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Diagnosenverschlüsselung nach ICD-10-GM

Ab 1. Januar 2012: Praxissoftware unterstützt bei der Kodesuche nach ICD-10-GM

Zum Jahresbeginn 2012 fallen die Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) endgültig weg. Die Funktionalitäten in der Praxisverwaltungssoftware wurden entsprechend angepasst. Was das für Sie bedeutet, wollen wir Ihnen nachfolgend erläutern.

Weiterhin gesetzliche Verpflichtung zum Kodieren nach ICD-10-GM

Mit dem Wegfall der AKR sind bestimmte Funktionalitäten in der Praxisverwaltungssoftware (PVS) nicht mehr aktuell. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat die Servicefunktionen zum Kodieren deshalb überarbeitet. Das entsprechende Software-Update für das erste Quartal 2012 wurde Mitte November an die PVS-Hersteller ausgeliefert. Alle jetzt noch enthaltenen Informationen zu den AKR in der Software werden danach komplett herausgenommen. Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten haben stattdessen künftig die Möglichkeit, sich Hinweise zur Anwendung der ICD-10-GM anzeigen zu lassen. Die Nutzung dieses Services ist freiwillig. Er soll Praxen bei der Verschlüsselung von Behandlungsdiagnosen unterstützen. Denn mit dem Versorgungsstrukturgesetz soll zwar die Vorgabe zur Vereinbarung von AKR auf Bundesebene entfallen, die gesetzliche Verpflichtung zum Kodieren nach der ICD-10-GM aber bleibt weiterhin bestehen.

 

Auswirkungen im Rahmen der PVS-Systeme ab 1. Januar 2012

AKR-Inhalte werden in der Praxisverwaltungssoftware nicht mehr angezeigt, Kodes und Regeln der ICD-10-GM sind nach wie vor hinterlegt.

 

Es gibt weiterhin zwei Schalter zum freiwilligen Ein- und Ausschalten von Unterstützungsfunktionen zur Anwendung der ICD-10-GM in der Praxissoftware:

  • Schalter 1: Ablagemöglichkeit für anamnestische Diagnosen

Ärzte, die die AKR schon angewendet haben und eine Gliederung der Dauerdiagnosen in anamnestische und behandlungsrelevante Dauerdiagnosen vorgenommen haben, können den Schalter auf freiwilliger Basis aktiviert lassen. Dadurch bleibt die Aufteilung erhalten. Sie entspricht den Vorgaben der ICD-10-GM und ist weiterhin sinnvoll. Inwieweit eine Praxis diese Unterscheidung in anamnestische und Dauerdiagnosen weiterhin nutzen will, bleibt ihr selbst überlassen.

  • Schalter 2: Aktivierung von Hinweisen zur richtigen Anwendung der ICD-10-GM

Bereits freigeschaltete Regelwerke mit Hinweisen zur korrekten Kodierung nach ICD-10-GM können ebenfalls durch Einschalten des entsprechenden Schalters weiter auf freiwilliger Basis genutzt werden. Die Regeln wurden um  AKR-Inhalte bereinigt, komplett überarbeitet, auf häufige fachgruppenübergreifende chronische Erkrankungen wie Diabetes und Hypertonie reduziert.

Die ICD-10-GM wurde an die Version 2012 angepasst. Diese enthält im Vergleich zur Version 2011 folgende Änderungen:

  • Kapitel IX: Unterteilung nach Lokalisation bei Thrombose, Phlebitis und Thrombophlebitis (I80.-)
  • Kapitel XVIII: neuer Kode für die Veränderung des prostataspezifischen Antigens [PSA] (R77.80)
  • Kapitel XIX: neuer Kode für Infektion und entzündliche Reaktion durch interne Prothesen, Implantate oder Transplantate im Nervensystem (T85.72)

An der sogenannten ICD-10-Stammdatei, die von der KBV zur Einbindung in die Praxisverwaltungssoftware ausgeliefert wird, wurden die Einträge, die als „hausarztrelevant“ gelten, gekennzeichnet. Damit wird neben dem systematischen und alphabetischen Verzeichnis der ICD-10-GM eine dritte Suchmöglichkeit zur Verfügung gestellt. Sie soll besonders Hausärzte bei der Ermittlung eines ICD-10-Kodes im Rahmen einer Freitextsuche unterstützen. Durch die Möglichkeit, die Suchgrundlage einzuschränken, wird die Menge an angezeigten Ergebnissen bei Freitexteingabe deutlich reduziert. Dadurch ist die Anzeige übersichtlicher und der „hausärztliche“ Anwender wird nicht durch die Fülle der angezeigten Kodes mit Bezeichnungen, die oft nur an wenigen Stellen variieren und für diese Zielgruppe in diesem Differenzierungsgrad irrelevant sind, belastet. Zum Vergleich: Der Hausarzt-Thesaurus enthält etwa 2.000 Begriffe zu den häufigsten hausärztlichen ICD-10-Kodes, der gesamte Thesaurus rund 77.000. Diese Funktion steht zur optionalen Einbindung in die Praxisverwaltungssoftware zur Verfügung.

 

Ergänzende Werkzeuge zur Kodierunterstützung wie die ZI-Kodierhilfe werden ebenfalls zur optionalen Einbindung in die Praxisverwaltungssoftware zur Verfügung gestellt. Sie sind zur ICD-10- GMKodierunterstützung angepasst worden.

 

Der ICD-10-Browser als Suchmaschine zur Ermittlung des korrekten ICD-10-GM-Kodes wird auch zukünftig inklusive der „Hausarztfunktion“ auf der Internetseite der KBV zur Kodierunterstützung bereitgestellt.

 

 

Ärzten entstehen keine Kosten

Den Ärzten und Psychotherapeuten entstehen durch diese Maßnahmen keine Kosten. Bereits durchgeführte Anpassungen und Bereinigungen von Diagnosenkodierungen bleiben bestehen. Geleistete Arbeit geht damit nicht verloren.


Weitere Kodierhelfer: Internetseite und Wegweiser ICD-10-GM

Weitere Unterstützungsangebote stellt die KBV auf Ihrer Internetseite zur Verfügung. Auf der Serviceseite „ICD kodieren“ (www.kbv.de/kodieren) werden sukzessive praktische Hilfen wie Checklisten, FAQ und Kodierbeispiele zur Anwendung der ICD-10-GM bereitgestellt, um das Kodieren möglichst unkompliziert in den Praxisalltag zu integrieren.