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Patientensicherheit - Ein nationales Gesundheitsziel

Die Sicherheit des Patienten ist Dreh- und Angelpunkt der qualitätsorientierten ambulanten Gesundheitsversorgung. Doch ökonomische Zwänge drängen Ärzte dazu, immer mehr Patienten in kürzerer Zeit zu behandeln.
Vielfältige Initiativen der Ärzteschaft tragen deshalb dazu bei, Maßnahmen für eine bessere Patientensicherheit zu erarbeiten.

 

"Der Nächste, bitte!" -  Eine Anleitung für Ihren Arztbesuch

Die Medizinstudenten des Online-Übersetzungsdienst für ärztliche Befunde bei „Was hab‘ ich?“ (www.washabich.de), setzen sich ehrenamtlich dafür ein, dass Patienten ihre medizinischen Dokumente besser verstehen. Nun haben sie ihr Wissen über das Gespräch zwischen Arzt und Patient in einer Broschüre zusammengefasst. Diese Broschüre begleitet Sie vor, während und nach dem Arztbesuch. Sie soll Ihnen eine Hilfe dafür sein, dass Sie während des wichtigen Gesprächs selbstsicher auftreten können, und am Ende mit einem besseren Gefühl wieder nach Hause gehen. Nur wenn Sie Ihre Erkrankung verstehen, können Sie nachvollziehen, warum Sie bestimmte Medikamente einnehmen sollen. Nur wenn Sie sich am Gespräch mit Ihrem Arzt aktiv beteiligen, können Sie gemeinsam mit ihm Entscheidungen zu Ihrer Therapie treffen. Diese Broschüre können Sie hier bestellen.

 


Was heißt Patientensicherheit?

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit definiert Patientensicherheit als „Abwesenheit unerwünschter Ereignisse“. Für ein systematisches Verständnis sind folgende Schlüsselbegriffe grundlegend:

  • Unerwünschtes Ereignis: Ein schädliches Vorkommnis, das eher auf der Behandlung denn auf der Erkrankung beruht. Es kann vermeidbar oder unvermeidbar sein.
  • Vermeidbares unerwünschtes Ereignis: Ein unerwünschtes Ereignis, das vermeidbar ist.
  • Kritisches Ereignis: Ein Ereignis, das zu einem unerwünschten Ereignis führen könnte oder dessen Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht.
  • Fehler: Eine Handlung oder ein Unterlassen bei dem eine Abweichung vom Plan, ein falscher Plan oder kein Plan vorliegt. Ob daraus ein Schaden entsteht, ist für die Definition des Fehlers irrelevant.
  • Beinahe-Schaden: Ein Fehler ohne Schaden, der zu einem Schaden hätte führen können*.

*Quelle: Aktionsbündnis Patientensicherheit


 

Maßnahmen der ärztlichen Seite zur Patientensicherheit

Im Sinne des Erhalts und der stetigen Verbesserung der Patientensicherheit  haben sich unterschiedliche Bausteine innerhalb der medizinischen Versorgung etabliert, die im Zusammanspiel ein Höchstmaß an Sicherheit für Sie als Patienten garantieren sollen:

  • Qualitätssicherung: Die KV Hamburg überprüft die Leistungen, die niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten erbringen, fortlaufend auf ihre Qualität. Qualitätssicherungskommissionen begutachten gemeinsam mit den Fachleuten der KV das ärztliche Handeln. Nur Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten, die die geforderten Qualitätsstandards erfüllen und nachweisen, dürfen diese Leistungen zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung erbringen und abrechnen.
  • Qualitätszirkel: Hier werden auf ärztliche Eigeninitiative und Selbsorganisation hin Themen aus der eigenen Behandlungspraxis analysiert, Problemlösungen und Verbesserungsvorschläge erarbeitet.
  • Fortbildung: Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten unterliegen einer umfangreichen Fortbildungspflicht. Das Thema Fehler- und Risikomanagement ist ein Teil davon.
  • Qualitätsmanagement: QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen® ist das Qualitätsmanagement-System der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) speziell für Praxen. Elementare Bestandteile sind Patientensicherheit, Risiko- und Fehlermanagement.

  • Fehlermeldesysteme und Risikomanagement: Fehlermeldesysteme wie CIRSmedical Deutschland (Critical Incident Reporting-System) oder die Internetplattform www.jeder-fehler-zaehlt.de richten sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Ärztinnen und Ärzte können anonym Fehler melden, zu denen es beinahe gekommen wäre. Sie ermöglichen so gegenseitiges Lernen aus Fehlern und kritischen Ereignissen und leisten einen Beitrag zur Patientensicherheit.
  • Peer Review: Das Peer-Review-Verfahren ist ein Instrument der ärztlichen Qualitätssicherung. Hier lernen Ärzte von Ärzten. Dieses Verfahren gewinnt auch in der ambulanten medizinischen Versorgung zunehmend an Bedeutung. Es dient dazu, sich mit Kollegen und Kolleginnen über Behandlungsabläufe, Strukturen und Weiterentwicklung auszutauschen.