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16.07.2018

Rückruf Valsartanhaltiger Arzneimittel: Aktuelle Pressemitteilung des BfArm vom 13.07.2017

Im Zuge des europaweiten Rückrufs valsartanhaltiger Arzneimttel aufgrund  einer möglichen  Verunreinigung mit N-Nitrosodimethylamin (NDMA)  empfiehlt  das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am vergangenen Freitag in einer aktuellen Pressemitteilung, dass Patienten auf ein nicht vom Rückruf betroffenes Arzneimittel umgestellt werden sollten. Patienten, die Valsartan-haltige Arzneimittel einnehmen, sollten sich mit ihrem Arzt oder Apotheker in Verbindung setzen, um zu prüfen, ob das von ihnen eingenommene Arzneimittel aus einer der zurückgerufenen Chargen stammt. Eine Liste betroffener Chargen ist auf der Webseite der AkdÄ abrufbar.

 

Das BfArm betont weiterhin dass die Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden sollen, da das gesundheitliche Risiko eines Absetzens um ein Vielfaches höher liegt als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung. Ein akutes Patientenrisiko besteht nicht!

 

Es gibt nun grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • Umstellung auf nicht betroffene valsartanhaltige Arzneimittel z.B. Valsartan Aurobindo®, Valsartan Dura®, Valsacor® oder Diovan®/ Provas®. Die KV Hamburg empfiehlt,  die Verordnung der Produkte des Originalanbieter Novartis (u. a. Diovan®)zu vermeiden, da diese sowohl für den Kostenträger als auch für die Patienten (auch für die, die von der Zuzahlung befreit sind)  mit deutlichen Mehrkosten verbunden sind. Einzelne Kassen haben allerdings bereits angekündigt, die anfallenden Mehrkosten und/oder die gesetzliche Zuzahlung entsprechender Ersatzverordnungen zu erstatten. Betroffene  Versicherte sollen sich dazu bei ihrer Krankenkasse erkundigen.

  • Umstellung auf ein anderes Sartan. Aufgrund der Dimension des Rückrufes ist davon auszugehen, dass früher oder später überhaupt keine valsartanhaltigen Präparate mehr zu bekommen sind. Daher kann es erwogen werden, Patienten die eine Neuverordnung benötigen,  bereits jetzt auf ein anderes Sartan  umzustellen. Dabei sind allerdings die etwas unterschiedlichen Wirkungen und Dosierungen der anderen Sartane zu berücksichtigen. Eine übersichtliche Darstellung der verschiedenen Sartane/Angiotensin II/AT1-Blocker im Hinblick auf die Indikationsgebiete, Dosierungen und Bioverfügbarkeitsparameter finden Sie  z. B. hier

Die KVH empfiehlt dabei  grundsätzlich eine Wirkstoffverordnung auszustellen ohne aut-idem anzukreuzen, sowohl für den Fall, dass Sie ein anderes nicht zurückgerufenes Valsartan-Präparat verordnen möchten, als auch dann, wenn Sie sich für einen anderen Wirkstoff entschieden haben!

 

Im Rahmen der  neuen Wirkstoffvereinbarung sind solche "Nachverordnungen" - soweit es sich um Generika oder Rabatt-Arzneimittel handelt - aufgrund der Systematik der Wirkstoffziele (Quoten) nicht als unwirtschaftlich zu bewerten. Für den (unwahrscheinlichen) Fall einer Einzelfallprüfung ist diese Ausnahme schnell erklärt – die Dokumentation der „Neu-Verordnung“ in der Patientenakte vorausgesetzt.

 

Pressemitteilung des BfArm vom 13.07.2018

FAQ des BfArm zu Valsartan

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) : Information zum chargenbezogenen Rückruf Valsartan-haltiger Arzneimittel

 


