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Verordnung

Kein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert, steht so hartnäckig im Fokus von Politik und Medien wie die Kosten für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Ein gigantisches Ausgabenvolumen und ein nahezu undurchdringliches Dickicht an Richtlinien, Gesetzen und Vorgaben setzen den Arzt zunehmend unter Druck.

Auf diesen Seiten finden Sie aktuelle Informationen, nützliche Tipps sowie alle wichtigen Regelungen, die Sie im Praxisalltag bei der Entscheidung zur Verordnung von Medikamenten, Hilfsmitteln und therapeutischen Maßnahmen unterstützen.

 

Information


21.11.2016

Glukokorticoid - Nasensprays für Patienten ab 18 Jahren  zur symptomatischen Behandlung einer saisonalen allergischen Rhinitis keine Kassenleistung mehr!

Fluticason-  und Mometason - haltige Nasensprays sind mit Wirkung zum 01.10.2016 in bestimmten Grenzen aus der Verschreibungspflicht entlassen worden (Änderung der Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV). Diese Veränderung beeinflusst die Verordnungsfähigkeit zulasten der gesetzlichen Kassen. So sind nach den Bestimmungen der Arzneimittelrichtlinie nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel zu Lasten des Versicherten zu verordnen, wenn sie zur Behandlung einer Erkrankung medizinisch notwendig, zweckmäßig und ausreichend sind. In diesen Fällen kann die Verordnung eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels unwirtschaftlich sein. Da nach den Bestimmungen des Sozialgesetzbuchs nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel für Erwachsene nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden  und für diese Nasensprays in der Anlage I der Arzneimittelrichtlinie(OTC Liste) keine Ausnahmeindikation formuliert ist, fallen diese Präparate für bestimmte Erkrankungen aus der Leistungspflicht der Krankenkassen.  

 

Die Fluticason- bzw. Mometasonhaltigen Nasensprays sind freiverkäuflich, wenn folgende Bedingungen kumulativ erfüllt sind:

  • bei Erwachsenen zur symptomatischen Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis
  • wenn die Erstdiagnose einer saisonalen allergischen Rhinitis durch einen Arzt gestellt worden ist
  • bis zu einer Tagesdosis von maximal 200 Mikrogramm Mometasonfuroat bzw. Fluticasonpropionat
  • wenn auf den Behältnissen und äußeren Umhüllungen des Arzneimittels angegeben ist, dass die Anwendung dieses Präparates nur auf Erwachsene beschränkt ist.

Zu den freiverkäuflichen Mometasonhaltigen Präparaten zählen u.a. Momeallerg® oder Mometahexal®. Freiverkäufliche Fluticason Präparate sind zurzeit noch nicht am Markt (Stand 15.11.2016 – Lauer Taxe).  

 

Verschreibungspflichtige Präparate wie beispielsweise Nasonex® bleiben in folgenden Fällen zulasten der Kassen verordnungsfähig:

  • zur Anwendung bei Kindern ( ab 3 Jahren) und Jugendlichen bis zum 18. Geburtstag zur symptomatischen Behandlung einer saisonalen allergischen Rhinitis
  • für Kinder und Erwachsene zur Behandlung einer perennialen Rhinitis
  •  zur Behandlung einer Polyposis nasi bei Patienten ab 18 Jahren

Da in diesem Zusammenhang nachgefragt, erinnern wir daran, dass eine Verordnung von nichtverschreibungspflichtigen Antihistaminika (z.B. Cetirizin Tabletten) für Jugendliche und Erwachsene zur Behandlung der  schwerwiegenden allergischen Rhinitis, bei der eine topische nasale Behandlung mit Glukokortikoiden nicht ausreichend ist, zulasten der Kassen möglich ist.

