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Verordnung

Kein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert, steht so hartnäckig im Fokus von Politik und Medien wie die Kosten für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Ein gigantisches Ausgabenvolumen und ein nahezu undurchdringliches Dickicht an Richtlinien, Gesetzen und Vorgaben setzen den Arzt zunehmend unter Druck.

Auf diesen Seiten finden Sie aktuelle Informationen, nützliche Tipps sowie alle wichtigen Regelungen, die Sie im Praxisalltag bei der Entscheidung zur Verordnung von Medikamenten, Hilfsmitteln und therapeutischen Maßnahmen unterstützen.

 

Information


23.02.2018

 

Flupirtin (Katadolon®, Generika) Marktrücknahme

Das Analgetikum Flupirtin (Katadolon®, Generika) wird vom Markt verschwinden. Der Pharmakovigilanzausschuss der EMA hat empfohlen, die Zulassungen von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff zu widerrufen, da Patientinnen und Patienten weiterhin schwerwiegenden Risiken ausgesetzt sind, die den Nutzen dieser Arzneimittel überwiegen.

 

Flupirtin ist ein Schmerzmittel, das für bis zu zwei Wochen zur Behandlung von akuten Schmerzen bei Patientinnen und Patienten angewendet wird, die keine anderen Schmerzmittel wie Opioide oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen können. Die Gefahr einer Lebertoxizität im Zusammenhang mit der Einnahme von Flupirtin ist lange bekannt und reicht von Leberenzymwerterhöhung bis hin zu tödlichem Leberversagen oder Lebertransplantationen. Bereits 2013 informierte die AkdÄ über die strengen Auflagen bei der Anwendung. Die Anwendungsdauer von Flupirtin wurde auf zwei Wochen begrenzt und der Einsatz des Mittels auf Patientinnen und Patienten beschränkt, bei denen andere Schmerzmittel nicht angewendet werden können. Zudem wurden Laborkontrollen der Leberwerte während der Behandlung eingeführt. Die AkdÄ berichtet darüber hinaus über Meldungen, die auf ein Suchtpotential von Flupirtin hindeuten.

 

Viele Hersteller haben Ihre Präparate bereits zurück gerufen. Unsere Auswertung der Verordnungsdaten hat ergeben, dass es im dritten Quartal 2017 in Hamburg 1.000 Verordnungen (entsprechen 14.479 DDDs) über Flupirtin gab. Katadolon fällt in das WSV-Ziel Nr. 1 Analgetika und beeinflusst als Originalarzneimittel Ihre Zielerreichung negativ.

 

 


 

02.02.2018

Stellungnahme zur Kostenübernahme einer medikamentösen Scabiesprophylaxe

Aktuell erreichen uns zahlreiche Anfragen bezüglich des  Kostenträgers für eine medikamentöse Therapie gegen Krätze bzw. prophylaktische Behandlung für alle Bewohner eines bestimmten Pflegeheims in Hamburg. Zur Klärung des Sachverhalts haben wir auch mit dem Gesundheitsamt Hamburg Rücksprache gehalten.

 

Ist bei einem Patienten eine Krätze symptomatisch und diagnostiziert, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die kurative  Arzneimittelbehandlung. Grundsätzlich ist Permethrin topisch (Infectoscab® 5% Creme, Permethrin Biomo® 5% Creme) das Mittel der ersten Wahl. Wenn wegen nicht zu beein­flussender Rahmen­be­dingungen eine bestimmungs­mäßige Anwendung von Permethrin nicht möglich ist, wird Ivermectin oral (Scabioral®) empfohlen.

 

Die präventive Behandlung der nicht-symptomatischen Pflegeheimbewohner und des nicht-symptomatischen Pflegepersonals stellt keine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung dar. Nach Aussage des Gesundheitsamtes werden im oben genannten Fall die Voraussetzungen für eine Übernahme der Kosten durch die Behörde nicht erfüllt. Bei der präventiven Behandlung des nicht-symptomatischen Pflegepersonals müsste ggf. geprüft werden, ob die Kosten für das Pflegepersonal vom Arbeitgeber im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge übernommen werden. Für alle anderen nicht-symptomatischen Heimbewohner und ggf. deren Kontaktpersonen/Familien bleibt nur die Verordnung auf einem Privatrezept. Eine Rücksprache mit der jeweiligen Krankenkasse bzgl. einer freiwilligen Kostenübernahme im Einzelfall ist möglich.

 

Hinweis: Die prophylaktische Therapie bei unsymptomatischen Kontaktpersonen ist nicht Teil der Arzneimittelzulassung (siehe Fachinformation). Die Behandlung von Kontaktpersonen ohne Symptome ist ein sogenannter Off-Label-Use, der spezielle Aufklärungs- und Dokumentationspflichten sowie eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung beinhaltet.

 

Diese Stellungnahme bezieht sich ausschließlich auf die Frage der Kostenübernahme und nicht auf die Frage einer medizinischen Notwendigkeit einer prophylaktischen Behandlung.

 

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in im RKI-Ratgeber für Ärzte "Scabies"

 

 


 

04.01.2018

Nahrungsergänzung mit Vitamin D- Fluch oder Segen?

Sobald die Tage kürzer werden, wird in der Laienpresse die Einnahme von Vitamin-D-haltigen Präparaten beworben. Ein Vitamin D-Mangel soll z.B. für Müdigkeit, Abgeschlagenheit und sogar gedrückte Stimmung verantwortlich sein. Kürzlich hat die AkdÄ über zwei Fallberichte informiert, die zeigen, dass die Einnahme von vermeintlich harmlosen Vitamin-D-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln oder Präparaten schädlich sein kann. Den kompletten Text finden Sie hier.

Wegen der Gefahr einer Hypervitaminose bzw. einer Hyperkalzämie rät die AkdÄ daher davon ab, eigenständig hochdosierte Vitamin-D-Präparate einzunehmen.

 

Die Verordnung von Vitamin D zu Lasten der Kasse ist nur eingeschränkt möglich. Entsprechend ist auch die Bestimmung des Vitamin D-Spiegels (25-OH-Vitamin D) nur bei medizinischer Notwendigkeit Kassenleistung. Die regelhafte, routinemäßige Messung des Blutspiegels von Vitamin D im Sinne eines Screenings ist keine Kassenleistung! Hinweise zur Laborbestimmung und zur Verordnungsfähigkeit von Vitamin D finden Sie im KV-Journal 2013, Nr. 7-8, Seite 18ff.

 

20.12.2017

Anerkennung von Verordnung häuslicher Krankenpflege zum Jahreswechsel

Die AOK Rheinland/Hamburg, der vdek, die IKK Classic sowie der BKK Landesverband Nordwest haben festgelegt, dass Verordnung häuslicher Krankenpflege für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2018 mit Ausstellungsdatum ab 11. Dezember 2017 unter der Voraussetzung anerkannt werden, dass diese im Dezember bei der zuständigen Krankenkasse eingehen. Die Fristen für die vorläufige Kostenzusage bleiben unberührt. Verordnungen, die spätestens am 31. Dezember 2017 ausgestellt werden, werden ab dem 1. Januar nur dann anerkannt, wenn diese den Eingangsstempel der jeweiligen Krankenkasse bis 8. Januar 2018 tragen. Bei einem Ausstellungsdatum vom 2. bis 5. Januar ist auf der jeweiligen Verordnung anzugeben, dass die Arztpraxis bis zum vorhergehenden Werktag – außer Samstag – geschlossen war.

 



 


 

 

 

 


 

 


 


 

 

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