10.07.2018

Information zum chargenbezogenen Rückruf Valsartan-haltiger Arzneimittel

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert am 04. 07.2018 darüber, dass in der Europäischen Union ein chargenbezogener Rückruf Valsartan-haltiger Arzneimitteln erfolgt, deren Wirkstoff von dem chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical produziert wurde. Der Grund für den Rückruf ist, dass in der Ausgangssubstanz eine vermutlich krebserregende Verunreinigung entdeckt wurde. Laut der Pressemitteilung des BfArM  „liegen bislang noch keine Erkenntnisse darüber vor, ob und in welchen Konzentrationen die Verunreinigung in den hieraus hergestellten Arzneimitteln enthalten ist. Der Rückruf aller betroffenen Chargen erfolgt daher vorsorglich europaweit bis zur Klärung des Sachverhaltes. Patientinnen und Patienten, die valsartanhaltige Arzneimittel einnehmen, sollen die Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt absetzen, da das gesundheitliche Risiko eines Absetzens um ein Vielfaches höher liegt als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung. Ein akutes Patientenrisiko besteht nicht.“ Ein Rückruf auf Patientenebene ist derzeit nicht vorgesehen. Das BfArM hat angekündigt unverzüglich darüber informieren, sobald weitere Erkenntnisse vorliegen.

 

 


 

26.06.2018

Patentstreitigkeiten bei generischer Fixkombination aus Ezetimib und Simvastatin

Inegy® (Simvastatin/Ezetimib)-Generika müssen aus patentrechtlichen Gründen zurückgerufen werden. Die Herstellerfirma des Originalpräparates Inegy® (MSD) hat eine einstweilige Verfügung erwirkt. Die Generika sind erst im Mai auf den Markt gekommen. Bitte beachten Sie den Artikel im aktuellen KV-Journal Nr. 7/8 „Großes Einsparpotential bei der Verordnung von Ezetimib“. Bei  Redaktionsschluss  waren Simvastatin/Ezetimib-Generika  noch verfügbar und eine nachträgliche Aktualisierung leider nicht mehr möglich. Davon unberührt bleibt der Einzelwirkstoff Ezetimib generisch verfügbar. Für Ezetimib bestehen seit April 2018 keinerlei Schutzrechte mehr. Die Generika, die im Mai eingeführt wurden, bleiben im Markt.

 

Hinweis zur wirtschaftlichen Verordnungsweise: Generische Monopräparate von Ezetimib und Simvastatin sind deutlich günstiger als fixe Kombinationen (siehe Preise u.a.). Diese Kombipräparate sollten nur im Einzelfall bei ansonsten gefährdetem Therapieerfolg verordnet werden.

  • Fixe Kombination aus Ezetimib und Simvastatin: Inegy®/Goltor 10mg/10mg 100Stück 224,65€
  • Preis der Monopräparate: Simvastatin 10mg 100 Stück z.B von 1 A Pharma 13,11€,

    Ezetimib 10mg 100 Stück z.B. von AbZ  70,52€ ( Vergleich Ezetrol® Original 10mg 100 Stück  178,48€) 

 

Preise der Lauer-Taxe entnommen: Stand 26.06.2018

 

 


 

20.06.2018

Gebrauchsanweisung auf Verordnungen von Rezepturen, die in der Apotheke hergestellt werden zwingend notwendig!

Verordnungen von Rezepturen, die in der Apotheke hergestellt werden, müssen eine Gebrauchsanweisung für den Patienten enthalten. Dies sieht die Arzneimittelverschreibungsverordnung, § 2 Abs. 1 Nr. 7 , zwingend vor. In letzter Zeit kommt es gegenüber Apotheken vermehrt zu Retaxationen durch Krankenkassen bei Rezepturverordnungen, wenn eine entsprechende Gebrauchsanweisung fehlt. Ohne eine Gebrauchsanweisung für den Patienten handelt es sich um eine unklare Verordnung und die Apotheke ist gezwungen mit der Praxis Rücksprache zu halten. Das bedeutet auch in der Arztpraxis erhöhter und vor allem vermeidbarer Arbeitsaufwand. Bitte denken Sie daran einen entsprechenden Hinweis auf dem Rezept anzugeben. Das kann zum einen direkt die Gebrauchsanweisung sein, z.B.  „Bei Bedarf einmal täglich dünn auf die betroffenen Hautstellen auftragen“ oder der Verweis auf eine dem Patienten überreichte schriftliche Gebrauchsanweisung „gemäß schriftlicher Anweisung“. Die Gebrauchsanweisung auf der Verordnung wird von der Apotheke auf das Rezepturgefäß übertragen und unterstützt damit den Patienten bei der korrekten Anwendung der verordneten Rezeptur.

