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Schutzimpfung

Diese Form der Prävention ist seit Jahrzehnten etabliert und ein wichtiger Beitrag zur globalen Eindämmung von ansteckenden Krankheiten. Die Durchimpfungsrate der Bevölkerung ist maßgeblich für eine Verhinderung von Pandemien, die durch bekannte Erreger ausgelöst werden. Hier ist der Arzt als erster Ansprechpartner für den Patienten aufgerufen, die Impfbereitschaft durch Beratungsangebote zu erhöhen.

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Information


31.03.2017

Wichtige Information zum Bezug von Grippeimpfstoffen für die nächste Saison 2017/2018

Auch für die nächste Grippesaison gelten in Hamburg die bisherigen Rabattverträge nach Auffassung der Kassen weiter. Sie sind danach auch in der nächsten Saison verpflichtet vorrangig  die rabattierten Grippeimpfstoffe - Influvac® Fertigspritzen mit feststehender Kanüle (10er Packung) von Mylan Healthcare und Vaxigrip® ohne Kanüle (10er Packung) von Sanofi Pasteur MSD zu verwenden.

 

Wir empfehlen unbedingt diese Rechtsauffassung der Kassen zu berücksichtigen und die Bestellung der Grippeimpfstoffe entweder noch zurückzustellen oder die Bestellung auf die oben angegebenen Impfstoffe zu beschränken. Auch für die nächste Saison würde dann gelten, dass abweichende Grippeimpfstoffe nur in medizinisch begründbaren Einzelfällen statthaft sind.

 

Die Kassen haben die KVH am 30. März wie folgt  informiert (Zitat):

"Mit Inkrafttreten des AMVSG endet die Möglichkeit für die Krankenkassen, GrippeImpfstoffe exklusiv auszuschreiben. Anders als beispielsweise im Bereich Zytostatika, greift die Gesetzesänderung aber nicht in bestehende Verträge ein. Bereits geschlossene Verträge sowie deren ggf. beschlossene Vertragsverlängerungen bestehen daher unverändert fort.

 

Die Krankenkassen und -verbände der GKV Hamburg haben die Versorgung Ihrer Versicherten mit Grippeimpfstoffen für die Saison 2016/201 7 im Zwei-Partner-Modell ausgeschrieben. Bestandteil der Verträge ist eine Verlängerungsoption für die Saison 2017/2018. Von dieser Verlängerungsoption hat die GKV Hamburg bereits vor Inkrafttreten des AMVSG (voraussichtlich April 2017) für das Losgebiet Gebrauch gemacht. Die geschlossenen Verträge behalten daher Ihre Gültigkeit und sind entsprechend zu
bedienen.


Diese Rechtsauffassung wird durch die Beschlussfassung des Gesundheitsausschusses zum  Gesetzentwurf des AMVSG vom 08.03.2017 bekräftigt. Anderslautende Stellungnahmen und  Pressemitteilungen, die vor dem 08.03.2017 verfasst wurden, treten in Ihrer Aussagekraft hinter dieser Beschlussfassung zurück.

 

Ergänzend möchten wir noch darauf hinweisen, dass die Rechtsprechung eine Verpflichtung zur Wahl des günstigsten Bezugsweges festgestellt hat, sofern die Krankenkassen entsprechend darauf hinweisen (vgl. BSG 25.1 1.201 5, B 3 KR 1 6/1 5 R Randnummer 35)(...)"



27.12.2016

Klarstellung: Kein Bezug von tetravalentem Grippeimpfstoff (z.B. Influvac Tetra®)  zu Lasten der Kassen

Hamburger Kassen lehnen den Bezug des tetravalenten Grippeimpfstoffs – auch für besonders erkrankte Patienten wie z.B. Tumorpatienten -  zu ihren Lasten ab (Ausnahme Fluenz Tetra für 2 bis 6 jährige „Indikations“ –Kinder – siehe KV Journal 12/2016). Dies war das Ergebnis einer Klarstellung zu diesem Thema anlässlich der quartalsweise stattfindenden Gespräche zum Thema Sprechstundenbedarf - /Impfbedarf. Da diese Fragestellung – trivalent oder tetravalent – aus der Ärzteschaft an die KVH herangetragen wurde, sahen wir die Notwendigkeit, diese Frage noch einmal mit den Kassen zu  thematisieren. Hierbei legte die Kassenseite unmissverständlich klar, dass sie auch in Einzelfällen keine medizinischen Indikationen sieht, bei denen der Bezug des nicht rabattierten tetravalenten Impfstoffs den trivalenten Impfstoffen vorzuziehen wäre.

Wir empfehlen deshalb, die Impfung mit dem tetravalenten Impfstoff  ausschließlich als Privatleistung abzurechnen. Diese Empfehlung gilt  nicht nur für  „Wunschleistungen“ der Patienten, sondern auch für den Fall, dass  ärztlicherseits eine Indikation zur Bevorzugung des tetravalenten Impfstoffs im Einzelfall gesehen wird. Unbenommen bleibt natürlich dem Patienten die Möglichkeit bei seiner Kasse eine Kostenerstattung in diesen Fällen zu beantragen ggf. zu erstreiten.

Fachlicher Hintergrund:

Die Stammzusammensetzung der Influenza-Impfstoffe muss jedes Jahr an die aktuelle epidemiologische Situation angepasst werden, weil sich die Eigenschaften der zirkulierenden Influenzaviren verändern. Die genaue Zusammensetzung wird jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Dabei werden diejenigen Virus-Stämme berücksichtigt, die für die Mehrzahl der Influenza-Infektionen in der vergangenen Saison verantwortlich waren.
Der Influenzaimpfstoff für die Saison 2016/2017 setzt sich gemäß der Empfehlungen der WHO und des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten folgender Viren zusammen
trivalente Grippeimpfstoffe (trivalente Grippeimpfstoffe):

  • A/California/07/2009 (H1N1) pdm 09-ähnlicher Stamm
  • A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-ähnlicher Stamm
  • B/Brisbane/60/2008-ähnlicher Stamm (Victoria-Linie)

Für quadrivalente (tetravalent) Impfstoffe werden die Antigene der oben genannten Viren sowie eine Variante von B/Phuket/3073/2013 (Yamagata-Linie) empfohlen*1.
Eine genaue Vorhersage darüber, welche Influenza-Stämme in welchem Verhältnis zueinander zirkulieren, ist dabei nicht möglich. In Saisons, in denen zwei B-Stämme zu gleichen Anteilen zirkulieren, oder in denen derjenige B-Stamm dominant zirkuliert, der nicht im trivalenten Impf¬stoff enthalten ist, erscheint es plausibel, dass der tetravalente Impf¬stoff gegenüber den B-Stämmen einen breiteren Schutz bietet. Dies ist jedoch nicht in jeder Saison der Fall*2).


Quelle:

*1 RKI Ratgeber für Ärzte  - www.rki.de – Infektionsschutz
*2 Saisonale Influenzaimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten (www.rki.de/DE/Home/homepage_node.html)

 



 


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