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Verordnung


08.04.2014

AOK Rheinland-Hamburg – Erneut Prüfanträge wegen Arzneimittelverordnungen und unzureichender ICD-10 Kodierungen - Angabe von ICD-10 Kodierungen erforderlich         

Aus aktuellem Anlass weisen wir darauf hin, dass die AOK Rheinland-Hamburg erneut Prüfanträge bei der Gemeinsamen Prüfungsstelle (GPS) wegen Arzneimittel­verordnungen gestellt hat. Diese Arzneimittelverordnungen sind nach Ansicht der AOK Rheinland-Hamburg unzutreffend oder gar nicht kodiert worden. Die betroffenen Praxen werden in den kommenden Tagen von der GPS angeschrieben. Hintergrund der Prüfanträge der AOK Rheinland-Hamburg sind die sozialrechtlichen Verpflichtungen (u.a. das Wirtschaftlichkeitsgebot) zur vollständigen und richtigen Kodierung der erbrachten ärztlichen Leistungen und Verordnungen.

 

Für den Fall, dass eine Praxis einen solchen Prüfantrag erhält, weisen wir darauf hin, dass die Praxis die den Verordnungen zu Grunde liegenden Indikationen ausschließlich als ICD-10 Kodierungen gegenüber der GPS in der dem Schreiben der GPS beiliegenden Tabelle angeben möge. Darüber hinaus sollten unbedingt bei der Abrechnung der ärztlichen Leistungen alle Erkrankungen, die den entsprechenden Verordnungen (inkl. Arzneimittelverordnungen) zu Grunde liegen, mit den jeweiligen ICD-10 Kodierungen angegeben werden.


Bei Fragen zum Anschreiben der GPS wenden Sie sich an die Abteilung „Praxisberatung“ unter der Telefonnummer 040 / 22802-571/-572.   

 


06.03.2014

Aggrenox® ist ab  01.04.2014 nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsfähig

Der entsprechende Beschluss des Bundesausschusses zu Dipyridamol in Kombination mit ASS vom Mai 2013 tritt nun zum 1. April 2014 in Kraft.

 

Basis dieser Entscheidung des Bundesausschuss war ein Bericht des IQWiG zur Nutzenbewertung von Dipyridamol plus ASS zur Sekundärprävention nach Schlaganfall oder TIA. In diesem Bericht kam das IQWiG zu dem Schluss, dass es keinen Beleg dafür gibt, dass die Kombinationstherapie mit Dipyridamol plus ASS einen Zusatznutzen im Vergleich zu einer Monotherapie mit einem Thrombozytenaggregationshemmer (ASS oder Clopidogrel) hat. Diesem fehlenden Beleg für einen Zusatznutzen steht ein Beleg für einen höheren Schaden unter dieser Kombinationstherapie gegenüber. Dieser größere Schaden ergibt sich insbesondere aufgrund häufiger auftretender schwerwiegender Blutungen in der Langzeittherapie. In der Langzeittherapie gibt es darüber hinaus einen Beleg für häufigere Studienabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse unter der Kombinationsbehandlung sowie für einen größeren Schaden bei der Gesamtrate unerwünschter Ereignisse gegenüber ASS. Dies rechtfertigt die Schlussfolgerung, dass Dipyridamol plus ASS gegenüber der Monotherapie mit einem Thrombozytenaggregationshemmer (ASS oder Clopidogrel) als therapierelevant unterlegen und damit als unzweckmäßig einzustufen ist  (Tragende Gründe zum Beschluss).

 

Den Beschluss und den vollständigen Text zu den Tragenden Gründen  finden Sie unter www.g-ba.de,

 

 


 

6.01.2014

Anwendungseinschränkungen von Dihydroergotamin-haltigen Arzneimitteln

Die Hersteller informieren in einem Rote-Hand-Brief, dass auf europäischer Ebene eine Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses von Dihydroergotamin-haltigen Arzneimitteln durchgeführt wurde. Hintergrund waren Sicherheitsbedenken aufgrund gemeldeter schwerer Fälle von Fibrose und Ergotismus. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass in einigen Indikationen das Fibrose- und Ergotismusrisiko den Nutzen der Therapie überwiegt.

Daher dürfen Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dihydroergotamin in folgenden Indikationen zukünftig nicht mehr verschrieben werden:

•          Prophylaxe von Migränekopfschmerz

•          orthostatische Hypotonie

•          symptomatische Behandlung bei venös-lymphatischer Insuffizienz

Patienten, die gegenwärtig Dihydroergotamin-haltige Präparate in den oben genannten Indikationen einnehmen, sollten beim nächsten regulären Arztbesuch auf eine alternative Therapieoption umgestellt werden.

