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Häufige Fragen zum Besuch in der Praxis

In einer kurzen Übersicht haben wir Ihnen oft gestellte Fragen zu gesundheits­politischen Themen bzw. zum Arztbesuch im Allgemeinen zusammengestellt. Darüber hinaus­gehende Anfragen richten Sie bitte an die Patientenberatung von KVH und Hamburger Ärztekammer.

 


Wer bestimmt, was ein Arzt tun darf und muss?

Wann ist ein Arzt verpflichtet Hausbesuche zu machen?

Welche Leistungen übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen?

Wer legt fest, welche Leistungen die Krankenkassen bezahlen?

Individuelle Gesundheitsleistungen: Kassenleistung oder Privatleistung?

Woran erkennt man eine gute Arztpraxis?

Wie sind Wartezeiten geregelt?

Bekommen Privatversicherte schneller einen Termin?

Wie steht es um Datenschutz und Schweigepflicht?

Kann ich meine Patientenakte einsehen?

 


Wer bestimmt, was ein Arzt tun darf und muss?


Zwar zählt der Beruf des Arztes und Psychotherapeuten als freier Beruf, doch Gesetze, Berufsordnung, Richtlinien und Verträge geben ihm einen genauen Rahmen vor, in dem er sich bewegen bei der Ausübung seines Berufes bewegen kann. Die wichtigsten sind: SGB V, Berufsordnung, Kassenarztrecht, Bundesmantelverträge, Richtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses, Gebührenordnungen EBM und GOÄ .

 


Wann ist ein Arzt verpflichtet Hausbesuche zu machen?

 

Mit Aufnahme der Behandlung wird zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten ein Behandlungsvertrag geschlossen. Damit hat der Arzt die Verpflichtung übernommen, dem Patienten die erforderliche medizinische Hilfe zu leisten. Diese Verpflichtung umfasst auch den Hausbesuch, wenn der Patient nicht zum Arzt kommen kann. Auch Fachärzte sind zum Hausbesuch verpflichtet, wenn bei einem von ihnen behandelten Patienten wegen einer Erkrankung aus seinem Fachgebiet ein Besuch notwendig ist. Diese Verpflichtung besteht ebenfalls, wenn der Facharzt beratend zu einer Behandlung hinzugezogen wird und danach weitere Besuche durch ihn als erforderlich erachtet werden. Mehr Informationen zu Hausbesuchen

 


Welche Leistungen übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen?

 

Diese Leistungen hat der Gesetzgeber im fünften Sozialgesetzbuch geregelt: „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten“.

 


Wer legt fest, welche Leistungen die Krankenkassen bezahlen?


Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt  fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Einzelnen übernommen werden. Der GB-A entwickelt im Auftrag des Gesetzgebers Vorgaben zu Behandlungsstandards, Strukturen und Abläufen für im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) definierte Leistungsbereiche. Und er legt Prüfkriterien und Abläufe in der vertragsärztlichen, vertragszahnärztlichen und stationären medizinischen Versorgung fest.

 


Individuelle Gesundheitsleistungen: Kassenleistung oder Privatleistung?

 

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGEL) sind Leistungen, die im Einzelfall medizinisch sinnvoll sein können, aber von den Krankenkassen nicht bezahlt werden. In allen Fällen ist es daher wichtig, sich bei IGeL an klare Regeln zu halten. Deshalb hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung gemeinsam mit der Bundesärztekammer einen Ratgeber herausgebracht. Patienten erfahren darin, warum gesetzlich Versicherte dafür zahlen müssen und auf was jeder achten sollte, der von seiner Ärztin oder seinem Arzt eine solche Leistung angeboten bekommt oder sie von sich aus wünscht.

 

 


Woran erkennt man eine gute Arztpraxis?

 

Natürlich soll ein Arzt bzw. Ärztin fachlich kompetent sein und ihre gesundheitlichen Probleme und alles, was damit zusammenhängt ernst nehmen. Die Broschüre „Woran erkennt man eine gute Arztpraxis?“ soll Ihnen bei der Entscheidung helfen, den aus Ihrer Sicht „richtigen“ Arzt für Ihr gesundheitliches Problem zu finden.

 

 


Wie sind Wartezeiten geregelt?

 

Eine Arzt- oder Psychotherapeutenpraxis plant die Behandlungszeiten für ihre Patienten und führt einen Terminkalender. Ob ein Patientengespräch, eine Untersuchung, eine Blutabnahme, eine Verbandswechsel, ein EKG - alles braucht seine Zeit. Dennoch: Oft klopfen Patienten ohne Termin oder Anmeldung an die Praxistür und der Terminkalender kommt ins Trudeln. Auch wenn die Schlange der Patienten länger wird, der Arbeitstag wird es nicht. Deshalb müssen Patienten auch längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

 


Bekommen Privatversicherte schneller einen Termin?

 

Der Arzt ist in der Organisation seiner Praxis frei und wird diese seinem Patientenstamm gemäß anpassen. Er hat Patienten, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind und einige die in einer privaten Krankenkasse versichert sind. Für beide Gruppen muss er planen und seinen Kalender organisieren und vielleicht teilt er ihn in Kontingente, aus der jeder Patient entsprechend seiner „Gruppe“ Termine abrufen kann. So kann es zu späteren Terminen kommen, wenn das entsprechende Kontingent bereits aufgebraucht ist.

 


Wie steht es um Datenschutz und Schweigepflicht?


Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeuten und Angehörige eines anderen Heilberufes unterliegen einer Schweigepflicht. Einer Weitergabe Ihrer Patientendaten ist nur möglich, wenn Sie den Arzt von dieser Schweigepflicht entbinden.

 


Kann ich meine Patientenakte einsehen?


In der Patientenakte dokumentiert der Arzt Ihre Behandlung sowie Angaben zu verordneten Medikamenten und Heilmitteln. Sie haben das Recht, Ihre Patientenakte einzusehen und zu kopieren. Hierfür kann Ihnen der Arzt Kosten in Rechnung stellen.