Sie befinden sich hier: Ärzte und Psychotherapeuten ♦ Verordnung

Verordnung



08.12.2015

Jacutin® Pedicul Fluid bei Läusen nicht mehr verordnungsfähig

Der Beschluss des G-BA zur Änderung der Anlage V der Arzneimittel-Richtlinie ist im Bundesanzeiger veröffentlicht worden und damit am 02. Dezember in Kraft getreten. Demnach wurde das Medizinprodukt Jacutin® Pedicul Fluid für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr mit Entwicklungsstörungen zur physikalischen Behandlung des Kopfhaares bei Kopflausbefall in Anlage V gestrichen und kann nicht mehr zu Lasten der Kasse verordnet werden. Wichtige Informationen zur Verordnungsfähigkeit von Mitteln gegen Kopfläuse finden Sie im  KVH-Journal 7-8/2015.



05.08.2015

Neu auf dem Markt: „Polypille“ aus ASS, Atorvastatin und Ramipril nach Auffassung des GKV-Spitzenverbandes unwirtschaftlich

Die Firma Hexal hat Anfang Juni 2015 mit Sincronium® die erste "Polypille" auf den Markt gebracht. Die Kombination aus Acetylsalicylsäure, Atorvastatin und Ramipril wird angewendet zur Sekundärprophylaxe von kardiovaskulären Ereignissen als Substitutionstherapie bei erwachsenen Patienten, die bei gleichzeitiger Gabe der Monokomponenten in äquivalenten therapeutischen Dosierungen ausreichend eingestellt sind. Aufgrund der höheren Kosten der angebotenen Packungen im Vergleich zu den Einzelkomponenten sieht der GKV-Spitzenverband eine Verordnung von Sincronium® „in der Regel als unwirtschaftlich an“. Wir empfehlen daher von einer Verordnung abzusehen.


30.06.2015

Arzneimittel-Rezepte - Angabe einer Telefonnummer und des Vornamens ab dem 01. Juli 2015 erforderlich 

Zum 01. Juli 2015 treten neue Regelungen in der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) in Kraft. Bei der Arzneimittelverordnung ist nun eine Telefonnummer anzugeben. Dies soll der Kontaktaufnahme durch die Apotheke dienen, wenn Rückfragen zur Verordnung geklärt werden müssen. Insoweit sollte die Praxistelefonnummer auf der Verordnung angegeben werden. Darüber hinaus wird nun explizit in der AMVV klargestellt, dass auch der Vorname des verordnenden Arztes auf der Arzneimittelverordnung angegeben werden muss. Die Regelungen der AMVV gelten sowohl bei GKV, wie auch bei Privatpatienten.

 

Eine aktuelle Ausfüllanleitung für die Arzneimittelverordnung (Muster 16) finden Sie hier.

 

Fragen zum korrekten Ausfüllen eines Arzneimittelverordnungsvordrucks (Muster 16) beantwortet Ihnen daneben auch die Abteilung „Praxisberatung“ unter der Telefonnummer 22802-571/-572 (Sekretariat).

 

Bei Fragen zur IT-technischen Umsetzung der neuen Regelungen kontaktieren Sie bitte den Hersteller Ihres Praxisverwaltungssystems. Diese sind über die Änderungen in der AMVV durch die KBV informiert worden.

 

31.07.2015

MCP-haltige Tropfen ab 01. August wieder verfügbar

Ab 01. August werden Metoclopramid-haltige Fertigarzneimittel (MCP) in Tropfenform wieder verfügbar sein. Vorerst zwei bekannte Generika-Marken  (Ratiopharm, AbZ) werden ihre Präparate in den Markt bringen, es ist davon auszugehen, dass weitere folgen. 

 

Bitte beachten Sie, dass die Zulassung MCP-haltiger Arzneimittel im Hinblick auf Höchstkonzentration (neue zulässige Wirkstoffkonzentration der Tropfen 1mg/ml), Anwendungsgebiete und Therapiedauer eingeschränkt wurde: MCP ist bei Erwachsenen nur noch zugelassen zur Vorbeugung von verzögerter (vormals auch akuter) Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit Chemo- oder Strahlentherapie sowie zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, einschließlich Übelkeit und Erbrechen hervorgerufen durch akute Migräne. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis 18 Jahren ist MCP indiziert zur Vorbeugung von verzögert auftretender Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie, allerdings hier nur als Mittel der zweiten Wahl. Die maximale Anwendungsdauer beträgt 5 Tage.

 

Hintergrund: Das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat 2014 nach einer Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Metoclopramid (MCP)-haltigen Arzneimitteln durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung eingeschränkt. Dies hat dazu geführt, dass die häufig angewendete Tropfenform in der damaligen Konzentration vom Markt genommen werden musste.