 

Rote-Hand-Brief zu Dihydroergotamin-haltigen Arzneimitteln vom Januar 2014

 


25.09.2013

Fiktiv zugelassene Arzneimittel – Neue Prüfanträge der Krankenkassen

In der Vergangenheit haben die Krankenkassen beim Bezug des Sprechstundenbedarfes für einige fiktiv zugelassene Präparate, Prüfanträge bei der Gemeinsamen Prüfungsstelle (GPS) gestellt.

 

Die GPS teilte mit, dass zu den Präparaten:

  • Myoson®;
  • Diamox®;
  • Vagantin®;
  • Inimur®;
  • Cysto Myacyne® und
  • Tepilta®

Prüfanträge im Rahmen der Feststellung von „Sonstigen Schäden“ (§ 17 Prüfungsvereinbarung) gestellt wurden. Hintergrund ist auch hier, dass derartige Präparate nach einem Urteil des Bundessozialgerichts (Urteil vom 27.09.2005) nicht zu Lasten der GKV verordnungsfähig seien.

 


18.09.2013

Verordnung von Arzneimitteln im Off-Label-Use: Gratwanderung zwischen notwendiger Versorgung und Regress

Häufig sieht sich der niedergelassene Vertragsarzt gezwungen, seinen Patienten Arzneimittel zu verordnen, die für die betreffende Erkrankung nicht zugelassen sind (Off-Label-Use). Dabei bewegt er sich in einer rechtlichen Grauzone zwischen notwendiger Versorgung und Regress. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg hat in ihrer Publikation „Verordnungsforum“ zu den wesentlichen haftungsrechtlichen und leistungsrechtlichen Aspekten Stellung genommen. Bitte beachten Sie dass sich aufgrund regionaler Besonderheiten die Ausführungen nicht vollständig auf die KV Hamburg übertragen lassen.

Gibt es keine Therapiealternative und bestehen zusätzlich Unsicherheiten bezüglich der Schwere der Erkrankung und des Evidenzgrades der Therapie, soll entsprechend § 2 Abs. 1a SGB V vor der Verordnung vom Versicherten oder dem behandelnden Arzt ein Antrag an die Krankenkasse gerichtet werden. Einen entsprechenden Musterantrag finden Sie hier. 

 


22.08.2013

Einsatz von Kortikoiden bei wirbelsäulennahen Injektionen

Die Applikation von Kortikoiden an  neuralen Strukturen stellt einen Off–Label–Use dar. 

Weder die für diese Anwendungen verwendeten Kristallsuspensionen mit den Wirkstoffen  Triamcinolon, Dexamethason oder Betamethason noch die wässrigen Korticoid – Lösungen (z.B. Dexamethason) sind explizit zur periradikulären, epiperineuralen oder epiduralen Anwendung arzneimittelrechtlich zugelassen. Lediglich die intraartikuläre Injektion ist von den entsprechenden Zulassungen gedeckt.

 

Damit stellt auch der kombinierte Einsatz von Lokalanästhetika und Kortikoiden in der periradikulären, epiperineuralen oder epiduralen Applikation einen Off–Label–Use dar.  

 

Konsequenzen für die Verordnungsfähigkeit

Arzneimittel  können nur in sehr engen definierten Grenzen, die im patientenindividuellen Einzelfall zu prüfen sind, außerhalb ihrer Zulassungsindikationen (off-label) zu Lasten der Kassen verordnet werden,.(schwerwiegende/lebensbedrohliche Erkrankung sowie Fehlen einer zugelassenen Therapieoption). Diese Vorraussetzungen sind bei einer wirbelsäulennahen Injektion im Rahmen einer Schmerzbehandlung nicht erfüllt. Deshalb sind Kortikoide in dieser Indikation nicht verordnungsfähig.

Die Zulassungsindikationen der einzelnen Arzneimittel sind in der entsprechenden Fachinformation angegeben. (www.fachinfo.de; oder ggf. beim Hersteller anforderbar).

 

Hintergrund

Aufgrund von Anfragen aus verschiedenen KV Regionen erhielt die KBV den Auftrag die Frage des Zulassungsstatus von Kortikoiden in dieser Indikation und die Konsequenzen für die Abrechenbarkeit der EBM Ziffern zu prüfen. Mit dem Rundschreiben vom 18.06.2013 informierte die KBV die KVen über den oben geschilderten Sachverhalt.

