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Verordnung

Kein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert, steht so hartnäckig im Fokus von Politik und Medien wie die Kosten für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Ein gigantisches Ausgabenvolumen und ein nahezu undurchdringliches Dickicht an Richtlinien, Gesetzen und Vorgaben setzen den Arzt zunehmend unter Druck.

Auf diesen Seiten finden Sie aktuelle Informationen, nützliche Tipps sowie alle wichtigen Regelungen, die Sie im Praxisalltag bei der Entscheidung zur Verordnung von Medikamenten, Hilfsmitteln und therapeutischen Maßnahmen unterstützen.

 

Information


15.11.2019

Ab sofort ist die Einrichtung von Psychosomatischen Institutsambulanzen möglich, an die Vertragsärzte Patienten künftig überweisen können.

Durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) wurden auch psychosomatische Krankenhäuser sowie psychiatrische und Allgemeinkrankenhäuser mit selbstständigen, fachärztlich geleiteten psychosomatischen Fachabteilungen für die ambulante psychosomatische Versorgung ermächtigt (vgl. § 118 SGB V). Diese neuen Einrichtungen („Institutsambulanz nach § 118 Absatz 3 SGB V“) können lediglich an Krankenhäusern entstehen, an denen es bislang noch keine Psychiatrische Institutsambulanz gibt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband haben nun in der Vereinbarung zu Psychiatrischen Institutsambulanzen Anforderungen an Psychosomatische Institutsambulanzen geregelt.

Wer darf überweisen?
Die Institutsambulanzen nach § 118 Absatz 3 SGB V können grundsätzlich nur auf Überweisung in Anspruch genommen werden. Überweisen dürfen:

  • Fachärztinnen und Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Ärztliche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Die Überweisung muss jährlich erneuert werden.

Welche Patientinnen und Patienten dürfen überwiesen werden?
Patientinnen und Patienten mit untenstehenden Diagnosen können künftig für eine Behandlung in der Psychosomatischen Institutsambulanz überwiesen werden. Voraussetzung ist, dass eine begleitende, damit pathogenetisch verbundene somatische Diagnose besteht, die eine Kombinationsbehandlung beider Erkrankungsanteile erfordert:

  • F32 Depressive Episode
  • F33 Rezidivierende depressive Störung
  • F34 Anhaltende affektive Störungen
  • F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
  • F60 Spezifische Persönlichkeitsstörungen
  • F61 Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen
  • F62 Andauernde Persönlichkeitsänderungen
  • F63 Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
  • F64 Störung der Geschlechtsidentität

Zudem können Patientinnen und Patienten mit folgenden Diagnosen auch ohne verbundene somatische Diagnose überwiesen werden:

  • F44 Dissoziative Störungen
  • F45 Somatoforme Störungen

In der Psychosomatischen Institutsambulanz sollen diejenigen Patientinnen und Patienten versorgt werden, die aufgrund Art, Dauer oder Schwere ihrer Erkrankung in den vertragsärztlichen Praxen nicht erfolgreich behandelt werden können, insbesondere dann, wenn eine multimodale Behandlung erforderlich ist, die nur von einem hochspezialisierten und multiprofessionellen Team durchgeführt werden

Die Vereinbarung ist auf der Internetseite der KBV abrufbar. Die spezifischen Anlagen für die Psychosomatischen Institutsambulanzen finden Sie zur besseren Übersicht auch einzeln hier.

 


24.10.2019

Zulassungsbehörden informieren über Lieferengpässe

Die KV Hamburg erreichen vermehrt Anfragen aus Praxen zu nicht verfügbaren Arzneimitteln, zusammen mit der Bitte um frühzeitige Information unserer Vertragsärzte. Aktuell betrifft dies vor allem Produkte mit dem Wirkstoff Venlafaxin. Eine zeitnahe, verlässliche und vor allem umfängliche Information aller Teilhaber im Gesundheitswesen (Ärzte, Apotheken, Versicherte) über das Ausmaß der Lieferengpässe einzelner Medikamente ist wünschenswert, doch kann derzeit von keiner zuständigen Stelle in Deutschland angeboten werden.

 

Für die pharmazeutischen Unternehmer (pU) besteht bisher alleine eine Selbstverpflichtung zur Anzeige von Lieferengpässen an das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) bzw. für Biologika an das PEI (Paul-Ehrlich-Institut). Ein Lieferengpass ist hier definiert als „eine über voraussichtlich 2 Wochen hinausgehende Unterbrechung einer Auslieferung im üblichen Umfang oder eine (unerwartete) deutlich vermehrte Nachfrage, der nicht angemessen nachgekommen werden kann.“ Die Listung bzw. Nicht-Listung eines Lieferengpass lässt hierbei leider keinen direkten Rückschluss auf die tatsächliche Verfügbarkeit am Markt zu: Auf der einen Seite können Engpässe bestehen, ohne dass sie in den Datenbanken gelistet sind (Bsp. Meldung ist für pU keine Pflicht, Regionale Verteilungsprobleme, Wirkstoff gilt nicht als versorgungsrelevant). Auf der anderen Seite ist ein gelisteter Lieferengpass nicht zwingend gleichbedeutend mit einem Versorgungsproblem (Bsp. Regionale Bevorratung kompensiert Engpass, Verfügbarkeit von Alternativen gegeben).

