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Verordnung

Kein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert, steht so hartnäckig im Fokus von Politik und Medien wie die Kosten für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Ein gigantisches Ausgabenvolumen und ein nahezu undurchdringliches Dickicht an Richtlinien, Gesetzen und Vorgaben setzen den Arzt zunehmend unter Druck.

Auf diesen Seiten finden Sie aktuelle Informationen, nützliche Tipps sowie alle wichtigen Regelungen, die Sie im Praxisalltag bei der Entscheidung zur Verordnung von Medikamenten, Hilfsmitteln und therapeutischen Maßnahmen unterstützen.

 

Information


19.10.2017

BtM-Rezept - Fristüberschreitung beim Import von Cannabisblüten

Cannabisblüten werden zurzeit noch aus dem Ausland importiert. Das führt häufig zu einer längeren Lieferzeit. Der Patient sollte das BtM-Rezept innerhalb von 7 Tagen in der Apotheke vorlegen, denn grundsätzlich gilt eine Frist von 7 Tagen (Ausstellungsdatum + 7 Tage). Der Import eines Arzneimittels und die damit häufig unvermeidbare Verzögerung der Belieferung erlaubt eine spätere Abrechnung.

 

Quelle: Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV)
§ 12 Abgabe

(1) Betäubungsmittel dürfen vorbehaltlich des Absatzes 2 nicht abgegeben werden:

1. auf eine Verschreibung,

a) die nach den §§ 1 bis 4 oder § 7 Abs. 2 für den Abgebenden erkennbar nicht ausgefertigt werden durfte,

b) bei deren Ausfertigung eine Vorschrift des § 7 Abs. 1 Satz 2, des § 8 Abs. 1 Satz 1 und 2 oder des § 9 nicht beachtet wurde,

c) die bei Vorlage vor mehr als sieben Tagen ausgefertigt wurde, ausgenommen bei Einfuhr eines Arzneimittels nach § 73 Abs. 3 Arzneimittelgesetz, oder

d) die mit dem Buchstaben "K" oder "N" gekennzeichnet ist;

2. (...)

 


 

03.08.2017

Arzneimittelpraxisbesonderheiten: Die Abrechnungsnummern (91xxx) gelten nicht mehr

Arzneimittelpraxisbesonderheiten (z.B. Onkologika, HIV-Präparate usw.), wie man sie aus der Zeit der Richtgrößen kennt, sind mit der Wirkstoffvereinbarung obsolet geworden. Daher gelten auch die Listen der Arzneimittelpraxisbesonderheiten und die entsprechenden Symbolziffern („91er-Nummern“) seit dem 01.01.2017 nicht mehr.

 

Davon unberührt sind die bundesweiten Praxisbesonderheiten: Wirkstoffe, für die Vereinbarungen im Nachgang zur frühen Nutzenbewertung (§ 130b Abs. 2 Satz 1 SGB V) als Praxisbesonderheit bestehen, bleiben von der Wirkstoffvereinbarung unberücksichtigt. Sie finden die Liste der bundesweiten Praxisbesonderheiten unter www.gkv-spitzenverband.de

 

Achtung: Grundsätzlich ist auch bei der Verordnung dieser Arzneimittel das Wirtschaftlichkeitsgebot zu beachten. Die Anerkennung als Praxisbesonderheit gilt nur für die explizit genannten Indikationsbereiche dieser Wirkstoffe. Einzelfallprüfungen sind möglich.

 


 

04.07.2017

Heilmittel: Podologie- Verordnung von Hausbesuchen

Die Podologieverbände haben die KVen gebeten, auf das Problem hinzuweisen, dass zu häufig ungerechtfertigt Hausbesuche verordnet werden.Es wird darum gebeten, die Verordnungen zum Hausbesuch sorgsam und indikationsbezogen vorzunehmen.
Folgende Gründe rechtfertigen für sich allein noch nicht einen Hausbesuch:

  • Alter
  •  Allgemeine eingeschränkte Gehfähigkeit
  • Gehunterstützung mittels Rollator oder Unterarmgehstützen
  • Rollstuhl bei Geheinschränkung/-verlust
  • Vorübergehende Hilfsmittel, bspw. Verbandsschuh, Cast
  • Visuseinschränkung/-verlust
  • Sonstige körperliche Einschränkungen/Defizite bei erhaltener Mobilität
  • Schlechte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel 

 


 

03.07.2017

Wirkstoffvereinbarung- Neue Arbeitshilfe zum Ziel Nr. 21 " Sexualhormone und Modulatoren des Genitalsystems"

Im Nachgang zu unseren Informationsveranstaltungen zur neuen Wirkstoffvereinbarung haben wir eine Arbeitshilfe zum Ziel Nr. 21 " Sexualhormone und Modulatoren des Genitalsystems“ zusammengestellt. Die Arbeitshilfe soll Ihnen einen schnellen Überblick über die häufigsten Wirkstoffe und die entsprechend verfügbaren Arzneimittel sowie deren Einordnung (Original vs. Generikum) ermöglichen. Da die Arzneimittel in diesem Wirkstoffziel nicht immer auf den ersten Blick als Original bzw. Generikum erkannt werden können,  haben wir den vielfach geäußerten Wunsch nach einer „einfachen“ Beispielliste aufgegriffen. Hier finden Sie die Arbeitshilfe.