13.04.2015

Information der AOK Rheinland/Hamburg zur wirtschaftlichen Verordnung von Blutzuckerteststreifen

Die AOK Rheinland/Hamburg teilt uns mit, dass sie mit einigen Herstellern Rabattverträge zu Blutzuckerteststreifen abgeschlossen hat. Sie geht davon aus, dass weitere Verträge mit anderen Herstellern folgen werden. Diese Verträge stellten sicher – so die AOK -, dass die Verordnung rabattierter Blutzuckerteststreifen immer die wirtschaftlichste Versorgungsmöglichkeit darstellt.

Liste der aktuell rabattierten Blutzuckerteststreifen

(Eine stets aktuelle Übersicht über rabattierte Blutzuckertestreifen stellt die AOK unter der folgenden Internetadresse zur Verfügung: http://www.aok-gesundheitspartner.de/rh/arzneimittel/rabatt/index_12786.html)

Name Unternehmen

Bezeichnung Blutzuckerteststreifen

Preisgruppe

Pharmazentralnummer

Lifescan

One Touch Vita

One Touch Select Plus

B

B

00585940

10963219

 Med Trust GmbH

Wellion CALLA

Wellion LUNA

Wellion TT Smart

B

B

B

01228969

00865697

03835231

 STADApharm

Stada Gluco Result

 B

05879416

 Ypsomed

mylife Pura

mylife Unio

B

B

05515654

09884897


Die AOK  teilt mit, dass der Preis für die Teststreifen  nach den Bedingungen der Rabattverträge am kostengünstigsten ist, wenn der  wirtschaftliche  Quartalsbedarf an Blutzuckerteststreifen auf einem Rezept verordnet werden würde.

 


13.03.2015

Levonorgestrel (Unofem® Hexal, Pidana® , Postinor®) sowie Ulipristal (Ellaone®)  bleiben verordnungsfähig für Frauen bis zum 20. Geburtstag trotz Wegfall der Verschreibungspflicht ab 15. März

Die o.g. Präparate ( „Pille danach“ ) können weiterhin  - trotz des veränderten Verschreibungsstatus ab dem 15. März  - für Frauen unter 20 Jahren  zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden. Die ärztliche Verordnung auf einem Kassenrezept  ist dabei Voraussetzung  für die Kostenübernahme der Notfallkontrazeptiva durch die Krankenkassen.

Hintergrundinformationen
Mit der Entlassung aus der Verschreibungspflicht  wären die Präparate für die Frauen unter 20  aus der Leistungspflicht der Kassen gefallen, da nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel  grundsätzlich für Versicherte ab 12 Jahren keine Kassenleistung darstellen (Ausnahmen!).  Um dies zu verhindern, wird der Paragraph 24a des SGB V, der die Erstattungsfähigkeit für Kontrazeptiva regelt, entsprechend  rückwirkend zum 1. März angepasst.

 

15.01.2015

Änderung der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung(BTMVV)

Die BTMVV regelt das Verschreiben, die Abgabe und den Nachweis des Verbleibs von Betäubungsmitteln, die in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes gelistet sind.Alle Vorgaben der Verordnung gelten unabhängig davon, ob das Betäubungsmittel für Privat- oder Kassenpatienten bestimmt ist.

 

Die 28. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften  ist am 13. Dezember 2014 in Kraft getreten. Wir haben die Änderungen mit Bedeutung für die ärztliche Praxis zusammengefasst. Mehr

 


05.01.2015

Pregabalin-Generika in allen Anwendungsgebieten verordnungsfähig

Im Dezember sind die ersten Pregabalin-Generika in Deutschland zugelassen worden. Die Generika sind für die Behandlung der Epilepsie und von generalisierten Angststörungen zugelassen. Sie können jedoch in allen Indikationen, für die das Referenzarzneimittel Lyrica zugelassen ist, auf einem Kassenrezept verordnet werden. Sie können also sowohl

  • zur Zusatztherapie von partiellen epileptischen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung im Erwachsenenalter,
  • zur Behandlung von Angststörungen bei Erwachsenen als auch 
  • zur Behandlung von peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen im Erwachsenenalter eingesetzt werden

Rechtlicher Hintergrund


Mit dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) hat der Gesetzgeber klargestellt, dass Arzneimittel im Rahmen von aut idem bereits dann gegeneinander ausgetauscht werden können, wenn sie für ein gleiches Anwendungsgebiet zugelassen sind. Die anderen Voraussetzungen für den Austausch nach § 129 SGB V wie gleicher Wirkstoff, gleiche Darreichungsform und Packungsgröße müssen selbstverständlich erfüllt sein. Nach der Gesetzesbegründung muss aufgrund der Zulassung als Generikum davon ausgegangen werden, dass Generika die gleiche Wirksamkeit in all den Anwendungsgebieten aufweisen, für die das Referenzarzneimittel zugelassen wurde.