 


 

26.04.2018

 

Änderungen in der Arzneimittelverordnungssoftware – Aufdruck der Pharmazentralnummer obligatorisch

Zum 01. April 2018 sind die Neuerungen des Anforderungskataloges nach § 73 SGB V für Verordnungssoftware und Arzneimitteldatenbanken verbindlich in Kraft getreten. Diese sehen unter anderem vor, dass die Aktualisierung der Arzneimittelstammdaten innerhalb der Verordnungssoftware mindestens monatlich erfolgen und  der Arzt in Zukunft darauf aufmerksam gemacht wird, dass die Aktualität der Arzneimittelstammdaten abläuft und ein Update erforderlich ist. Weiterhin soll durch das automatische Auftragen der Pharmazentralnummer (PZN) auf einem Rezept unklaren Verordnungen vorgebeugt werden. Insbesondere der letzte Punkt hat zu zahlreichen Rückfragen und Missverständnissen auf Arzt- und Apothekerseite geführt. Wir haben für Sie im Folgenden die wichtigsten  Punkte zum automatischen Aufdruck der PZN auf Rezepten dargestellt:

  • Der verpflichtende PZN-Aufdruck im Rahmen des Anforderungskatalog nach § 73 SGB V ist eine Anforderung an die Verordnungssoftware (und damit ein Auftrag an die Softwarehersteller) und  keine direkt gesetzliche Anforderung durch die Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV)  an den Arzt!

  • Gilt nur für elektronische Verordnungen bei der Auswahl eines Fertigarzneimittels (FAM) aus einer Arzneimitteldatenbank.  Freitextverordnungen ohne Nutzung der Arzneimitteldatenbank sind unverändert gestattet. Der Arzt muss  dabei keine PZN freitextlich zusätzlich aufbringen!  Wirkstoffverordnungen sind davon ebenfalls nicht betroffen, da ein Wirkstoff keine PZN hat.

  • Dosierangaben auf dem Rezept sind weiterhin erlaubt, es steht lediglich aufgrund des PZN-Auftrages etwas weniger Platz zur Verfügung als zuvor.

  • Apotheken dürfen weiterhin Rezepte ohne PZN beliefern, sofern alle Angaben nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) korrekt vorhanden sind und die Verordnung eindeutig ist.

  • Verordnungen mit PZN sind nach wie vor, wie auch vor Gültigkeit des neuen Anforderungskatalogs, keine automatischen aut-idem-Verordnungen. Der (Rabatt-)Austausch in der Apotheke ist weiterhin unverändert möglich bzw. verpflichtend (bei den entsprechenden Voraussetzungen). Soll aus medizinischen Gründen kein Austausch in der Apotheke erfolgen ist hierfür nach wie vor das Aut-idem-Kreuz notwendig.

 


 

23.02.2018

Flupirtin (Katadolon®, Generika) Marktrücknahme

Das Analgetikum Flupirtin (Katadolon®, Generika) wird vom Markt verschwinden. Der Pharmakovigilanzausschuss der EMA hat empfohlen, die Zulassungen von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff zu widerrufen, da Patientinnen und Patienten weiterhin schwerwiegenden Risiken ausgesetzt sind, die den Nutzen dieser Arzneimittel überwiegen.

 

Flupirtin ist ein Schmerzmittel, das für bis zu zwei Wochen zur Behandlung von akuten Schmerzen bei Patientinnen und Patienten angewendet wird, die keine anderen Schmerzmittel wie Opioide oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen können. Die Gefahr einer Lebertoxizität im Zusammenhang mit der Einnahme von Flupirtin ist lange bekannt und reicht von Leberenzymwerterhöhung bis hin zu tödlichem Leberversagen oder Lebertransplantationen. Bereits 2013 informierte die AkdÄ über die strengen Auflagen bei der Anwendung. Die Anwendungsdauer von Flupirtin wurde auf zwei Wochen begrenzt und der Einsatz des Mittels auf Patientinnen und Patienten beschränkt, bei denen andere Schmerzmittel nicht angewendet werden können. Zudem wurden Laborkontrollen der Leberwerte während der Behandlung eingeführt. Die AkdÄ berichtet darüber hinaus über Meldungen, die auf ein Suchtpotential von Flupirtin hindeuten.

