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KVon ist der Videocast der KV Hamburg, der regelmäßig zu Themen rund um Gesundheitspolitik und Praxisalltag erscheint. 

 

 

 

 

Mehr Honorar?! (Oktober 2012)

 

 

Hamburgs Ärzte und Psychotherapeuten sind wütend und für öffentlichen Protest bereit. Sie fordern von den Kassen nicht nur mehr Honorar sondern auch die Förderung der medizinischen Grundversorgung in Hamburg. Unter dem Kampagnenslogan „Kassen pressen Praxen aus“ appellieren sie an die Kassen, die Milliardenrücklagen zum Wohle des Patienten verstärkt in die vertragsärztliche Versorgung zu investieren. Schließlich wurde die  Steigerungen  der Investitions- und Betriebskosten der Praxen in den vergangenen Jahren  von den Honorarzahlungen der Kassen nicht kompensiert. KV On Sprach mit dem niedergelassenen Hausarzt Dr. Runge.

 


 

Textfassung des Videos

KV On: Die Forderungen der Ärzteschaft nach mehr Honorar seien nicht gerechtfertigt? Wir wollen es genau wissen und besuchen Dr. Runge, seit 30 Jahren niedergelassener Hausarzt in Hamburg.

 

Dr. Runge:Von einer ehemals sehr sicheren soliden Grundlage haben mich doch wiederholt hier schon Existenzängste bedroht und berührt, so dass ich mir sehr genau überlegen musste, wie ich meine Praxis strukturiere und welche Mitarbeiter ich wie einsetze. Wenn ich da nicht aufgepasst hätte, wäre das sicherlich schon vor den Baum gegangen. Ohne Privathonorare wäre ich praktisch schon an verschiedenen Punkten nicht liquide gewesen und hätte Insolvenz anmelden müssen.

 

KV On: Wie viele Leistungen erbringen Sie, die nicht bezahlt werden?

 

Dr. Runge: Also wenn ich meine Statistik so durchschaue, denke ich mal, so zwischen 20 und 30 Prozent wird nicht honoriert.

 

Patientin U. Priebe-Brückner: Die Kosten steigen immens. Ob das jetzt Personal ist oder Miete oder was weiß ich. Die müssen doch auch klar kommen. Und ich meine, die haben ja lange dafür studiert und gelernt und ich weiß nicht was. Irgendwie muss sich’s auszahlen.

 

Patientin U. Rödel: Ich kann das nicht im Einzelnen beurteilen. Aber wo ich informiert wurden bin, da wusste ich, dass es also gerechtfertigt ist, wenn die Honorare erhöht werden.

 

Patient P. Rödel: Wenn man hört, was die bekommen - für so nen Schein im Quartal. Ich könnte damit nicht zurechtkommen. Ich weiß nur, dass es zu wenig ist, und dass die wirklich verdient haben, was mehr zu bekommen. Schließlich sorgen die für unsere Gesundheit.

 

Frau Ostermann: Wir sind eine Arztpraxis wo die Patienten uns ganz häufig sagen: Es ist wie, als ob man zu Freunden geht. Das heißt, wir geben einfach ganz viel Wärme mit. Das sehen wir auch als Aufgabe hier vorne einfach, den Patienten mit aufzufangen…Genesung auch mitzugeben, Mut zu machen, das was der Doktor drin einfach schon initiiert, das wir das mit unterstützen.

 

KV On: Wären Sie für Protest bereit, wären Sie bereit auf die Straße zu gehen?

 

Dr. Runge: Es ist nicht anders durchsetzbar. Ich denke, wir müssen uns da klar  positionieren und das auch erkennbar nach außen hin vortragen.