 

Um den Umfang zu begrenzen und so die Handhabbarkeit zu gewährleisten, sind nicht alle von diesem Ziel umfassten Arzneimittel aufgeführt. Für einen vollständigen Überblick nutzen Sie bitte die Arbeitslisten in unserem Mitgliederportal.

 

Bitte beachten Sie darüber hinaus , dass auch Rabattarzneimittel der Erreichung Ihrer Wirkstoffziele dienen.. Informationen zu eventuellen Rabattverträgen finden Sie ebenfalls in den Arbeitslisten oder nutzen Sie hier die entsprechende Funktionalität Ihres Praxisverwaltungssystems, in dem diese Informationen aktualisiert vorliegen müssen.

 
09.03.2017

Cannabis verordnungsfähig ab 10.03.2017

Das „Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ ist seit dem 10.03.2017 in Kraft. Mehr



21.11.2016

Glukokorticoid - Nasensprays für Patienten ab 18 Jahren  zur symptomatischen Behandlung einer saisonalen allergischen Rhinitis keine Kassenleistung mehr!

Fluticason-  und Mometason - haltige Nasensprays sind mit Wirkung zum 01.10.2016 in bestimmten Grenzen aus der Verschreibungspflicht entlassen worden (Änderung der Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV). Diese Veränderung beeinflusst die Verordnungsfähigkeit zulasten der gesetzlichen Kassen. So sind nach den Bestimmungen der Arzneimittelrichtlinie nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel zu Lasten des Versicherten zu verordnen, wenn sie zur Behandlung einer Erkrankung medizinisch notwendig, zweckmäßig und ausreichend sind. In diesen Fällen kann die Verordnung eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels unwirtschaftlich sein. Da nach den Bestimmungen des Sozialgesetzbuchs nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel für Erwachsene nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden  und für diese Nasensprays in der Anlage I der Arzneimittelrichtlinie(OTC Liste) keine Ausnahmeindikation formuliert ist, fallen diese Präparate für bestimmte Erkrankungen aus der Leistungspflicht der Krankenkassen.  

 

Die Fluticason- bzw. Mometasonhaltigen Nasensprays sind freiverkäuflich, wenn folgende Bedingungen kumulativ erfüllt sind:

  • bei Erwachsenen zur symptomatischen Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis
  • wenn die Erstdiagnose einer saisonalen allergischen Rhinitis durch einen Arzt gestellt worden ist
  • bis zu einer Tagesdosis von maximal 200 Mikrogramm Mometasonfuroat bzw. Fluticasonpropionat
  • wenn auf den Behältnissen und äußeren Umhüllungen des Arzneimittels angegeben ist, dass die Anwendung dieses Präparates nur auf Erwachsene beschränkt ist.

Zu den freiverkäuflichen Mometasonhaltigen Präparaten zählen u.a. Momeallerg® oder Mometahexal®. Seit Anfang 2017 ist auch ein freiverkäufliche Fluticasonhaltiges Präparat auf dem  Markt (OTRI-Allergie® Nasenspray Fluticason; Stand 01.04.2017 – Lauer Taxe).  Beclomethasonhaltige Nasensprays (Ratioallerg® Nasenspray , Rhinivict nasal® ) sind bereits seit mehreren Jahren für die Selbstmedikation wie oben beschrieben rezeptfrei erhältlich.

 

Verschreibungspflichtige Präparate wie beispielsweise Nasonex® bleiben in folgenden Fällen zulasten der Kassen verordnungsfähig:

  • zur Anwendung bei Kindern ( ab 3 Jahren) und Jugendlichen bis zum 18. Geburtstag zur symptomatischen Behandlung einer saisonalen allergischen Rhinitis
  • für Kinder und Erwachsene zur Behandlung einer perennialen Rhinitis
  •  zur Behandlung einer Polyposis nasi bei Patienten ab 18 Jahren

Da in diesem Zusammenhang nachgefragt, erinnern wir daran, dass eine Verordnung von nichtverschreibungspflichtigen Antihistaminika (z.B. Cetirizin Tabletten) für Jugendliche und Erwachsene zur Behandlung der  schwerwiegenden allergischen Rhinitis, bei der eine topische nasale Behandlung mit Glukokortikoiden nicht ausreichend ist, zulasten der Kassen möglich ist.


 


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