 

Preisvergleich

 

 Arzneimittel 

 Stärke

 Packungsgröße

 Apothekenverkaufspreis*

 Lyrica

 300mg

 100 Hartkapseln

 249,76 Euro

 Pregabalin generisch**

 300mg

 100 Hartkapseln

 162,33 Euro

 Lyrica

 100mg

 21 Hartkapseln

 61,59 Euro

 Pregabalin  generisch**

 100mg

 21 Hartkapseln

 40,00 Euro

* Quelle: Lauer - Taxe Stand 15.12.14
** es wurde jeweils das günstigste Generikum gewählt

 


19.12.2014

Periradikuläre Therapie (PRT) mit Korticoiden jetzt wieder zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen abrechenbar / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informierte über Zulassungserweiterung für Volon A 40 Kristallsuspension 1ml und 5ml

Die Kortisonpräparate Volon A 40 Kristallsuspension 1ml und 5ml haben kürzlich eine Zulassungserweiterung erhalten. Somit können diese Triamcinolonhaltigen Arzneimttel  nun angewendet werden bei der Behandlung von

  • Perineuritis,
  • Periarthritis bei Spondyloarthropathie sowie 
  • Radikulopathie,

wenn der Wirkstoff an den Ort der Entzündung/Reizung appliziert wird (intrafokal um die Nervenwurzel herum).


Das BfArM  bestätigte, dass die Anwendung von Volon A 40 nun auch im Rahmen der periradikulären Therapie (PRT) unter CT-Kontrolle zugelassen ist .Dies gilt bei Beachtung der zugelassenen Indikationen und unter Beachtung der Einschränkungen hinsichtlich des Zugangsweges (lateraler bzw. extraduraler Zugangsweg).

Fazit: Die Applikation von Volon A 1ml und 5ml kann somit beispielsweise mit der Gebührenordnungsposition (GOP)  34504 (Applikation unter CT – Kontrolle) abgerechnet werden. Die Voraussetzungen für die Berechnungsfähigkeit der jeweiligen GOP (bes. EBM Abschnitt 34.5) gelten unabhängig vom Einsatz der verwendeten Arzneimittel.

Hintergrund
2013 hatte sich das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)  in einer Stellungnahme zum Zulassungsstatus von Kortikoiden zur wirbelsäulennahen Injektion (periradikulär, epiperineural oder epidural) geäußert. Demnach war für alle verkehrsfähigen parenteralen Kortikoide von der arzneimittelrechtlichen Zulassung lediglich die intraartikuläre Injektion abgedeckt – die periradikuläre, epiperineurale oder epidurale Anwendung dagegen nicht. Aufgrund der arzneimittelrechtlichen Vorgaben und des Grundsatzes der Untrennbarkeit von Leistungen informierte die KBV darüber, dass die periradikuläre Injektionsbehandlung mit Kortikoiden unter diesen Bedingungen nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen erbracht werden konnte.

  

 30.07.2014 

Arzneimittel mit fiktiver Zulassung  sind nicht verordnungsfähig- Prüfanträge hierzu nehmen deutlich zu!

Anlässlich der Verordnung  folgender Arzneimittel mit fiktiver Zulassung wurden von unterschiedlichen Kassen Prüfanträge gestellt:

 

  • Vagantin
  • Myoson Direkt
  • Cysto – Myacyne N Instillation
  • Tepilta Beutel
  • Pentalong 50 und 80 mg
  • Presomen 28/0,3 mg
  • Inimur crème, Dragees, Vaginalstäbchen, Kombipackung
  • AHP 200
  • Diamox, Diamox parenteral

 

Bitte vermeiden  Sie in Ihrem eigenen Interesse die Verordnung der oben genannten Arzneimittel zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen (Kassenrezept).  Eine Regresszahlung ist andernfalls nicht abzuwenden!

 

Wie können Sie sich informieren?

Das arznei-telegramm hat (mit Stand 07.Juni 2013) eine Übersicht von fiktiv zugelassenen Arzneimitteln mit entsprechenden Verordnungsalternativen veröffentlicht (zur Übersicht).    

 

Hintergrundinformationen

Bei den oben erwähnten Präparaten handelt es sich um Arzneimittel, die bereits vor Inkrafttreten des Arzneimittelgesetzes (AMG) von 1976 auf dem Markt waren. Seit 1976 gelten sie als „fiktiv zugelassen“. Eigentlich sollten die Nachzulassungsanträge derartiger Präparate längst abgeschlossen sein. Leider ziehen sich diese Verfahren teilweise bis heute hin. Nach einem Urteil des BSG aus  2009 müssen Krankenkassen die Kosten für fiktiv zugelassene  Arzneimittel nicht übernehmen, wenn die Zulassungsbehörde (Bfarm) den Nachzulassungsantrag abgelehnt hat. Beklagt die Herstellerfirma diesen Ablehnungsbescheid, bleibt das Arzneimittel verkehrsfähig solange die Verfahren laufen.