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Verordnung

Kein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert, steht so hartnäckig im Fokus von Politik und Medien wie die Kosten für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Ein gigantisches Ausgabenvolumen und ein nahezu undurchdringliches Dickicht an Richtlinien, Gesetzen und Vorgaben setzen den Arzt zunehmend unter Druck.

Auf diesen Seiten finden Sie aktuelle Informationen, nützliche Tipps sowie alle wichtigen Regelungen, die Sie im Praxisalltag bei der Entscheidung zur Verordnung von Medikamenten, Hilfsmitteln und therapeutischen Maßnahmen unterstützen.

 

Information


20.09.2019

Zulassungsbehörde ruft Ranitidin-haltige Arzneimittel zurück

Arzneimittel, die den von dem Hersteller Saraca Laboratories Limited hergestellten Wirkstoff Ranitidin enthalten, werden derzeit vom Markt genommen. Grund hierfür ist eine Verunreinigung mit dem wahrscheinlich krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin.

Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert, wurden in Ranitidin-haltigen Arzneimitteln geringe Mengen des N-Nitrosodimethylamins nachgewiesen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Union stuft den Stoff als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen ein.

Nach Angaben des BfArM liegen bislang noch nicht für alle Ranitidin-haltigen Arzneimittel konkrete Erkenntnisse darüber vor, ob und in welchen Konzentrationen die Verunreinigung enthalten ist. Der Rückruf sämtlicher Chargen mit dem Wirkstoff Ranitidin des indischen Herstellers Saraca Laboratories Limited erfolge daher aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes.

 

Die Namen der Präparate der vom Rückruf betroffenen Arzneimittel listet die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf ihrer Internetseite auf.

 

Die vollständige Mitteilung des BfArm zum Rückruf ranitidinhaltiger Arzneimittel vom 17.09.2019 finden Sie hier.

 



20.09.2019 / -Informationen

Sehhilfen für Erwachsene: Beschluss des G-BA in Kraft

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), dass zur Folgeversorgung mit Sehhilfen bei Erwachsenen mit schwerer Sehbeeinträchtigung künftig kein Arztvorbehalt mehr besteht, wurde vom BMG nicht beanstandet. Die Veröffentlichung im Bundesanzeiger erfolgte am 12. September. Damit ist der Beschluss vom 20. Juni 2019, der gegen das Votum von KBV und Patientenvertretung gefasst wurde, nun rechtskräftig.

 

Eine ärztliche Verordnung für die Versorgung mit einer Sehhilfe  zur Verbesserung der Sehschärfe auf Muster 8 zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung ist weiterhin notwendig bei:

  • Kindern und Jugendlichen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres,
  • Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und eine Sehbeeinträchtigung bei bestmöglicher Brillenkorrektur auf beiden Augen mindestens der Stufe 1 (ICD 10-GM 2017) aufweisen. Diese Sehbeeinträchtigung ist dann gegeben, wenn der Visus bei bestmöglicher Korrektur mit einer Brille auf dem besseren Auge < 0,3 beträgt oder das beidäugige Gesichtsfeld < 10 Grad bei zentraler Fixation ist,
  • Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und auf mindestens einem Auge einen Refraktionsfehler von > 6,25 Dioptrien bei Myopie oder Hyperopie oder von > 4,25 Dioptrien bei Astigmatismus aufweisen. Dabei gilt immer die benötigte Fernrefraktion mit einer Brille, auch dann, wenn eine Kontaktlinsenversorgung vorgenommen werden soll.

Folgeversorgung zur Verbesserung der Sehschärfe
Soweit eine Folgeversorgung mit einer Sehhilfe zur Verbesserung der Sehschärfe aufgrund einer erneuten ärztlichen Diagnostik erforderlich wird oder weil eine Therapieentscheidung notwendig ist, ist eine ärztliche Verordnung auszustellen, insbesondere für:

  • Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres und
  • Versicherte, die eine Sehbeeinträchtigung bei bestmöglicher Brillenkorrektur auf beiden Augen mindestens der Stufe 1 aufweisen.

In diesen beiden genannten Fällen ist dann keine erneute ärztliche Verordnung erforderlich, wenn eine Ersatzbeschaffung aufgrund von Verlust oder Bruch innerhalb von 3 Monaten nach der Verordnung notwendig wird.

 


26.08.2019

Häusliche Krankenpflege und stationsäquivalente psychiatrische Behandlung

Durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) können Krankenhäuser seit Januar 2018 stationsäquivalente psychiatrische Behandlungen erbringen. Dabei handelt es sich um eine Krankenhausleistung im häuslichen Umfeld von psychisch erkrankten Menschen. Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 23. August  hat der G-BA  klargestellt, dass bei einer Versorgung im Rahmen einer stationsäquivalenten psychiatrischen Behandlung (StäB) keine gleichzeitige Verordnung von häuslicher und psychiatrischer häuslicher Krankenpflege erfolgen darf. Bei der StäB handelt es sich um eine Krankenhausleistung im häuslichen Umfeld von psychisch erkrankten Menschen.