 


31.10.2016

Verordnungsausschluss für Praluent® und Repatha®

Die PCSK9 Hemmer Repatha® und Praluent® sind bis auf genannte Ausnahmen nicht verordnungsfähig zulasten der gesetzlichen Krankenkassen. Der Beschluss des Bundesausschusses zum Verordnungsausschluss von  Alirocumab (Praluent®) ist am 25.10. 2016 in Kraft getreten. Der erste Vertreter dieser neuen Substanzklasse Evolocumab (Repatha®) ist schon seit dem 13.08. 2016 nur noch eingeschränkt verordnungsfähig.

 

Im Rahmen der frühen Nutzenbewertung sah der Bundesausschuss für beide Wirkstoffe einen Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie (Statine und/oder andere Lipidsenker) in allen bewerteten Patientengruppen als nicht belegt an. Vor diesem Hintergrund und angesichts des enormen Kostenunterschieds zwischen diesen monoklonalen Antikörpern und den bisher eingesetzten Lipidsenkern (Statine u.a.) sieht der Bundesausschuss die Behandlung mit diesen Präparaten als unwirtschaftlich an und hat sie deshalb von der Verordnungsfähigkeit ausgeschlossen. Eine Ausnahme bildet die Behandlung von Patienten für die eine Indikation zur  LDL-Apherese besteht: 

Vom Verordnungsausschluss von Alirocumab ausgenommen sind Patienten mit heterozygot familiärer oder nichtfamiliärer Hypercholesterinämie oder gemischter Dyslipidämie bei therapierefraktären Verläufen, bei denen grundsätzlich trotz einer über einen Zeitraum von zwölf Monaten dokumentierten maximalen diätetischen und medikamentösen lipidsenkenden Therapie (Statine und/oder andere Lipidsenker bei Statin-Kontraindikation) der LDL-C-Wert nicht ausreichend gesenkt werden kann und daher davon ausgegangen wird, dass die Indikation zur Durchführung einer LDL-Apherese besteht.

Es kommen nur Patienten mit gesicherter vaskulärer Erkrankung (KHK, cerebrovaskuläre Manifestation, pAVK) sowie regelhaft weiteren Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse (z.B. Diabetes mellitus, Nierenfunktion GFR unter 60 ml/min) infrage sowie Patienten mit gesicherter familiärer heterozygoter Hypercholesterinämie unter Berücksichtigung des Gesamtrisikos familiärer Belastung.

 

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat zudem festgelegt, dass die Einleitung und Überwachung der Therapie mit Alirocumab nur durch Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie, Fachärzte für Innere Medizin und Nephrologie, Fachärzte für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie, Fachärzte für Innere Medizin und Angiologie oder durch Fachärzte, die in Ambulanzen für Lipidstoffwechselstörungen tätig sind, erfolgen darf.

 

(Quelle: Anlage III; Arzneimittelrichtlinie –www.g-ba.de)

 

 


30.09.2016

Einführung des Medikationsplans ab 1. Oktober 2016

Patienten haben ab 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig einnehmen. Ziel ist es, Patienten bei der richtigen Einnahme von Medikamenten zu unterstützen und damit die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen. Die einheitliche Gestaltung des Plans soll Ärzten und Patienten die Handhabung erleichtern. Diese  Praxisinformation stellt wesentliche Punkte zum Medikationsplan vor. In der Patienteninformation der KBV werden zudem die für Patienten relevanten Inhalte erklärt.

 


20.06.2016

Fragen und Antworten zum bundeseinheitlichen Medikationsplan ab 1. Oktober 2016

Im Medikationsplan können Patienten auf einen Blick sehen, welche Arzneimittel sie zu welchen Zeiten einnehmen sollen. Patienten, die gleichzeitig mindestens drei verordnete Medikamente einnehmen beziehungsweise anwenden, haben ab 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen für sie verständlichen Medikationsplan durch ihren behandelnden Arzt. Erste Fragen beantwortet Ihnen die KBV-Praxisinformation  "FAQ zum bundeseinheitlichen Medikationsplan". Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der KBV.

 



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