 

Viele Hersteller haben Ihre Präparate bereits zurück gerufen. Unsere Auswertung der Verordnungsdaten hat ergeben, dass es im dritten Quartal 2017 in Hamburg 1.000 Verordnungen (entsprechen 14.479 DDDs) über Flupirtin gab. Katadolon fällt in das WSV-Ziel Nr. 1 Analgetika und beeinflusst als Originalarzneimittel Ihre Zielerreichung negativ.

 


 

02.02.2018

Stellungnahme zur Kostenübernahme einer medikamentösen Scabiesprophylaxe

Aktuell erreichen uns zahlreiche Anfragen bezüglich des  Kostenträgers für eine medikamentöse Therapie gegen Krätze bzw. prophylaktische Behandlung für alle Bewohner eines bestimmten Pflegeheims in Hamburg. Zur Klärung des Sachverhalts haben wir auch mit dem Gesundheitsamt Hamburg Rücksprache gehalten.

 

Ist bei einem Patienten eine Krätze symptomatisch und diagnostiziert, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die kurative  Arzneimittelbehandlung. Grundsätzlich ist Permethrin topisch (Infectoscab® 5% Creme, Permethrin Biomo® 5% Creme) das Mittel der ersten Wahl. Wenn wegen nicht zu beein­flussender Rahmen­be­dingungen eine bestimmungs­mäßige Anwendung von Permethrin nicht möglich ist, wird Ivermectin oral (Scabioral®) empfohlen.

 

Die präventive Behandlung der nicht-symptomatischen Pflegeheimbewohner und des nicht-symptomatischen Pflegepersonals stellt keine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung dar. Nach Aussage des Gesundheitsamtes werden im oben genannten Fall die Voraussetzungen für eine Übernahme der Kosten durch die Behörde nicht erfüllt. Bei der präventiven Behandlung des nicht-symptomatischen Pflegepersonals müsste ggf. geprüft werden, ob die Kosten für das Pflegepersonal vom Arbeitgeber im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge übernommen werden. Für alle anderen nicht-symptomatischen Heimbewohner und ggf. deren Kontaktpersonen/Familien bleibt nur die Verordnung auf einem Privatrezept. Eine Rücksprache mit der jeweiligen Krankenkasse bzgl. einer freiwilligen Kostenübernahme im Einzelfall ist möglich.

 

Hinweis: Die prophylaktische Therapie bei unsymptomatischen Kontaktpersonen ist nicht Teil der Arzneimittelzulassung (siehe Fachinformation). Die Behandlung von Kontaktpersonen ohne Symptome ist ein sogenannter Off-Label-Use, der spezielle Aufklärungs- und Dokumentationspflichten sowie eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung beinhaltet.

 

Diese Stellungnahme bezieht sich ausschließlich auf die Frage der Kostenübernahme und nicht auf die Frage einer medizinischen Notwendigkeit einer prophylaktischen Behandlung.

 

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in im RKI-Ratgeber für Ärzte "Scabies"

 


 

04.01.2018

Nahrungsergänzung mit Vitamin D- Fluch oder Segen?

Sobald die Tage kürzer werden, wird in der Laienpresse die Einnahme von Vitamin-D-haltigen Präparaten beworben. Ein Vitamin D-Mangel soll z.B. für Müdigkeit, Abgeschlagenheit und sogar gedrückte Stimmung verantwortlich sein. Kürzlich hat die AkdÄ über zwei Fallberichte informiert, die zeigen, dass die Einnahme von vermeintlich harmlosen Vitamin-D-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln oder Präparaten schädlich sein kann. Den kompletten Text finden Sie hier.

Wegen der Gefahr einer Hypervitaminose bzw. einer Hyperkalzämie rät die AkdÄ daher davon ab, eigenständig hochdosierte Vitamin-D-Präparate einzunehmen.