 


14.08.2019

Sanofi muss in Deutschland die Fertigung, das Marketing und den Vertrieb von Praluent® (Alirocumab) mit sofortiger Wirkung einstellen.

Bei gesetzlich versicherten Patienten, die bisher auf Praluent® eingestellt sind, muss geprüft werden, ob die Voraussetzungen der Arzneimittelrichtlinie für die Verordnungsfähigkeit von Repatha® (Evolocumab) erfüllt sind und ob eine Umstellung vorgenommen werden soll.

 

Informationen zur Umstellung von Alirocumab auf Evolocumab

(Empfehlungen der DGFF -  Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Stoffwechselstörungen)

 

Sollen Patienten, die bisher mit Praluent® behandelt wurden, auf Repatha® umgestellt werden, so sind folgende Punkte zu beachten:

  • Patienten, die bisher mit Praluent® (75mg oder 150mg) behandelt wurden, müssten, da Repatha® nur in einer Dosierung erhältlich ist, dann auf Repatha® 140 mg alle 2 Wochen umgestellt werden
  • Repatha® steht zur Verfügung als: Repatha®140 mg als Pen zur Applikation alle 2 Wochen und als Repatha® 420 mg in einem Applikator zur Applikation alle 4 Wochen oder bei Homozygoter Familiärer Hypercholesterinämie zur Applikation alle 2 Wochen
  • Die erste Gabe von Repatha® sollte 2 Wochen nach der letzten Gabe von Praluent® (75mg oder 150mg alle 2 Wochen) erfolgen.     

 

Bitte beachten Sie, dass eine derartige Therapieumstellung als Neueinstellung auf Evolocumab zu werten ist und deshalb von bestimmten Fachärzten* (mit Zulassung im fachärztlichen Versorgungsbereich) vorgenommen werden muss.

*Zu diesen Fachärzten gehören:

  • Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie,
  • Fachärzte für Innere Medizin und Nephrologie,
  • Fachärzte für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie,
  • Fachärzte fürInnere Medizin und Angiologie,
  • Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatz-Weiterbildung Kinder- Endokrinologie und –Diabetologie, Kinder-Nephrologie oder Schwerpunkt Kinder-Kardiologie
  • an Ambulanzen für Lipidstoffwechselstörungen tätige Fachärzte  

Hintergrund dieser Situation ist nicht die Wirksamkeit oder Sicherheit des Präparates, sondern ein seit geraumer Zeit andauernder Rechts- bzw. Patentstreit zwischen Amgen und Sanofi um die beiden PCSK 9 Hemmer Repatha (Evolocumab) und Praluent (Alirocumab). Bei beiden Wirkstoffen handelt es sich um monoklonale Antikörper, die gegen das Proprotein Convertase-Subtilisin-Kexin Typ 9 (PCSK9) wirken. Amgen hält das europäische Patent 2 215 124. Und das betrifft antigenbindende Proteine gegen das Protein PCSK9, also auch Alirocumab.    

 

Laut einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 11. Juli dürfen nun Sanofi und Regeneron den PCSK9-Inhibitor Alirocumab (Praluent) in Deutschland nicht mehr fertigen, verkaufen und vermarkten.

 


26.07.2019

HEK hebt den Genehmigungsverzicht für Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalles auf

Ab 02.09.2019 sind Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalles der Hanseatischen Krankenkasse vorzulegen.Das betrifft ausgestellte Verordnungen mit den Indikationsschlüsseln WS1-WS2 und EX1-EX4. Die Verordnungen mit den genannten Indikationsschlüsseln sind der Krankenkasse vor Behandlungsbeginn vorzulegen. Nach gestellter Genehmigungsanfrage kann die Behandlung fortgeführt werden und entstandene Behandlungskosten werden mindestens bis zum Zugang der Entscheidung vergütet. Zur Beschleunigung des Vorganges kann die Genehmigungsanfrage für die Patientin/den Patienten auch direkt von der Ärztin/dem Arzt gestellt werden. Dazu bitte folgende Fax-Nr. verwenden: 040-65696-1217.

