0152-22816084) oder per E-Mail (infektiologie-beratung@uke.de) möglich.

Informationen zur Antikörpertherapie und die Produktinformation zu Ronapreve® finden Sie auf der Homepage des PEI unter folgendem Link www.pei.de – Newsroom – Coronavirus und Covid-19 – Biomedizinische Arzneimittel

Vergütung

Sofern eine Therapie mit den von der Bundesregierung beschafften monoklonalen Antikörpern bei einem mit dem Coronavirus infizierten Patienten in der vertragsärztlichen Versorgung erfolgt, kann hierfür die bereits bestehende Gebührenordnungsposition (GOP) 88400 abgerechnet werden. Entsprechend der Vorgabe in der MAKV ist diese mit 450 Euro bewertet.

Für die berechnungsfähige prophylaktische Gabe von monoklonalen Antikörpern bei einem nicht mit dem Coronavirus infizierten Patienten ist die GOP 88401 berechnungsfähig. Diese wird gemäß MAKV mit 150 Euro für jede Anwendung vergütet. Sofern ein Besuch der Patientin oder des Patienten erforderlich ist, erfolgt eine zusätzliche Vergütung in Höhe von 60 Euro (GOP 88402).

LeistungGOPVergütung
Therapie mit monoklonalen Antikörpern bei einem mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patienten88400450 Euro
Prophylaxe mit monoklonalen Antikörpern bei einem nicht mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patienten mit einem erhöhten Risiko eines schweren Verlaufs88401150 Euro
Zuschlag für einen Besuch im Zusammenhang mit der GOP 884018840260 Euro
Lagerung und Abgabe von monoklonalen Antikörpern von der Krankenhausapotheke an den Leistungserbringer8840340 Euro*

*) Die Krankenhausapotheke erhält gemäß MAKV für die Lagerung und Abgabe der monoklonalen Antikörper eine Vergütung in Höhe von 40 Euro je Einheit. GOP 88403 ist zusätzlich zu den GOP 88400 bis 88402 durch die Praxis abzurechnen und an den Träger des Krankenhauses zu zahlen, dessen Krankenhausapotheke die monoklonalen Antikörper abgegeben hat.

Sie möchten in Ihrer Praxis die monoklonale Antikörpertherapie auch für praxisfremde Patienten anbieten?

Praxen, die Interesse haben, die Infusionstherapie mit monoklonalen Antikörpern in ihrer Praxis für andere Patienten anzubieten, schicken bitte eine E-Mail mit Angabe der Kontaktdaten an telegramm@kvhh.de. Wir veröffentlichen Ihre Praxis dann an dieser Stelle.