 

Rundschreiben der KBV 89/2013 vom 18.06.2013

 


01.07.2013

Ruhen der Zulassung Tetrazepam-haltiger Arzneimittel zum 1. August 2013

Die Europäische Kommission hat das Ruhen der Zulassung von Tetrazepam-haltigen Arzneimitteln angeordnet und ist damit einer Empfehlung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) und der Koordinierungsgruppe für das VerfahrenVerfahren der gegenseitigen Anerkennung und das dezentralisierte bei Humanarzneimitteln (CMDh) gefolgt (Drug Safety Mail 2013-09). In Deutschland tritt die Anordnung am 1. August 2013 in Kraft. Hieraus ergeben sich folgende Konsequenzen:

  • Tetrazepam-haltige Präparate können ab dem 1. August nicht mehr verschrieben werden.
  • Die Ärzte werden gebeten, eine bestehende Tetrazepamtherapie zu beenden und eine Alternativtherapie zu erwägen. Beim plötzlichen Absetzen von Tetrazepam nach längerer Anwendung kann es zu Absetzerscheinungen kommen, die auch mit Verzögerung von einigen Tagen auftreten können. Die Dosis sollte schrittweise über mehrere Wochen reduziert werden. Patienten sollten über die Entzugssymptomatik und die Vorgehensweise bei der Dosisreduktion informiert werden.
  • Die Apotheker werden gebeten, Patienten, die ein Tetrazepam-Rezept vorlegen, an den verordnenden Arzt zu verweisen.

Rote-Hand-Brief vom 24.06.2013

 


22.04.2013

Klarstellung des G-BA zu Verordnungen im Rahmen des langfristigen Heilmittelbedarfs

Aufgrund der unterschiedlichen Auffassungen von KBV und GKV-Spitzenverband / Krankenkassen zur Frage, ob bei Verordnungen über langfristigen Heilmittelbedarf nach Anlage 2 der Vereinbarung über Praxisbesonderheiten zunächst der Regelfall der Heilmittel-Richtlinie (Erst-, Folgeverordnung, Gesamtverordnungsmenge des Regelfalls)  zu durchlaufen ist, war von Seiten des Unterausschusses "Veranlasste Leistungen" kurzfristig eine Sitzung der Arbeitsgruppe „Überarbeitung der Heilmittel-Richtlinie“ einberufen worden. Im Schreiben des Vorsitzenden des Unterausschusses Veranlasste Leistungen wird das Verfahren konkretisiert.

 


03.04.2013

AOK Versicherte – Verordnung von Elektrostimulationsgeräten nur noch über bestimmte Unternehmen

Die AOK Bayern teilte mit, dass die Versorgung von AOK Versicherten mit niederfre-quenten Elektrostimulationsgeräten zur Schmerzbehandlung (Hilfsmittelverzeichnis - 09.37.01) und niederfrequenten Elektrostimulationsgeräten zur Muskelstimulation (Hilfsmittelverzeichnis - 09.37.02.0, 09.37.02.1, 09.37.03., 09.37.02.4) ausgeschrieben wurde und nun die Zuschläge erteilt wurden.


Alle AOK-Versicherten, die Ihren Wohnort nicht in Bayern haben,  können ab dem 01. April 2013 ausschließlich durch die Firma tic Medizintechnik GmbH & Co. KG / Endeler Feld 9 / 46286 Dorsten / Tel. 0800/2085000 / Fax: 02369/208510 mit den o.g. Hilfsmitteln versorgt werden. Für die schnellstmögliche Versorgung der Versicherten senden Sie Ihre Verordnung direkt an die o.g. Firma. Bei Fragen zur Geräteeinweisung, o.ä. können Sie sich ebenfalls direkt an die Firma wenden.
 

 




15.01.2013

Heilmittel: Neues Meldeverfahren für Praxisbesonderheiten

Anfang des Jahres sind neue Regelungen zur Anerkennung von Praxisbesonderheiten bei der Verordnung von Heilmitteln in Kraft getreten (siehe KV-Journal Nr.1/2013, S.22). Auf Bundesebene sind verbindliche, bundesweit geltende Praxisbesonderheiten für die Heilmittelverordnung vereinbart worden. Außerdem wurde das Meldeverfahren geändert: Die Praxisbesonderheiten bei der Heilmittelverordnung werden nicht mehr durch die bisher genutzten Symbolnummern kenntlich gemacht, sondern durch die ICD-10-Kodierung der Diagnosen, die die Verordnung ausgelöst haben.

Da die Hersteller der Praxisverwaltungssysteme die notwendigen technischen Änderungen noch nicht vornehmen konnten, sind die ICD-10-Kodierungen bis auf Weiteres handschriftlich an geeigneter Stelle (z.B. zu Beginn der Diagnosezeile) auf dem Verordnungsblatt einzutragen. Selbstverständlich ist der Indikationsschlüssel entsprechend des Heilmittelkataloges auf dem Verordnungsblatt anzugeben.

Zu Verwirrung in vielen Praxen hat geführt, dass zahlreiche Praxisverwaltungssysteme noch die alten Symbolnummern enthalten. Bitte verwenden Sie die Symbolnummern nicht mehr. Sie sind ungültig. Weitere Informationen zum Thema Heilmittel erhalten Sie hier.

Die Praxisbesonderheiten bei der Verordnung von Arzneimitteln können wie bisher auch mit den  entsprechenden Symbolnummern in den Praxisverwaltungssystemen geltend gemacht werden.