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Schutzimpfungen

 




26.10.2015

Meldepflicht von Hepatitis A an Hamburger Schulen

Aus aktuellem Anlass geben wir den Hinweis des Gesundheitsamtes Wandsbek weiter, dass bei der Hepatitis A der Verdacht und die manifeste Erkrankung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig sind. Dies bedeutet, dass

  • Ein Arzt oder eine Ärztin, der oder die den Verdacht auf oder die Erkrankung an einer akuten übertragbaren Hepatitis A feststellt, diese nach § 6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) mit dem Namen der betroffenen Person an das Gesundheitsamt melden muss.
  • Ebenso muss ein Labor, welches den Nachweis einer akuten Hepatitis A-Infektion bei einem Patienten geführt hat, den Fall gemäß § 7 IfSG namentlich dem Gesundheitsamt melden.

Die entsprechenden  Meldebögen finden Sie auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts. Entscheidet die Ärztin oder der Arzt, dass bei Kontaktpersonen unter dem Verdacht einer möglichen Infektion  ein entsprechender Antigennachweis erfolgen soll, so kann die Ausnahmekennziffer  32006 zur „Entlastung des Laborbudgets“  angegeben werden  (Erkrankungen oder Verdacht auf Erkrankungen, bei denen eine gesetzliche Meldepflicht besteht, sofern in diesen Krankheitsfällen mikrobiologische, virologische oder infektionsimmunologische Untersuchungen durchgeführt werden, oder Krankheitsfälle mit meldepflichtigem Nachweis eines Krankheitserregers).

 


26.10.2015

Informationen zur Impfung gegen Hepatitis A zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen

Aus aktuellem Anlass haben wir Informationen zur Kostenübernahme der  Hepatitis A Impfung durch gesetzliche Krankenkassen zusammengestellt:

  • Bitte beachten Sie, dass behördlich empfohlene „Riegelungsimpfungen“  keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen sind.
  • Die Impfung gegen Hepatitis A ist  bei bestimmten Erkrankungen  (z.B. Hämophilie oder Krankheiten der Leber/mit Leberbeteiligung) eine Pflichtleistung der Kassen (Indikationsimpfung – siehe Schutzimpfungsrichtlinie www.g-ba.de).
  • Die Stikoempfehlungen enthalten Hinweise zu postexpositionellen Impfungen z.B. zur Prophylaxe  gegen Hepatitis A. So wird bei „Kontakt zu Hepatitis-A-Kranken (vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen)“ die Postexpositionelle Impfung empfohlen (Epid.Bull.34/2015; S.345).
  • Ist eine postexpositionelle Impfung gegen Hepatitis A im Einzelfall medizinisch indiziert ist, so sind für gesetzlich versicherte Patienten  folgende Punkte zu berücksichtigen:

     

  • Die postexpositionelle Gabe von  Impfstoffen im Einzelfall  ist nicht Gegenstand der Schutzimpfungs-Richtlinie. Ist die Behandlung (Impfung) eines Patienten  im Einzelfall notwendig, um eine absehbare Erkrankung zu verhüten, so ist die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung gegeben (siehe  § 2 Abs.2 SI-RL) – Kassenleistung!
  • Diese Impfungen können nicht mit den Abrechnungsnummern, die in den Schutzimpfungsvereinbarungen  von Kassen und KVH vereinbart wurden, abgerechnet werden. Die Impfung selbst ist nicht gesondert abrechnungsfähig.
  • Die Impfstoffe, die für diese postexpositionellen Impfungen verwendet werden, müssen auf einem Einzelrezept auf den Namen des Patienten zu Lasten seiner gesetzlichen Krankenkasse verordnet werden. Ein Bezug als Impfbedarf über die Rezeptstelle Duderstadt ist nicht möglich.

Weitere Informationen zur postexpositionellen Impfung gegen Hepatitis A:.RKI-Ratgeber für Ärzte (Hepatistis A)

 


 

08.04.2015

Grippeimpfstoff der Saison 2015/16 ist - wie in der vorigen Saison -  Xanaflu® ohne Kanüle  von Firma Abbott

Für die kommende Grippesaison haben die Krankenkassen von einer vertraglich vorgesehenen Verlängerungsoption der Vorjahresvereinbarung Gebrauch gemacht. Der Grippeimpfstoff Xanaflu® ohne Kanüle (10 er Packung) von der Firma Abbott bleibt damit Grippeimpfstoff für die nächste Impfsaison. Vorbestellung und Folgebestellung erfolgen wie im letzten Jahr. Die Pharmazentralnummer (PZN) für Xanaflu ohne Kanüle lautet für die Saison 2015/16  11082343.

 

Vorbestellung

Ab sofort und bis zum 31. Mai 2015  soll ca. 50% des Vorjahresbedarfs der Praxis auf einem Kassenrezept (Muster 16) in einer Apotheke ihrer Wahl vorbestellt werden. Notwendige Angaben auf dem Rezept lauten: Grippeimpfstoff 2015/16 – Vorbestellung Hamburg - Xanaflu® ohne Kanüle (10er).