 


24.07.2019

Hinweise zur Wirkstoffvereinbarung Generikaziel Nr. 23 : "Urologika"

Uns haben Rückfragen erreicht zur Stellung von Tovedeso® (Markteinführung: 3/2018) im Rahmen der Wirkstoffvereinbarung (Ziel 23). Das Präparat ist nicht als Generikum zugelassen und wird vom Wido als nicht patentgeschütztes Original geführt. Es dient deshalb in unserem Generikaziel „Urologika“ nicht der Zielerreichung (Ausnahme bei bestehendem Rabattvertrag). Nach unseren Informationen ist zurzeit die Barmer die einzige Kasse mit einem Rabattvertrag zu Tovedeso®.

 

Das häufig verordnete Solifenacin succinat (Vesikur®) ist nun generisch am Markt verfügbar. Bei entsprechender Indikation für diesen Wirkstoff nutzen Sie bitte diese Möglichkeit zur wirtschaftlichen Verordnung vorzugsweise durch eine Wirkstoffverordnung.

 


16.07.2019

Neue Vorschriften für Apotheken bei der Belieferung von Arzneimittelrezepten sorgen für Rückfragen in Arztpraxen

Am 01.07.2019 ist der neue Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung nach § 129 Absatz 2 SGB V zwischen dem GKV- Spitzenverband und dem Deutschen Apothekerverband in Kraft getreten. Dieser Vertrag regelt für alle Apotheken bundesweit, welche Anforderungen bei der Wahl/dem Austausch eines preisgünstigen Arzneimittels zu beachten sind. Der neue Rahmenvertrag enthält umfangreiche Änderungen, die bereits in der ersten Woche nach Inkrafttreten zu zahlreichen Nachfragen und Rezeptänderungswünschen in den Arztpraxen geführt haben:  

 

Mit der namentlichen Verschreibung eines bestimmten Fertigarzneimittels auf einem Kassenrezept (ohne Aut-idem-Kreuz = der Austausch des verordneten Fertigarzneimittels durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel ist nicht ausgeschlossen) setzt der verordnende Arzt für die Apotheke einen sogenannten Preisanker. Der Apotheker muss unter Beachtung verschiedener Vorgaben (Rabattverträge, preisgünstige Generika, Reimporte) ein „wirtschaftliches“ Arzneimittel auswählen, darf dabei jedoch den Preisanker nicht überschreiten. Ist keine Abgabe bis zum verordneten Fertigarzneimittel (Preisanker) möglich, weil sämtliche zulässigen Arzneimittel nicht lieferbar sind, darf nur nach Rücksprache mit dem Arzt ein Arzneimittel abgegeben werden, das teurer als der Preisanker ist! Die Apotheke muss den gesamten  Auswahlvorgang  sowie die Rücksprache mit Unterschrift und Datum dokumentieren!

 

Die zahlreichen Anrufe aus Arztpraxen zu dieser Frage lassen darauf schließen, dass es unerwartet häufig vorkommt, dass Apotheken Rezepte mit namentlichen Verordnungen nicht beliefern können, ohne den „Preisanker“ zu überschreiten. Entsprechend häufen sich auch die Rückfragen in der Praxis, da die Apotheken sonst eine Retaxation riskieren würden. Für den Arzt hingegen erhöht sich die Regressgefahr nicht: Die Apotheke muss auch bei Überschreitung des Preisankers immer das günstigste Arzneimittel aus den zur Verfügung stehenden wählen und im Rahmen der Hamburger Wirkstoffvereinbarung trägt nahezu jedes Generikum (unabhängig vom Preis) zur Erreichung der Wirtschaftlichkeitsziele bei. Dennoch führt diese bürokratisch notwendige Mehrarbeit leider vielfach zu Unverständnis.

 

Wir empfehlen  daher - soweit möglich und sinnvoll-  eine reine Wirkstoffverordnung vorzunehmen (ohne Produktname), da es bei  Wirkstoffverordnungen keinen Preisanker gibt. Bitte achten Sie dabei auch auf vollständige und eindeutige Angaben zum Wirkstoff, zur Darreichungsform und zur Packungsgröße.  Da die Apotheke immer  das wirtschaftlichste verfügbare AM auswählen muss, ist zudem der Vermerk "Import" oder die Verordnung eines konkreten Imports entbehrlich. Das Aut-idem-Kreuz sollte grundsätzlich nur bei medizinischer Indikation gesetzt werden.

 

Darüber hinaus bietet es sich an, mit den Apotheken im engeren Umkreis bereits im Vorfeld ein gemeinsames Vorgehen in bestimmten Situationen abzustimmen. Diese Maßnahmen in Verbindung mit etwas Verständnis tragen dazu bei, den Aufwand beim Ausstellen und der Belieferung von Arzneimittelrezepten für alle Beteiligten zu reduzieren.

 

Bitte beachten Sie: Das Ausstellen eines neuen Rezeptes bei Überschreiten des Preisankers ist nicht notwendig!

 



 


 


 






 

 

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