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Sprechstundenbedarf

 


23.09.2016

Nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika zur Injektion

Die Kombination aus Phenylbutazon und Lidocain (Ambene parenteral®) kann nicht als Sprechstundenbedarf angefordert werden. Hintergrund ist der Verordnungsausschluss für Antiphlogistika oder Antirheumatika in fixer Kombination mit anderen Wirkstoffen in der Arzneimittel-Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses (Arzneimittel-Richtlinie, Anlage III, Ziffer 18.) In diesem Zusammenhang wissen wir darauf hin, dass piroxicam-haltige Arzneimittel unabhängig von der Darreichungsform (Injektionslösung, Tabletten) nicht im Rahmen des SSB anforderbar sind (siehe auch KVH-Journal 5/2015).

 

Bitte beachten Sie: Antiphlogistika / Antirheumatika (nur schnell freisetzende Darreichungsformen, keine Präparate mit modifizierter bzw. retardierter Wirkstofffreisetzung, nicht zur topischen Anwendung) sind für die Notfallbehandlung in der Praxis im zugelassenen Anwendungsgebiet als SSB zulässig. Allerdings hat die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft bereits 1995 empfohlen, Diclofenac und andere NSAR wegen schwerer immunologischer Nebenwirkungen nur noch in Ausnahmefällen parenteral zu verabreichen (Deutsches Ärzteblatt 92, Heft 1/2, 9. Januar 1995 (75)). Das Arznei-Telegramm bewertet die parenterale Anwendung wie folgt:

„Auf die i.m.-Injektion kann in der Regel verzichtet werden. Maximale Plasmakonzentrationen sind nach Einnahme einer wässrigen Diclofenac-Lösung (dispersible Tabletten, ab 20 Minuten) praktisch genauso schnell erreicht wie nach i.m.-Gabe (15-20 Minuten). Daher lässt sich auch die einmalige Injektion zur Therapieeinleitung im Notfall (nach vorheriger Aufklärung über die Risiken) nur rechtfertigen, wenn die Einnahme per os nicht möglich ist (z.B. bei Erbrechen)“

(2016 atd arznei-telegramm Arzneimitteldatenbank, Bewertung: Nichtsteroidale Antirheumatika, Abruf 19.02.2016)

 


 

09.08.2016

Lieferengpass Hylase 150 I.E. , Hylase 300 I.E. – Einzelimport im SSB

 

UPDATE vom 24.10.2016: Nach Auskunft des Herstellers sind aktuell Hylase 150 I.E. 10 Amp. und Hylase 300 I.E. 10 Amp.  wieder lieferbar.

Aufgrund eines Lieferengpasses des Herstellers  sind die Arzneimittel Hylase 150 I.E. 10 Vials, 150 I.E. 1 Vial, sowie Hylase 300 I.E. 10 Vials derzeit  bis auf weiteres nicht lieferbar. Der Verband der Ersatzkassen in Hamburg hat uns im Namen der GKV informiert, dass aufgrund des Lieferengpasses ausnahmsweise - abweichend von den Regelungen der Sprechstundenbedarfsvereinbarung-  preisgünstige alternative Präparate als Einzelimport bezogen werden können.

 

ACHTUNG: Diese Ausnahmeregelung gilt nur bis zum Ende der Nichtverfügbarkeit in Deutschland - längstens bis zum 01.10.2016 - und ist ausschließlich auf den genannten Einzelfall (Lieferengpass Hylase) beschränkt. Die Zusage entfaltet keine Präjudiz auf ähnlich gelagerte Lieferschwierigkeiten anderer Präparate oder zukünftige, etwaige Lieferengpässe desselben Produktes.

 

Bitte beachten Sie darüber hinaus die Vorgaben der Sprechstundenbedarfsvereinbarung:  Hyaluronidase (Hylase 150 I.E. , Hylase 300 I.E.) ist nur als Zusatz zu Lokalanästhetika in der Ophthamologie als SSB anforderbar!