 

Die Verordnung von Vitamin D zu Lasten der Kasse ist nur eingeschränkt möglich. Entsprechend ist auch die Bestimmung des Vitamin D-Spiegels (25-OH-Vitamin D) nur bei medizinischer Notwendigkeit Kassenleistung. Die regelhafte, routinemäßige Messung des Blutspiegels von Vitamin D im Sinne eines Screenings ist keine Kassenleistung! Hinweise zur Laborbestimmung und zur Verordnungsfähigkeit von Vitamin D finden Sie im KV-Journal 2013, Nr. 7-8, Seite 18ff.

 

20.12.2017

Anerkennung von Verordnung häuslicher Krankenpflege zum Jahreswechsel

Die AOK Rheinland/Hamburg, der vdek, die IKK Classic sowie der BKK Landesverband Nordwest haben festgelegt, dass Verordnung häuslicher Krankenpflege für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2018 mit Ausstellungsdatum ab 11. Dezember 2017 unter der Voraussetzung anerkannt werden, dass diese im Dezember bei der zuständigen Krankenkasse eingehen. Die Fristen für die vorläufige Kostenzusage bleiben unberührt. Verordnungen, die spätestens am 31. Dezember 2017 ausgestellt werden, werden ab dem 1. Januar nur dann anerkannt, wenn diese den Eingangsstempel der jeweiligen Krankenkasse bis 8. Januar 2018 tragen. Bei einem Ausstellungsdatum vom 2. bis 5. Januar ist auf der jeweiligen Verordnung anzugeben, dass die Arztpraxis bis zum vorhergehenden Werktag – außer Samstag – geschlossen war.

 


11.12.2017

Änderungen im Heilmittelbereich zum 1. Januar 2018

Folgende Änderungen bei der Versorgung mit Heilmitteln treten am 1. Januar 2018 in Kraft:

  • Ernährungstherapie als neues Heilmittel
  • Verordnung von Ernährungstherapie auf Muster 18
  • Ernährungstherapie gelistet unter langfristigem Heilmittelbedarf
  • Korrekturen der Diagnoselisten

Ernährungstherapie

Ab 01.01.2018 kann gesetzlich versicherten Patienten mit seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen und Mukoviszidose von Vertragsärzten Ernährungstherapie als Heilmittel zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Die Verordnung erfolgt auf Formular 18, auf dem bisher nur Ergotherapie verordnet wurde. Da das Formular bis auf den Zusatz " Ernährungstherapie" unverändert bleibt, können die alten Formulare zunächst aufgebraucht werden.  Die Verdruckerläuterungen wurden allerdings durch die Aufnahme der Ernährungstherapie erweitert .Die Änderungen erläutern wir in der Anlage.

Da in der Regel seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen und Mukovizidose einer lebenslangen Ernährungstherapie bedürfen, wurden diese Indikationen als langfristiger Heilmittelbedarf in die Heilmittel-Richtlinie aufgenommen.

Korrekturen der Diagnoselisten

Mit Inkrafttreten der geänderten Diagnoseliste des langfristigen Heilmittelbedarfs in Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie (s.o.) werden auch inhaltliche Korrekturen umgesetzt. So sind unter den dort gelisteten Diagnosen für systemische Sklerosen/Sklerodermie die Diagnosegruppe SB1 „Wirbelsäulenerkrankungen“ gestrichen und durch SB7 „Erkrankungen mit Gefäß-, Muskel- und Bindegewebsbeteiligung, insbesondere systemische Erkrankungen“ ersetzt worden. Diese Korrekturen wurden nun folgerichtig auch für die Diagnosen vollzogen, die als „besondere Verordnungsbedarfe“ für den Diagnosekomplex „systemische Sklerosen/Sklerodermie“ vereinbart sind (M34.2, M34.8 und M34.9).

 



06.11.2017

InfectoDiarrstop LGG® ist keine Kassenleistung mehr

Das Durchfallmittel InfectoDiarrstop LGG® kann nicht mehr zu Lasten der GKV verordnet werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entschieden.

 

Mittel gegen Durchfall können grundsätzlich nicht zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, die in Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie gelistet sind. Aus dieser Liste wurde nun die folgender Absatz gestrichen: „ausgenommen Lactobacillus rhamnosus GG (mind. 5 x 109 koloniebildenden Einheiten/Dosiseinheit) bei Säuglingen und Kleinkindern zusätzlich zu Rehydratationsmaßnahmen“. Betroffen sind alle Varianten: InfectoDiarrstop LGG® geschmacksneutral, Kirsch und Banane jeweils mit Elektrolyten sowie die Variante InfectoDiarrstop LGG® Mono ohne Elektrolyte.

