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Sprechstundenbedarf

Maßgebend für die Verordnung von Sprechstundenbedarf ist die Sprechstunden-bedarfsvereinbarung. Im Einzelnen regelt diese zwischen Krankenkassen und KVH getroffene Vereinbarung welche Mittel als Sprechstundenbedarf angefordert werden können und welche Präparate im Rahmen des organisierten Notfalldienstes der KVH verordnet werden dürfen. Außerdem fasst eine Ausschlussliste zusammen, welche Materialien und Artikel nicht über den Sprechstundebedarf bezogen werden können.

Verordnungen von Sprechstundenbedarf erfolgen zu Lasten der Rezeptprüfstelle Duderstadt (RPD) und müssen auf dem Verordnungsblatt (Kassenrezept, Muster 16) auf dem Feld 9 durch Eintragen der Ziffer 9 gekennzeichnet werden. Bitte beachten Sie hierzu unten stehende Ausfüllanleitung.

 

 

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Information

31.10.2016

Augensalben/-tropfen (Opthalmika)

Cortisonhaltige Augensalben/-tropfen sind als Arzneimittel für Notfälle bei Verätzungen und Verbrennungen im SSB anforderbar. Bitte achten Sie bei der Wahl der Präparate unbedingt auf das zugelassene Anwendungsgebiet laut Fachinformation. Präparate, die nicht explizit bei Verbrennungen/Verätzungen zugelassen sind, werden von der Rezeptprüfstelle Duderstadt (RPD) beanstandet.

Neben cortisonhaltigen Augensalben/-tropfen als Notfallarzneimittel können folgende Ophthalmika als diagnostische und therapeutische Mittel zur Anwendung in der Praxis angefordert werden:

  • acetylcholinhaltige Augentropfen zur Herstellung einer schnellen, kompletten Miosis im Rahmen eines operativen Eingriffs

  • nur antibiotikahaltige Augensalben/Augentropfen zur Infektionsprophylaxe am Auge

  • Mydriatika (keine Inserte)

  • pilocarpinhaltige Augentropfen zur Pupillenverengung

Achtung: Es sind nur Monopräparate der genannten Wirkstoffe als SSB anforderbar. Augensalben/-tropfen, die Wirkstoffkombinationen enthalten (z.B. Antibiotikum und Cortison) werden regressiert.

 


31.10.2016

Rezepturen

Die Anforderung von Rezepturen im Sprechstundenbedarf ist kritisch zu prüfen. Grundsätzlich können Rezepturen nur dann angefordert werden, wenn sie in Anlage 2 der Sprechstundenbedarfsvereinbarung gelistet und günstiger als verfügbare Fertigarzneimittel sind. Darüber hinaus sind auch bei Rezepturen zwingend die in Anlage 2 ggfs. genannten zusätzlichen Voraussetzungen zu beachten.

 

Beispiel: Augensalben/Augentropfen ( Ophthalmika) sind nur unter bestimmten Voraussetzungen anforderbar. Diese Grundsätze gelten also auch für Rezepturen. Das heißt, Rezepturen von Augensalben/-tropfen mit mehreren Wirkstoffen (Kombinationen aus Cortison und Antibiotikum) oder der „Nachbau“ nicht mehr verfügbarer Augensalben, die nicht in Anlage 2 genannte Wirkstoffe enthalten (z.B. Glycocortison-Augensalbe), können nicht als SSB angefordert werden und führen zum Regress!

 
23.09.2016

Nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika zur Injektion

Die Kombination aus Phenylbutazon und Lidocain (Ambene parenteral®) kann nicht als Sprechstundenbedarf angefordert werden. Hintergrund ist der Verordnungsausschluss für Antiphlogistika oder Antirheumatika in fixer Kombination mit anderen Wirkstoffen in der Arzneimittel-Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses (Arzneimittel-Richtlinie, Anlage III, Ziffer 18.) In diesem Zusammenhang wissen wir darauf hin, dass piroxicam-haltige Arzneimittel unabhängig von der Darreichungsform (Injektionslösung, Tabletten) nicht im Rahmen des SSB anforderbar sind (siehe auch KVH-Journal 5/2015).

 

Bitte beachten Sie: Antiphlogistika / Antirheumatika (nur schnell freisetzende Darreichungsformen, keine Präparate mit modifizierter bzw. retardierter Wirkstofffreisetzung, nicht zur topischen Anwendung) sind für die Notfallbehandlung in der Praxis im zugelassenen Anwendungsgebiet als SSB zulässig. Allerdings hat die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft bereits 1995 empfohlen, Diclofenac und andere NSAR wegen schwerer immunologischer Nebenwirkungen nur noch in Ausnahmefällen parenteral zu verabreichen (Deutsches Ärzteblatt 92, Heft 1/2, 9. Januar 1995 (75)). Das Arznei-Telegramm bewertet die parenterale Anwendung wie folgt:

„Auf die i.m.-Injektion kann in der Regel verzichtet werden. Maximale Plasmakonzentrationen sind nach Einnahme einer wässrigen Diclofenac-Lösung (dispersible Tabletten, ab 20 Minuten) praktisch genauso schnell erreicht wie nach i.m.-Gabe (15-20 Minuten). Daher lässt sich auch die einmalige Injektion zur Therapieeinleitung im Notfall (nach vorheriger Aufklärung über die Risiken) nur rechtfertigen, wenn die Einnahme per os nicht möglich ist (z.B. bei Erbrechen)“

(2016 atd arznei-telegramm Arzneimitteldatenbank, Bewertung: Nichtsteroidale Antirheumatika, Abruf 19.02.2016)

 


09.08.2016

Lieferengpass Hylase 150 I.E. , Hylase 300 I.E. – Einzelimport im SSB

 

UPDATE vom 24.10.2016: Nach Auskunft des Herstellers sind aktuell Hylase 150 I.E. 10 Amp. und Hylase 300 I.E. 10 Amp.  wieder lieferbar.

Aufgrund eines Lieferengpasses des Herstellers  sind die Arzneimittel Hylase 150 I.E. 10 Vials, 150 I.E. 1 Vial, sowie Hylase 300 I.E. 10 Vials derzeit  bis auf weiteres nicht lieferbar. Der Verband der Ersatzkassen in Hamburg hat uns im Namen der GKV informiert, dass aufgrund des Lieferengpasses ausnahmsweise - abweichend von den Regelungen der Sprechstundenbedarfsvereinbarung-  preisgünstige alternative Präparate als Einzelimport bezogen werden können.

 

ACHTUNG: Diese Ausnahmeregelung gilt nur bis zum Ende der Nichtverfügbarkeit in Deutschland - längstens bis zum 01.10.2016 - und ist ausschließlich auf den genannten Einzelfall (Lieferengpass Hylase) beschränkt. Die Zusage entfaltet keine Präjudiz auf ähnlich gelagerte Lieferschwierigkeiten anderer Präparate oder zukünftige, etwaige Lieferengpässe desselben Produktes.

 

Bitte beachten Sie darüber hinaus die Vorgaben der Sprechstundenbedarfsvereinbarung:  Hyaluronidase (Hylase 150 I.E. , Hylase 300 I.E.) ist nur als Zusatz zu Lokalanästhetika in der Ophthamologie als SSB anforderbar!




 

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