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Hausbesuche

Die Entscheidung für einen Hausbesuch ist nicht immer einfach. Keine Frage: Ist jemand pflegebedürftig oder schwer krank, kommt sein Arzt zu ihm nach Hause. In allen anderen Fällen ist der Patient verpflichtet, in die Praxis zu kommen.

Sind Sie krank und Ihre Praxis hat zu?
Für ärztliche Hilfe außerhalb der Praxisöffnungszeiten, vor allem in den Abend- und Nachstunden, am Wochenende und an Feiertagen steht Ihnen der Ärztliche Notfalldienst Hamburg (040 / 22 802 2) oder die Notfallpraxen zur Verfügung.

Wann rufen Sie an?
  • Bei einer Erkrankung, mit der Sie normalerweise einen niedergelassenen Arzt in der Praxis aufsuchen würden.
  • Wenn die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann.

 

Hausbesuche – hier ist es geregelt

In den Bundesmantelverträgen ist geregelt, von wem und wann ein Hausbesuch durchzuführen ist. Hausbesuche sind demnach nur durchzuführen, wenn der Patient aus gesundheitlichen Gründen den Arzt nicht aufsuchen kann. Das ist in der Regel der Fall, wenn ein Patient bettlägerig ist. Mehr Informationen finden Sie hier.

Wann ist ein Arzt verpflichtet Hausbesuche zu machen?

Mit Aufnahme der Behandlung wird zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten ein Behandlungsvertrag geschlossen. Damit hat der Arzt die Verpflichtung übernommen, dem Patienten die erforderliche medizinische Hilfe zu leisten. Diese Verpflichtung umfasst auch den Hausbesuch, wenn der Patient nicht zum Arzt kommen kann.

Auch Fachärzte sind zum Hausbesuch verpflichtet, wenn bei einem von ihnen behandelten Patienten wegen einer Erkrankung aus seinem Fachgebiet ein Besuch notwendig ist. Diese Verpflichtung besteht ebenfalls, wenn der Facharzt beratend zu einer Behandlung hinzugezogen wird und danach weitere Besuche durch ihn als erforderlich erachtet werden.

 

Ablehnen eines  Hausbesuchs

Eine Verpflichtung zum Hausbesuch hat ein Arzt nur bei seinem Patienten und wenn es sich offensichtlich um eine schwere Erkrankung handelt und der Patient nicht selbst in die Praxis kommen kann.

Grundsätzlich kann der Arzt den Hausbesuch auf Zeiten vor oder nach seiner Sprechstunde legen. Ist er jedoch nicht sicher, ob der Hausbesuch aufgeschoben werden kann, muss der Arzt die Praxis auch während der Sprechstunden verlassen und den Hausbesuch durchführen. Die Verpflichtung zum Hausbesuch kann jedoch entfallen, wenn der Arzt zum Beispiel wegen anderer wichtiger Pflichten, wie anderen unaufschiebbaren Behandlungen, nicht abkömmlich ist. Ein volles Wartezimmer zählt allerdings nicht dazu. Besuche außerhalb des üblichen Praxisbereiches kann der Arzt ablehnen.

Delegation von Hausbesuchen

Nach den Bestimmungen des fünften Sozialgesetzbuchs sind Hausbesuche grundsätzlich an entsprechend qualifizierte nichtärztliche Mitarbeiter delegierbar (§ 87 Abs. 2b SGB V). Voraussetzung für die Delegation ist, dass zuvor ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden hat. Leistungen, die für die Patienten eine akute für den Mitarbeiter nicht beherrschbare Gefahr mit sich bringen, sind von dieser Möglichkeit ausgeschlossen. Delegiert werden können demnach zum Beispiel Leistungen wie Blutdruckmessen, Verbandswechsel oder subkutane und intramuskuläre Injektionen.