 

Die KV Hamburg kann daher Ihren Mitgliedern keine weiteren Informationen zur Verfügung stellen und verweist auf die in den öffentlich zugänglichen Datenbanken enthaltenen Angaben. Diese finden Sie auf der Seite des BfArM bzw. auf der Seite des PEI.


 
20.09.2019

Zulassungsbehörde ruft Ranitidin-haltige Arzneimittel zurück

Arzneimittel, die den von dem Hersteller Saraca Laboratories Limited hergestellten Wirkstoff Ranitidin enthalten, werden derzeit vom Markt genommen. Grund hierfür ist eine Verunreinigung mit dem wahrscheinlich krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin.

Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert, wurden in Ranitidin-haltigen Arzneimitteln geringe Mengen des N-Nitrosodimethylamins nachgewiesen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Union stuft den Stoff als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen ein.

Nach Angaben des BfArM liegen bislang noch nicht für alle Ranitidin-haltigen Arzneimittel konkrete Erkenntnisse darüber vor, ob und in welchen Konzentrationen die Verunreinigung enthalten ist. Der Rückruf sämtlicher Chargen mit dem Wirkstoff Ranitidin des indischen Herstellers Saraca Laboratories Limited erfolge daher aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes.

 

Die Namen der Präparate der vom Rückruf betroffenen Arzneimittel listet die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf ihrer Internetseite auf.

 

Die vollständige Mitteilung des BfArm zum Rückruf ranitidinhaltiger Arzneimittel vom 17.09.2019 finden Sie hier.

 



20.09.2019 / -Informationen

Sehhilfen für Erwachsene: Beschluss des G-BA in Kraft

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), dass zur Folgeversorgung mit Sehhilfen bei Erwachsenen mit schwerer Sehbeeinträchtigung künftig kein Arztvorbehalt mehr besteht, wurde vom BMG nicht beanstandet. Die Veröffentlichung im Bundesanzeiger erfolgte am 12. September. Damit ist der Beschluss vom 20. Juni 2019, der gegen das Votum von KBV und Patientenvertretung gefasst wurde, nun rechtskräftig.

 

Eine ärztliche Verordnung für die Versorgung mit einer Sehhilfe  zur Verbesserung der Sehschärfe auf Muster 8 zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung ist weiterhin notwendig bei:

  • Kindern und Jugendlichen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres,
  • Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und eine Sehbeeinträchtigung bei bestmöglicher Brillenkorrektur auf beiden Augen mindestens der Stufe 1 (ICD 10-GM 2017) aufweisen. Diese Sehbeeinträchtigung ist dann gegeben, wenn der Visus bei bestmöglicher Korrektur mit einer Brille auf dem besseren Auge < 0,3 beträgt oder das beidäugige Gesichtsfeld < 10 Grad bei zentraler Fixation ist,
  • Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und auf mindestens einem Auge einen Refraktionsfehler von > 6,25 Dioptrien bei Myopie oder Hyperopie oder von > 4,25 Dioptrien bei Astigmatismus aufweisen. Dabei gilt immer die benötigte Fernrefraktion mit einer Brille, auch dann, wenn eine Kontaktlinsenversorgung vorgenommen werden soll.

Folgeversorgung zur Verbesserung der Sehschärfe
Soweit eine Folgeversorgung mit einer Sehhilfe zur Verbesserung der Sehschärfe aufgrund einer erneuten ärztlichen Diagnostik erforderlich wird oder weil eine Therapieentscheidung notwendig ist, ist eine ärztliche Verordnung auszustellen, insbesondere für:

  • Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres und
  • Versicherte, die eine Sehbeeinträchtigung bei bestmöglicher Brillenkorrektur auf beiden Augen mindestens der Stufe 1 aufweisen.

In diesen beiden genannten Fällen ist dann keine erneute ärztliche Verordnung erforderlich, wenn eine Ersatzbeschaffung aufgrund von Verlust oder Bruch innerhalb von 3 Monaten nach der Verordnung notwendig wird.

