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Schutzimpfung

Diese Form der Prävention ist seit Jahrzehnten etabliert und ein wichtiger Beitrag zur globalen Eindämmung von ansteckenden Krankheiten. Die Durchimpfungsrate der Bevölkerung ist maßgeblich für eine Verhinderung von Pandemien, die durch bekannte Erreger ausgelöst werden. Hier ist der Arzt als erster Ansprechpartner für den Patienten aufgerufen, die Impfbereitschaft durch Beratungsangebote zu erhöhen.

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Information


27.12.2016

Klarstellung: Kein Bezug von tetravalentem Grippeimpfstoff (z.B. Influvac Tetra®)  zu Lasten der Kassen

Hamburger Kassen lehnen den Bezug des tetravalenten Grippeimpfstoffs – auch für besonders erkrankte Patienten wie z.B. Tumorpatienten -  zu ihren Lasten ab (Ausnahme Fluenz Tetra für 2 bis 6 jährige „Indikations“ –Kinder – siehe KV Journal 12/2016). Dies war das Ergebnis einer Klarstellung zu diesem Thema anlässlich der quartalsweise stattfindenden Gespräche zum Thema Sprechstundenbedarf - /Impfbedarf. Da diese Fragestellung – trivalent oder tetravalent – aus der Ärzteschaft an die KVH herangetragen wurde, sahen wir die Notwendigkeit, diese Frage noch einmal mit den Kassen zu  thematisieren. Hierbei legte die Kassenseite unmissverständlich klar, dass sie auch in Einzelfällen keine medizinischen Indikationen sieht, bei denen der Bezug des nicht rabattierten tetravalenten Impfstoffs den trivalenten Impfstoffen vorzuziehen wäre.

Wir empfehlen deshalb, die Impfung mit dem tetravalenten Impfstoff  ausschließlich als Privatleistung abzurechnen. Diese Empfehlung gilt  nicht nur für  „Wunschleistungen“ der Patienten, sondern auch für den Fall, dass  ärztlicherseits eine Indikation zur Bevorzugung des tetravalenten Impfstoffs im Einzelfall gesehen wird. Unbenommen bleibt natürlich dem Patienten die Möglichkeit bei seiner Kasse eine Kostenerstattung in diesen Fällen zu beantragen ggf. zu erstreiten.

Fachlicher Hintergrund:

Die Stammzusammensetzung der Influenza-Impfstoffe muss jedes Jahr an die aktuelle epidemiologische Situation angepasst werden, weil sich die Eigenschaften der zirkulierenden Influenzaviren verändern. Die genaue Zusammensetzung wird jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Dabei werden diejenigen Virus-Stämme berücksichtigt, die für die Mehrzahl der Influenza-Infektionen in der vergangenen Saison verantwortlich waren.
Der Influenzaimpfstoff für die Saison 2016/2017 setzt sich gemäß der Empfehlungen der WHO und des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten folgender Viren zusammen
trivalente Grippeimpfstoffe (trivalente Grippeimpfstoffe):

  • A/California/07/2009 (H1N1) pdm 09-ähnlicher Stamm
  • A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-ähnlicher Stamm
  • B/Brisbane/60/2008-ähnlicher Stamm (Victoria-Linie)

Für quadrivalente (tetravalent) Impfstoffe werden die Antigene der oben genannten Viren sowie eine Variante von B/Phuket/3073/2013 (Yamagata-Linie) empfohlen*1.
Eine genaue Vorhersage darüber, welche Influenza-Stämme in welchem Verhältnis zueinander zirkulieren, ist dabei nicht möglich. In Saisons, in denen zwei B-Stämme zu gleichen Anteilen zirkulieren, oder in denen derjenige B-Stamm dominant zirkuliert, der nicht im trivalenten Impf¬stoff enthalten ist, erscheint es plausibel, dass der tetravalente Impf¬stoff gegenüber den B-Stämmen einen breiteren Schutz bietet. Dies ist jedoch nicht in jeder Saison der Fall*2).


Quelle:

*1 RKI Ratgeber für Ärzte  - www.rki.de – Infektionsschutz
*2 Saisonale Influenzaimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten (www.rki.de/DE/Home/homepage_node.html)

 


31.10.2016

Neue Impfempfehlungen der Stiko werden erst Kassenleistung nach Übernahme in die Schutzimpfungsrichtlinie

Die aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission wurden Anfang September veröffentlicht (Epid. Bull. 34/2016). Der Gemeinsame Bundesausschuss prüft, ob er die aktualisierten Impfempfehlungen übernimmt und die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) entsprechend anpasst. Nur die darin aufgeführten Schutzimpfungen können zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durchgeführt werden.