 

Die Änderung der Arzneimittel-Richtlinie trat am 4. November 2017 in Kraft.

 

Die „Tragenden Gründe zum Beschluss“ finden Sie hier


19.10.2017

BtM-Rezept - Fristüberschreitung beim Import von Cannabisblüten

Cannabisblüten werden zurzeit noch aus dem Ausland importiert. Das führt häufig zu einer längeren Lieferzeit. Der Patient sollte das BtM-Rezept innerhalb von 7 Tagen in der Apotheke vorlegen, denn grundsätzlich gilt eine Frist von 7 Tagen (Ausstellungsdatum + 7 Tage). Der Import eines Arzneimittels und die damit häufig unvermeidbare Verzögerung der Belieferung erlaubt eine spätere Abrechnung.

 

Quelle: Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV)
§ 12 Abgabe

(1) Betäubungsmittel dürfen vorbehaltlich des Absatzes 2 nicht abgegeben werden:

1. auf eine Verschreibung,

a) die nach den §§ 1 bis 4 oder § 7 Abs. 2 für den Abgebenden erkennbar nicht ausgefertigt werden durfte,

b) bei deren Ausfertigung eine Vorschrift des § 7 Abs. 1 Satz 2, des § 8 Abs. 1 Satz 1 und 2 oder des § 9 nicht beachtet wurde,

c) die bei Vorlage vor mehr als sieben Tagen ausgefertigt wurde, ausgenommen bei Einfuhr eines Arzneimittels nach § 73 Abs. 3 Arzneimittelgesetz, oder

d) die mit dem Buchstaben "K" oder "N" gekennzeichnet ist;

2. (...)

 


 
03.08.2017

Arzneimittelpraxisbesonderheiten: Die Abrechnungsnummern (91xxx) gelten nicht mehr

Arzneimittelpraxisbesonderheiten (z.B. Onkologika, HIV-Präparate usw.), wie man sie aus der Zeit der Richtgrößen kennt, sind mit der Wirkstoffvereinbarung obsolet geworden. Daher gelten auch die Listen der Arzneimittelpraxisbesonderheiten und die entsprechenden Symbolziffern („91er-Nummern“) seit dem 01.01.2017 nicht mehr.

 

Davon unberührt sind die bundesweiten Praxisbesonderheiten: Wirkstoffe, für die Vereinbarungen im Nachgang zur frühen Nutzenbewertung (§ 130b Abs. 2 Satz 1 SGB V) als Praxisbesonderheit bestehen, bleiben von der Wirkstoffvereinbarung unberücksichtigt. Sie finden die Liste der bundesweiten Praxisbesonderheiten unter www.gkv-spitzenverband.de

 

Achtung: Grundsätzlich ist auch bei der Verordnung dieser Arzneimittel das Wirtschaftlichkeitsgebot zu beachten. Die Anerkennung als Praxisbesonderheit gilt nur für die explizit genannten Indikationsbereiche dieser Wirkstoffe. Einzelfallprüfungen sind möglich.

 


04.07.2017

Heilmittel: Podologie- Verordnung von Hausbesuchen

Die Podologieverbände haben die KVen gebeten, auf das Problem hinzuweisen, dass zu häufig ungerechtfertigt Hausbesuche verordnet werden.Es wird darum gebeten, die Verordnungen zum Hausbesuch sorgsam und indikationsbezogen vorzunehmen.
Folgende Gründe rechtfertigen für sich allein noch nicht einen Hausbesuch:

  • Alter
  •  Allgemeine eingeschränkte Gehfähigkeit
  • Gehunterstützung mittels Rollator oder Unterarmgehstützen
  • Rollstuhl bei Geheinschränkung/-verlust
  • Vorübergehende Hilfsmittel, bspw. Verbandsschuh, Cast
  • Visuseinschränkung/-verlust
  • Sonstige körperliche Einschränkungen/Defizite bei erhaltener Mobilität
  • Schlechte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel