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Verordnung

Kein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert, steht so hartnäckig im Fokus von Politik und Medien wie die Kosten für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Ein gigantisches Ausgabenvolumen und ein nahezu undurchdringliches Dickicht an Richtlinien, Gesetzen und Vorgaben setzen den Arzt zunehmend unter Druck.

Auf diesen Seiten finden Sie aktuelle Informationen, nützliche Tipps sowie alle wichtigen Regelungen, die Sie im Praxisalltag bei der Entscheidung zur Verordnung von Medikamenten, Hilfsmitteln und therapeutischen Maßnahmen unterstützen.

 

Information


16.07.2018

Rückruf Valsartanhaltiger Arzneimittel: Aktuelle Pressemitteilung des BfArm vom 13.07.2017

Im Zuge des europaweiten Rückrufs valsartanhaltiger Arzneimttel aufgrund  einer möglichen  Verunreinigung mit N-Nitrosodimethylamin (NDMA)  empfiehlt  das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am vergangenen Freitag in einer aktuellen Pressemitteilung, dass Patienten auf ein nicht vom Rückruf betroffenes Arzneimittel umgestellt werden sollten. Patienten, die Valsartan-haltige Arzneimittel einnehmen, sollten sich mit ihrem Arzt oder Apotheker in Verbindung setzen, um zu prüfen, ob das von ihnen eingenommene Arzneimittel aus einer der zurückgerufenen Chargen stammt. Eine Liste betroffener Chargen ist auf der Webseite der AkdÄ abrufbar.

 

Das BfArm betont weiterhin dass die Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden sollen, da das gesundheitliche Risiko eines Absetzens um ein Vielfaches höher liegt als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung. Ein akutes Patientenrisiko besteht nicht!

 

Es gibt nun grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • Umstellung auf nicht betroffene valsartanhaltige Arzneimittel z.B. Valsartan Aurobindo®, Valsartan Dura®, Valsacor® oder Diovan®/ Provas®. Die KV Hamburg empfiehlt,  die Verordnung der Produkte des Originalanbieter Novartis (u. a. Diovan®)zu vermeiden, da diese sowohl für den Kostenträger als auch für die Patienten (auch für die, die von der Zuzahlung befreit sind)  mit deutlichen Mehrkosten verbunden sind. Einzelne Kassen haben allerdings bereits angekündigt, die anfallenden Mehrkosten und/oder die gesetzliche Zuzahlung entsprechender Ersatzverordnungen zu erstatten. Betroffene  Versicherte sollen sich dazu bei ihrer Krankenkasse erkundigen.

  • Umstellung auf ein anderes Sartan. Aufgrund der Dimension des Rückrufes ist davon auszugehen, dass früher oder später überhaupt keine valsartanhaltigen Präparate mehr zu bekommen sind. Daher kann es erwogen werden, Patienten die eine Neuverordnung benötigen,  bereits jetzt auf ein anderes Sartan  umzustellen. Dabei sind allerdings die etwas unterschiedlichen Wirkungen und Dosierungen der anderen Sartane zu berücksichtigen. Eine übersichtliche Darstellung der verschiedenen Sartane/Angiotensin II/AT1-Blocker im Hinblick auf die Indikationsgebiete, Dosierungen und Bioverfügbarkeitsparameter finden Sie  z. B. hier

Die KVH empfiehlt dabei  grundsätzlich eine Wirkstoffverordnung auszustellen ohne aut-idem anzukreuzen, sowohl für den Fall, dass Sie ein anderes nicht zurückgerufenes Valsartan-Präparat verordnen möchten, als auch dann, wenn Sie sich für einen anderen Wirkstoff entschieden haben!

 

Im Rahmen der  neuen Wirkstoffvereinbarung sind solche "Nachverordnungen" - soweit es sich um Generika oder Rabatt-Arzneimittel handelt - aufgrund der Systematik der Wirkstoffziele (Quoten) nicht als unwirtschaftlich zu bewerten. Für den (unwahrscheinlichen) Fall einer Einzelfallprüfung ist diese Ausnahme schnell erklärt – die Dokumentation der „Neu-Verordnung“ in der Patientenakte vorausgesetzt.

 

Pressemitteilung des BfArm vom 13.07.2018

FAQ des BfArm zu Valsartan

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) : Information zum chargenbezogenen Rückruf Valsartan-haltiger Arzneimittel

 


 

10.07.2018

Information zum chargenbezogenen Rückruf Valsartan-haltiger Arzneimittel

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert am 04. 07.2018 darüber, dass in der Europäischen Union ein chargenbezogener Rückruf Valsartan-haltiger Arzneimitteln erfolgt, deren Wirkstoff von dem chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical produziert wurde. Der Grund für den Rückruf ist, dass in der Ausgangssubstanz eine vermutlich krebserregende Verunreinigung entdeckt wurde. Laut der Pressemitteilung des BfArM  „liegen bislang noch keine Erkenntnisse darüber vor, ob und in welchen Konzentrationen die Verunreinigung in den hieraus hergestellten Arzneimitteln enthalten ist. Der Rückruf aller betroffenen Chargen erfolgt daher vorsorglich europaweit bis zur Klärung des Sachverhaltes. Patientinnen und Patienten, die valsartanhaltige Arzneimittel einnehmen, sollen die Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt absetzen, da das gesundheitliche Risiko eines Absetzens um ein Vielfaches höher liegt als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung. Ein akutes Patientenrisiko besteht nicht.“ Ein Rückruf auf Patientenebene ist derzeit nicht vorgesehen. Das BfArM hat angekündigt unverzüglich darüber informieren, sobald weitere Erkenntnisse vorliegen.

 


 

26.06.2018

Patentstreitigkeiten bei generischer Fixkombination aus Ezetimib und Simvastatin

Inegy® (Simvastatin/Ezetimib)-Generika müssen aus patentrechtlichen Gründen zurückgerufen werden. Die Herstellerfirma des Originalpräparates Inegy® (MSD) hat eine einstweilige Verfügung erwirkt. Die Generika sind erst im Mai auf den Markt gekommen. Bitte beachten Sie den Artikel im aktuellen KV-Journal Nr. 7/8 „Großes Einsparpotential bei der Verordnung von Ezetimib“. Bei  Redaktionsschluss  waren Simvastatin/Ezetimib-Generika  noch verfügbar und eine nachträgliche Aktualisierung leider nicht mehr möglich. Davon unberührt bleibt der Einzelwirkstoff Ezetimib generisch verfügbar. Für Ezetimib bestehen seit April 2018 keinerlei Schutzrechte mehr. Die Generika, die im Mai eingeführt wurden, bleiben im Markt.

 

Hinweis zur wirtschaftlichen Verordnungsweise: Generische Monopräparate von Ezetimib und Simvastatin sind deutlich günstiger als fixe Kombinationen (siehe Preise u.a.). Diese Kombipräparate sollten nur im Einzelfall bei ansonsten gefährdetem Therapieerfolg verordnet werden.

  • Fixe Kombination aus Ezetimib und Simvastatin: Inegy®/Goltor 10mg/10mg 100Stück 224,65€
  • Preis der Monopräparate: Simvastatin 10mg 100 Stück z.B von 1 A Pharma 13,11€,

    Ezetimib 10mg 100 Stück z.B. von AbZ  70,52€ ( Vergleich Ezetrol® Original 10mg 100 Stück  178,48€) 

 

Preise der Lauer-Taxe entnommen: Stand 26.06.2018

 


 


 

 



 

 



 

 

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