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Sprechstundenbedarf

Maßgebend für die Verordnung von Sprechstundenbedarf ist die Sprechstunden-bedarfsvereinbarung. Im Einzelnen regelt diese zwischen Krankenkassen und KVH getroffene Vereinbarung welche Mittel als Sprechstundenbedarf angefordert werden können und welche Präparate im Rahmen des organisierten Notfalldienstes der KVH verordnet werden dürfen. Außerdem fasst eine Ausschlussliste zusammen, welche Materialien und Artikel nicht über den Sprechstundebedarf bezogen werden können.

Verordnungen von Sprechstundenbedarf erfolgen zu Lasten der Rezeptprüfstelle Duderstadt (RPD) und müssen auf dem Verordnungsblatt (Kassenrezept, Muster 16) auf dem Feld 9 durch Eintragen der Ziffer 9 gekennzeichnet werden. Bitte beachten Sie hierzu unten stehende Ausfüllanleitung.

 

 

Gerne beantworten unsere Fachberater Ihre Fragen zu diesem Thema persönlich.

040-22802-571 bzw. -572 (Sekretariat)

  praxisberatung@kvhh.de

 

 



Information

09.08.2018

Sprechstundenbedarf: Cortisonhaltige Arzneimittel für Kinder in Notfällen

Nach der Sprechstundenbedarfsvereinbarung in der derzeit gültigen Fassung sind für die Notfallbehandlung nur Corticoide zur Injektion (Achtung: keine Depot-Corticoide, keine Kristallsuspensionen oder ölige Emulsionen; keine langwirksamen Corticoide!) sowie betamethasonhaltige Tropfen als Akutbehandlung nach Bienen- bzw. Wespenstichen (bei Insektenallergie) als Sprechstundenbedarf anforderbar.

 

In der letzten Quartalskonferenz konnten wir uns mit den Krankenkassen darauf verständigen, dass für die Behandlung von Kindern auch andere Darreichungsformen cortisonhaltiger Präparate akzeptiert werden, sofern es sich um kindgerechte Darreichungsformen (Säfte,  Zäpfchen usw.) handelt und die jeweiligen Arzneimittel gemäß Fachinformation eine Notfallindikation aufweisen.

 

Achtung: Dies gilt ausschließlich für Kinderärzte!!!




31.10.2016

Augensalben/-tropfen (Opthalmika)

Cortisonhaltige Augensalben/-tropfen sind als Arzneimittel für Notfälle bei Verätzungen und Verbrennungen im SSB anforderbar. Bitte achten Sie bei der Wahl der Präparate unbedingt auf das zugelassene Anwendungsgebiet laut Fachinformation. Präparate, die nicht explizit bei Verbrennungen/Verätzungen zugelassen sind, werden von der Rezeptprüfstelle Duderstadt (RPD) beanstandet.

Neben cortisonhaltigen Augensalben/-tropfen als Notfallarzneimittel können folgende Ophthalmika als diagnostische und therapeutische Mittel zur Anwendung in der Praxis angefordert werden:

  • acetylcholinhaltige Augentropfen zur Herstellung einer schnellen, kompletten Miosis im Rahmen eines operativen Eingriffs

  • nur antibiotikahaltige Augensalben/Augentropfen zur Infektionsprophylaxe am Auge

  • Mydriatika (keine Inserte)

  • pilocarpinhaltige Augentropfen zur Pupillenverengung

Achtung: Es sind nur Monopräparate der genannten Wirkstoffe als SSB anforderbar. Augensalben/-tropfen, die Wirkstoffkombinationen enthalten (z.B. Antibiotikum und Cortison) werden regressiert.

 


31.10.2016

Rezepturen

Die Anforderung von Rezepturen im Sprechstundenbedarf ist kritisch zu prüfen. Grundsätzlich können Rezepturen nur dann angefordert werden, wenn sie in Anlage 2 der Sprechstundenbedarfsvereinbarung gelistet und günstiger als verfügbare Fertigarzneimittel sind. Darüber hinaus sind auch bei Rezepturen zwingend die in Anlage 2 ggfs. genannten zusätzlichen Voraussetzungen zu beachten.

 

Beispiel: Augensalben/Augentropfen ( Ophthalmika) sind nur unter bestimmten Voraussetzungen anforderbar. Diese Grundsätze gelten also auch für Rezepturen. Das heißt, Rezepturen von Augensalben/-tropfen mit mehreren Wirkstoffen (Kombinationen aus Cortison und Antibiotikum) oder der „Nachbau“ nicht mehr verfügbarer Augensalben, die nicht in Anlage 2 genannte Wirkstoffe enthalten (z.B. Glycocortison-Augensalbe), können nicht als SSB angefordert werden und führen zum Regress!

 


 



 

Frühere