 


 
19.04.2016

Lieferengpass Tuberkulintest – Einzelimport im SSB-Ausnahmeregelung bis 30.06.2016 verlängert

Aufgrund eines Lieferengpasses des Herstellers ist der einzige in Deutschland zugelassene Tuberkulintest (Tuberkulin PPD RT 23 SSI) derzeit  nicht lieferbar. Die Landesverbände der Krankenkassen und der Verband der Ersatzkassen in Hamburg haben uns mit einem gemeinsamen Schreiben informiert, dass aufgrund des Lieferengpasses für Tuberkulin PPD RT 23 SSI ausnahmsweise - abweichend von den Regelungen der Sprechstundenbedarfsvereinbarung-  ein preisgünstiges alternatives Präparat als Einzelimport bezogen werden kann.

 

ACHTUNG: Diese Ausnahmeregelung gilt nur bis zum 30.06.2016! Die Zusage entfaltet keine Präjudiz auf ähnlich gelagerte Lieferschwierigkeiten anderer Präparate oder zukünftige, etwaige Lieferengpässe desselben Produktes.

 

 


 

18.12.2015

Regressgefahr beim Sprechstundenbedarf - Liste potentiell regressgefährdeter Mittel online abrufbar

Neben der Abwicklung des Sprechstundenbedarfs zum 01.01.2015 haben die Krankenkassen in Hamburg auch die Prüfung („Sachlich-rechnerische Richtigstellung“) der SSB-Verordnungen auf die Rezeptprüfstelle Duderstadt (RPD) übertragen. Das erste durch die RPD geprüfte Quartal ist das Verordnungsquartal 02/2014, die entsprechenden Anträge bzw. Bescheide liegen mittlerweile vor. Da sich aufgrund dieses Wechsels Verschiebungen im Prüfungsschwerpunkt ergeben könnten, stellen wir künftig - beginnend mit den derzeitigen Erfahrungen aus dem Prüfquartal 02/2014 – eine Liste zur Verfügung, die Ihnen zeigt, welche Mittel am häufigsten beanstandet werden. Ergänzend zu  den verbindlichen Regelungen der regionalen SSB-Vereinbarung soll diese Liste als Orientierungshilfe dienen um kurzfristig das Verordnungsverhalten im SSB anpassen und so Regresse vermeiden zu können.

 

Sie finden die Liste künftig unter der Rubrik "Basisinformation" .

 


 

16.09.2015

Sprechstundenbedarfsanforderung

Aus gegebenem Anlass möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass die Verordnungsvordrucke für die Sprechstundenbedarfsanforderung vollständig und korrekt ausgefüllt sein müssen. Wir bitten um Beachtung der Vorgaben des Bundesmantelvertrages, der Vordruckvereinbarung (Anlage 2) und der Sprechstundenbedarfsvereinbarung.

 

Das Rezept muss folgende Angaben enthalten:

  • Bezeichnung Rezeptprüfstelle Duderstadt (RPD) (ab 01 .01.2015)
  • Institutskennzeichen  (IK) 10 20 4049 9 und Vertragskassennummer (VKNR) 02900
  • LANR des unterschreibenden Arztes ( bei fach- und versorgungsbereichsgleichen Berufsausübungsgemeinschaften kann die LANR eines Arztes eingetragen werden)
  • Ausstellungsdatum und Kennzeichnung der Statusgruppe 9
  • Quartal, für das die Ersatzbeschaffung erfolgt
  • Stempel und Aufdruck der verordnenden Stelle
  • ggf. die Kennzeichnung "Notdienstbedarf" bzw. "Haus- und Heimbesuch"

Zum 01. Juli 2015 sind neue Regelungen in der Arzneimittelverschreibungsordnung (AMVV) in Kraft getreten. Danach muss auch der Vorname und eine Kontakttelefonnummer des verordnenden Arztes angegeben werden.