Wir informieren umgehend, sobald eine Anpassung der SI-RL rechtskräftig erfolgt ist.

 

Pneumokokkenimpfung überarbeitet

Eine der wesentlichen Änderungen betrifft die Empfehlungen zur Pneumokokken-Schutzimpfung für Senioren und andere gefährdete Risikogruppen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für die Standardimpfung bei Senioren den 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff (Pneumovax 23) und neu gegebenenfalls Wiederholungsimpfungen mit diesem im Abstand von sechs Jahren nach individueller Indikationsstellung. Auch bei den Indikationsimpfungen werden jeweils konkrete Empfehlungen zur Durchführung (Wahl der Impfstoffe: Polysaccharid- oder Konjugatimpfstoff; sequenzielle Impfung) gegeben. So wird z.B. für die Patienten ab 16 Jahren  mit chronischen Erkrankungen ohne Immundefizienz wie z.B. Diabetes oder COPD die alleinige Impfung mit dem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff empfohlen.

 

Hinweise zur Durchführung von Schutzimpfungen

Erstmals werden auch Hinweise zur Schmerz- und Stressreduktion bei Impfungen beispielsweise durch die Gabe schmerzstillender Medikamente, die Körperposition bei Neugeborenen und Kindern sowie Injektionstechniken gegeben. Neu aufgenommen wurden auch Hinweise zu Lieferengpässen bei Impfstoffen und zur Meldung eines Verdachts auf eine Impfkomplikation.

 


12.04.2016

Bestellung von Grippeimpfstoffen für die Saison 2016/2017

Bei der Ausschreibung für die Grippesaison 2016/2017 haben die Krankenkassen zwei Grippeimpfstoffen den Zuschlag erteilt:

·         Influvac® Fertigspritzen mit feststehender Kanüle (10er Packung) von Mylan Healthcare und

·         Vaxigrip® ohne Kanüle (10er Packung) von Sanofi Pasteur MSD

 

Vorbestellung

Ab sofort und bis spätestens 30.Juni können maximal 50 Prozent des Vorjahresbedarfs der Praxis auf einem Kassenrezept (Muster 16) in einer Apotheke Ihrer Wahl vorbestellt werden. Notwendige Angaben auf dem Rezept lauten: „Grippeimpfstoff 2016/2017 mit Kanüle“ oder „Grippeimpfstoff 2016/2017 ohne Kanüle“ plus Menge. Vorbestellungen von größeren Mengen sollten auf mehreren Rezepten erfolgen und höchstens 250 Impfdosen pro Rezept umfassen, um die zeitnahe Belieferung und die schnellere Abrechnung bereits gelieferter Mengen zu erleichtern. Mehr

 


27.10.2015

Das Paul- Ehrlich- Institut (PEI) veröffentlicht Übersicht zu Lieferengpässen  von Impfstoffen

Seit Mitte Oktober veröffentlicht das PEI auf seinen Internetseiten eine Übersicht über offiziell gemeldete Lieferengpässe bei Human-Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten (www.pei.de). Der Übersicht sind zu entnehmen:

  •  welche Impfstoffe derzeit nicht zur Verfügung stehen. Die Liste beschränkt sich auf Impfstoffe, die von der Stiko empfohlen werden
  • Hinweise auf alternative Impfstoffe (mit Verweis auf die entsprechenden Fachinformationen)
  • Sind keine Alternativen vorhanden, wird eine Handlungsempfehlung des RKI beziehungsweise der Stiko gegeben
  • Informationen über die voraussichtliche Wiederverfügbarkeit des Impfstoffs

Die Übersicht basiert auf Meldungen der Zulassungsinhaber und beinhaltet Impfstoffe, die aktuell von einem Lieferengpass betroffen sind oder bei denen ein Lieferengpass absehbar ist. Von einem Lieferengpass wird gesprochen, wenn entweder die Auslieferung eines Impfstoffes im üblichen Umfang voraussichtlich länger als zwei Wochen unterbrochen ist oder die Nachfrage nach Impfstoffen unerwartet gestiegen ist und nicht angemessen bedient werden kann.

 



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