 

Neu ist die Empfehlung, dass größere Vorbestellungen auf mehreren Rezepten erfolgen sollten (z. B. 250 Dosen = 2 Rezepte à 100 und ein Rezept à 50 Dosen), um die zeitnahe Belieferung und schnellere Abrechnung bereits ausgelieferter Mengen zu erleichtern.

 

Alternative Grippeimpfstoffe sind nur in begründeten Ausnahmefällen anforderbar. Hier ist z.B. der nasale Grippeimpfstoff  Fluenz® zu nennen, der von der STIKO für 2-6-jährige Indikationskinder empfohlen wird und  in diesen Fällen zu Lasten der Kassen anforderbar ist. Die Kosten der zusätzlich benötigten Kanülen sind mit der Impfgebühr abgegolten und können nicht über den Sprechstundenbedarf bezogen werden. Abgerechnet werden diese Rezepte von der Apotheke erst nach Auslieferung der Impfstoffe an die Praxis.

 

Folgebestellungen

Nach Auslieferung der vorbestellten Impfstoffe können Nachbestellungen ebenfalls auf dem Muster 16 entweder  mit dem Zusatz Grippeimpfstoff 2015/16 plus Menge oder direkt als Xanaflu® ohne Kanüle erfolgen.



19.02.2015

Schutzimpfungs-Richtlinie aktualisiert

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat Empfehlungen der STIKO in die Schutzimpfungs- Richtlinie übernommen. Der entsprechende Beschluss tritt zum 14.02.2015 in Kraft. Die in der Schutzimpfungs-Richtlinie aufgeführten Impfungen sind Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

 

HPV-Impfung

Das Impfalter für die HPV-Impfung wurde herabgesetzt. Die Impfung aller Mädchen soll jetzt bereits im Alter von 9 bis 14 Jahren erfolgen (statt wie bisher im Alter von 12 bis 17 Jahren). Mit der Herabsetzung des Impfalters soll erreicht werden, dass mehr Mädchen als bisher einen Impfschutz erhalten, bevor sie sexuell

aktiv werden. Bitte beachten Sie, dass versäumte Impfungen spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt

sein müssen.

 

Pneumokokken-Impfung

Änderungen gibt es auch bei den Pneumokokken- Indikationsimpfungen. So wurde die Indikation „angeborene oder erworbene Immundefekte bzw. Immunsuppression“ konkretisiert und durch Beispiele ergänzt. Bei der Indikation „chronische Erkrankungen“ sind die Erkrankungen der Leber hinzugekommen.

Außerdem ist die Impfung nun laut Schutzimpfungs- Richtlinie auch für Patienten indiziert, die Träger eines Cochlea-Implantats sind (Impfung möglichst vor der Intervention). Immer wieder erhalten wir Fragen zur Wiederholung der Pneumokokken-Impfung. Eine Wiederholung ist nur für wenige Indikationen

in Erwägung zu ziehen. Bei weiterbestehender Indikation der „angeborenen oder erworbenen Immundefekte“ (einschließlich der funktionellen oder anatomischen Asplenie, der chronischen Nierenkrankheiten/nephrotisches Syndrom) können Wiederholungsimpfungen im Abstand von fünf (Erwachsene) beziehungsweise mindestens drei Jahren (Kinder unter 10 Jahren) durchgeführt werden.

 

Ist Pneumovax 23 oder Prevenar 13 das Mittel der Wahl?

Hierzu fehlt immer noch eine echte Klarstellung. Da die CAPITA-Studie, die die bessere Wirksamkeit von Prevenar 13 belegen soll, noch nicht veröffentlicht wurde, hält man sich auch bei der Stiko mit einer endgültigen Stellungnahme zur Bewertung der Impfstoffe zurück. Noch empfiehlt die Stiko für die Standardimpfung ab 60 Jahren den Polysaccharid-Impfstoff. Bei den Indikationsimpfungen ist in der Stiko- Empfehlung zu lesen, dass ab dem Alter von fünf Jahren die Impfung sowohl mit dem 13-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff als auch mit dem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff erfolgen kann. Eine aktuelle Stellungnahme der Stiko zu den Änderungen bei der Pneumokokkenimpfung fin den Sie im Epidemiologischen Bulletin 36/2014 (www.rki.de).

 

Berufsbedingte Impfungen

Die Angaben zur berufsbedingten Impfung wurden überarbeitet, da sich die ArbMedVV (Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge) geändert hat. Arbeitnehmer haben nun einen erweiterten Anspruch gegenüber ihrem Arbeitgeber. Davon wird auch der Leistungsanspruch gegenüber den gesetzlichen Kranke Krankenkassen

berührt, weil diese einspringen müssen, wenn eine Impfung zwar von der STIKO empfohlen, vom Arbeitgeber aber nicht bezahlt wird.