 


26.08.2019

Häusliche Krankenpflege und stationsäquivalente psychiatrische Behandlung

Durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) können Krankenhäuser seit Januar 2018 stationsäquivalente psychiatrische Behandlungen erbringen. Dabei handelt es sich um eine Krankenhausleistung im häuslichen Umfeld von psychisch erkrankten Menschen. Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 23. August  hat der G-BA  klargestellt, dass bei einer Versorgung im Rahmen einer stationsäquivalenten psychiatrischen Behandlung (StäB) keine gleichzeitige Verordnung von häuslicher und psychiatrischer häuslicher Krankenpflege erfolgen darf. Bei der StäB handelt es sich um eine Krankenhausleistung im häuslichen Umfeld von psychisch erkrankten Menschen.

 


14.08.2019

Sanofi muss in Deutschland die Fertigung, das Marketing und den Vertrieb von Praluent® (Alirocumab) mit sofortiger Wirkung einstellen.

Bei gesetzlich versicherten Patienten, die bisher auf Praluent® eingestellt sind, muss geprüft werden, ob die Voraussetzungen der Arzneimittelrichtlinie für die Verordnungsfähigkeit von Repatha® (Evolocumab) erfüllt sind und ob eine Umstellung vorgenommen werden soll.

 

Informationen zur Umstellung von Alirocumab auf Evolocumab

(Empfehlungen der DGFF -  Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Stoffwechselstörungen)

 

Sollen Patienten, die bisher mit Praluent® behandelt wurden, auf Repatha® umgestellt werden, so sind folgende Punkte zu beachten:

  • Patienten, die bisher mit Praluent® (75mg oder 150mg) behandelt wurden, müssten, da Repatha® nur in einer Dosierung erhältlich ist, dann auf Repatha® 140 mg alle 2 Wochen umgestellt werden
  • Repatha® steht zur Verfügung als: Repatha®140 mg als Pen zur Applikation alle 2 Wochen und als Repatha® 420 mg in einem Applikator zur Applikation alle 4 Wochen oder bei Homozygoter Familiärer Hypercholesterinämie zur Applikation alle 2 Wochen
  • Die erste Gabe von Repatha® sollte 2 Wochen nach der letzten Gabe von Praluent® (75mg oder 150mg alle 2 Wochen) erfolgen.     

 

Bitte beachten Sie, dass eine derartige Therapieumstellung als Neueinstellung auf Evolocumab zu werten ist und deshalb von bestimmten Fachärzten* (mit Zulassung im fachärztlichen Versorgungsbereich) vorgenommen werden muss.

*Zu diesen Fachärzten gehören:

  • Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie,
  • Fachärzte für Innere Medizin und Nephrologie,
  • Fachärzte für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie,
  • Fachärzte fürInnere Medizin und Angiologie,
  • Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatz-Weiterbildung Kinder- Endokrinologie und –Diabetologie, Kinder-Nephrologie oder Schwerpunkt Kinder-Kardiologie
  • an Ambulanzen für Lipidstoffwechselstörungen tätige Fachärzte  

Hintergrund dieser Situation ist nicht die Wirksamkeit oder Sicherheit des Präparates, sondern ein seit geraumer Zeit andauernder Rechts- bzw. Patentstreit zwischen Amgen und Sanofi um die beiden PCSK 9 Hemmer Repatha (Evolocumab) und Praluent (Alirocumab). Bei beiden Wirkstoffen handelt es sich um monoklonale Antikörper, die gegen das Proprotein Convertase-Subtilisin-Kexin Typ 9 (PCSK9) wirken. Amgen hält das europäische Patent 2 215 124. Und das betrifft antigenbindende Proteine gegen das Protein PCSK9, also auch Alirocumab.    

 

Laut einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 11. Juli dürfen nun Sanofi und Regeneron den PCSK9-Inhibitor Alirocumab (Praluent) in Deutschland nicht mehr fertigen, verkaufen und vermarkten.

 


26.07.2019

HEK hebt den Genehmigungsverzicht für Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalles auf

Ab 02.09.2019 sind Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalles der Hanseatischen Krankenkasse vorzulegen.Das betrifft ausgestellte Verordnungen mit den Indikationsschlüsseln WS1-WS2 und EX1-EX4. Die Verordnungen mit den genannten Indikationsschlüsseln sind der Krankenkasse vor Behandlungsbeginn vorzulegen. Nach gestellter Genehmigungsanfrage kann die Behandlung fortgeführt werden und entstandene Behandlungskosten werden mindestens bis zum Zugang der Entscheidung vergütet. Zur Beschleunigung des Vorganges kann die Genehmigungsanfrage für die Patientin/den Patienten auch direkt von der Ärztin/dem Arzt gestellt werden. Dazu bitte folgende Fax-Nr. verwenden: 040-65696-1217.

 





 


 


 






 

 

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