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Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und die dafür ausgelegte Telematikinfrastruktur wurden durch den Gesetzgeber in § 291a SGB V vorgegeben.
Diese zwei Begriffe sollen hier erklärt werden. Zudem möchten wir darauf hinweisen, dass die Online Services der KV-Hamburg und die eGK zwei unterschiedliche Einsätze sind, die nicht verwechselt werden dürfen.

 

Telematikinfrastruktur

Die Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen bezeichnet die gesamte Informations- und Kommunikationskomponente. Zudem beschreibt dieser Begriff alle Anwendungen, die für die Vernetzung von IT-Systemen aller Leistungserbringer unseres Gesundheitswesens konzipiert wurden,  um einen sicheren und zuverlässigen systemübergreifenden Informationsaustausch zwischen allen Akteuren zu gewährleisten. Das aufgebaute Netzwerk ist geschlossen und wird nur unter Benutzung einer sicheren Authentifizierung mittels elektronischer Gesundheitskarte oder elektronischen Heilberufausweises zugänglich.
    

Elektronische Gesundheitskarte

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist die „personalisierte Eintrittskarte“ der Bürger in die Telematikinfrastruktur. Diese Karte wird nicht nur für den sicheren Zugang zur Telematikinfrastruktur mit einer eindeutigen Identifikation eingesetzt, sondern auch für die Ver- und Entschlüsselung der gespeicherten medizinischen Daten sowie, wenn beantragt, die rechtsverbindliche Signierung von Dokumenten.

 

Seit 1. Januar 2015 gilt ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte

Um seit 1. Januar 2015 GKV-Leistungen bei einem Arzt oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen zu können, muss ein Patient die elektronische Gesundheitskarte (eGK) vorlegen. Mit Beginn des Jahres gibt es keine technische Möglichkeit mehr, die alten Chipkarten einzulesen. Dies ist auch dann der Fall, wenn das Gültigkeitsdatum der Chipkarte noch nicht abgelaufen ist.


Legt ein Patient keine eGK vor und die Behandlung ist nicht verschiebbar, kann er innerhalb von zehn Tagen eine gültige Karte nachreichen. Nach Ablauf dieser Frist kann der Arzt oder Psychotherapeut eine Privatvergütung für die Behandlung verlangen. Das Ersatzverfahren ist in diesem Fall nicht anwendbar.


Legt der Patient bis zum Ende des laufenden Quartals eine eGK oder einen anderen Anspruchsnachweis seiner Krankenkasse vor, der zum Zeitpunkt der Behandlung gültig war, muss die Privatvergütung erstattet werden. Der Arzt rechnet die Behandlung dann wie gewohnt als Kassenleistung ab. Die alte Krankenversichertenkarte ist dann nur noch für Versicherte sogenannter sonstiger Kostenträger (z.B. Heilfürsorge) zulässig.

Das Ersatzverfahren ist künftig ausschließlich für die Fälle vorgesehen, in denen die elektronische Gesundheitskarte nicht verwendet werden kann, z. B. bei einem Defekt des Lesegerätes.


Eine Ausnahme bilden Notfallbehandlungen. Kann im Notfall keine eGK vorgelegt werden, darf das Ersatzverfahren angewendet werden.

Zudem wurde eine Identitätsprüfung bei Vorlage der eGK vereinbart. Die Praxen sind dazu verpflichtet, offensichtliche Unstimmigkeiten zwischen den Daten der vorgelegten eGK und der Person hinsichtlich des Alters, des Geschlechts und des aufgebrachten Lichtbildes zu überprüfen und zu melden. Bestehen derartige Unstimmigkeiten, darf die betreffende eGK nicht eingelesen werden. Die Praxen sind zudem berechtigt, die Karte ggf. einzubehalten. Bei eGK ohne Foto, also bei Kindern unter 15 Jahren und Patienten mit einer Pflegestufe, bezieht sich die Überprüfung lediglich auf das Alter und das Geschlecht.

 

 

 

 

Die KBV weist zudem auf Folgendes hin:

  • Fehlerhafte Bedruckung des Personalienfeldes: PVS rechtzeitig aktualisieren

Die KBV erreichen derzeit Hinweise, dass in der vertragsärztlichen Versorgung noch zahlreiche Formulare mit veralteten Bedruckungsvorgaben für das Personalienfeld ausgestellt werden, da Ärzte und Psychotherapeuten ihre Praxisverwaltungssysteme (PVS) nicht rechtzeitig aktualisiert haben. Diese fehlerhafte Bedruckung entspricht nicht den Vorgaben des Bundesmantelvertrags und führt zu gravierenden Problemen bei den weiterverarbeitenden Stellen (z. B. Labore, Apothekenrechenzentren).


Die Installation des PVS-Quartalsupdates muss prinzipiell zum Stichtag erfolgt sein, damit neue Vorgaben eingehalten werden. Die Installation von möglichen Korrekturupdates einzelner Softwarehersteller sollte von den Praxen ebenfalls umgehend vorgenommen werden. Ohne fristgerechte Aktualisierung der Software ist die Verwendung des PVS in der Arztpraxis nicht zulässig und auch nicht sinnvoll.


Aus aktuellem Anlass weisen wir zudem darauf hin, dass für die Bedruckung des Personalienfeldes die Schriftart Courier beziehungsweise Courier New verwendet werden muss. Die Zeichendichte ist mit 10 Zeichen/Zoll definiert, das entspricht der Schriftgröße 12. Eine Änderung dieser Schriftart für das Personalienfeld ist daher nicht erlaubt. Die entsprechenden Vorgaben finden Sie in der Technischen Anlage zur Anlage 4a des Bundesmantelvertrages.

 

  • eGK bei bestimmten Personengruppen auch ohne Foto gültig

In Einzelfällen kann auch die elektronische Gesundheitskarten (eGK) ohne Foto einen gültigen Anspruchsnachweis darstellen. Dazu zählen:

 

- Kinder unter 15 Jahren bekommen von ihrer Krankenkasse eine eGK ohne Foto. Hierbei gilt es Folgendes zu beachten: Bei Jugendlichen, die die Altersgrenze von 15 Jahren überschreiten, ist ein Austausch der eGK wegen des nicht vorhandenen Lichtbildes durch die Krankenkasse nicht vorgesehen. Es kann also durchaus vorkommen, dass auch bei Jugendlichen über 15 Jahren eine eGK ohne Foto ein gültiger Versichertennachweis ist.


- Versicherte, die an der Erstellung eines Fotos nicht mitwirken können – zum Beispiel bettlägerige Personen, Personen in geschlossenen Einrichtungen – erhalten ebenfalls eine elektronische Gesundheitskarte ohne Bild.


- Bei Personen, bei denen sich die Gründe gegen ein Lichtbild aus der grundrechtlich geschützten Glaubens- und Gewissensfreiheit ergeben, ist die eGK auch ohne Foto gültig.

 

 


 

Weiterführende Links

Gematik

(Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte gGmbH)

 

Weblink

 

Bundesministerium für Gesundheit: E-Health-Gesetz und eGK

 

Weblink