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Verordnung

Kein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert, steht so hartnäckig im Fokus von Politik und Medien wie die Kosten für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Ein gigantisches Ausgabenvolumen und ein nahezu undurchdringliches Dickicht an Richtlinien, Gesetzen und Vorgaben setzen den Arzt zunehmend unter Druck.

Auf diesen Seiten finden Sie aktuelle Informationen, nützliche Tipps sowie alle wichtigen Regelungen, die Sie im Praxisalltag bei der Entscheidung zur Verordnung von Medikamenten, Hilfsmitteln und therapeutischen Maßnahmen unterstützen.

 

Information


14.08.2019

Sanofi muss in Deutschland die Fertigung, das Marketing und den Vertrieb von Praluent® (Alirocumab) mit sofortiger Wirkung einstellen.

Bei gesetzlich versicherten Patienten, die bisher auf Praluent® eingestellt sind, muss geprüft werden, ob die Voraussetzungen der Arzneimittelrichtlinie für die Verordnungsfähigkeit von Repatha® (Evolocumab) erfüllt sind und ob eine Umstellung vorgenommen werden soll.

 

Informationen zur Umstellung von Alirocumab auf Evolocumab

(Empfehlungen der DGFF -  Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Stoffwechselstörungen)

 

Sollen Patienten, die bisher mit Praluent® behandelt wurden, auf Repatha® umgestellt werden, so sind folgende Punkte zu beachten:

  • Patienten, die bisher mit Praluent® (75mg oder 150mg) behandelt wurden, müssten, da Repatha® nur in einer Dosierung erhältlich ist, dann auf Repatha® 140 mg alle 2 Wochen umgestellt werden
  • Repatha® steht zur Verfügung als: Repatha®140 mg als Pen zur Applikation alle 2 Wochen und als Repatha® 420 mg in einem Applikator zur Applikation alle 4 Wochen oder bei Homozygoter Familiärer Hypercholesterinämie zur Applikation alle 2 Wochen
  • Die erste Gabe von Repatha® sollte 2 Wochen nach der letzten Gabe von Praluent® (75mg oder 150mg alle 2 Wochen) erfolgen.     

 

Bitte beachten Sie, dass eine derartige Therapieumstellung als Neueinstellung auf Evolocumab zu werten ist und deshalb von bestimmten Fachärzten* (mit Zulassung im fachärztlichen Versorgungsbereich) vorgenommen werden muss.

*Zu diesen Fachärzten gehören:

  • Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie,
  • Fachärzte für Innere Medizin und Nephrologie,
  • Fachärzte für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie,
  • Fachärzte fürInnere Medizin und Angiologie,
  • Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatz-Weiterbildung Kinder- Endokrinologie und –Diabetologie, Kinder-Nephrologie oder Schwerpunkt Kinder-Kardiologie
  • an Ambulanzen für Lipidstoffwechselstörungen tätige Fachärzte  

Hintergrund dieser Situation ist nicht die Wirksamkeit oder Sicherheit des Präparates, sondern ein seit geraumer Zeit andauernder Rechts- bzw. Patentstreit zwischen Amgen und Sanofi um die beiden PCSK 9 Hemmer Repatha (Evolocumab) und Praluent (Alirocumab). Bei beiden Wirkstoffen handelt es sich um monoklonale Antikörper, die gegen das Proprotein Convertase-Subtilisin-Kexin Typ 9 (PCSK9) wirken. Amgen hält das europäische Patent 2 215 124. Und das betrifft antigenbindende Proteine gegen das Protein PCSK9, also auch Alirocumab.    

 

Laut einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 11. Juli dürfen nun Sanofi und Regeneron den PCSK9-Inhibitor Alirocumab (Praluent) in Deutschland nicht mehr fertigen, verkaufen und vermarkten.

 


26.07.2019

HEK hebt den Genehmigungsverzicht für Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalles auf

Ab 02.09.2019 sind Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalles der Hanseatischen Krankenkasse vorzulegen.Das betrifft ausgestellte Verordnungen mit den Indikationsschlüsseln WS1-WS2 und EX1-EX4. Die Verordnungen mit den genannten Indikationsschlüsseln sind der Krankenkasse vor Behandlungsbeginn vorzulegen. Nach gestellter Genehmigungsanfrage kann die Behandlung fortgeführt werden und entstandene Behandlungskosten werden mindestens bis zum Zugang der Entscheidung vergütet. Zur Beschleunigung des Vorganges kann die Genehmigungsanfrage für die Patientin/den Patienten auch direkt von der Ärztin/dem Arzt gestellt werden. Dazu bitte folgende Fax-Nr. verwenden: 040-65696-1217.

 


24.07.2019

Hinweise zur Wirkstoffvereinbarung Generikaziel Nr. 23 : "Urologika"

Uns haben Rückfragen erreicht zur Stellung von Tovedeso® (Markteinführung: 3/2018) im Rahmen der Wirkstoffvereinbarung (Ziel 23). Das Präparat ist nicht als Generikum zugelassen und wird vom Wido als nicht patentgeschütztes Original geführt. Es dient deshalb in unserem Generikaziel „Urologika“ nicht der Zielerreichung (Ausnahme bei bestehendem Rabattvertrag). Nach unseren Informationen ist zurzeit die Barmer die einzige Kasse mit einem Rabattvertrag zu Tovedeso®.

 

Das häufig verordnete Solifenacin succinat (Vesikur®) ist nun generisch am Markt verfügbar. Bei entsprechender Indikation für diesen Wirkstoff nutzen Sie bitte diese Möglichkeit zur wirtschaftlichen Verordnung vorzugsweise durch eine Wirkstoffverordnung.

 


16.07.2019

Neue Vorschriften für Apotheken bei der Belieferung von Arzneimittelrezepten sorgen für Rückfragen in Arztpraxen

Am 01.07.2019 ist der neue Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung nach § 129 Absatz 2 SGB V zwischen dem GKV- Spitzenverband und dem Deutschen Apothekerverband in Kraft getreten. Dieser Vertrag regelt für alle Apotheken bundesweit, welche Anforderungen bei der Wahl/dem Austausch eines preisgünstigen Arzneimittels zu beachten sind. Der neue Rahmenvertrag enthält umfangreiche Änderungen, die bereits in der ersten Woche nach Inkrafttreten zu zahlreichen Nachfragen und Rezeptänderungswünschen in den Arztpraxen geführt haben:  

 

Mit der namentlichen Verschreibung eines bestimmten Fertigarzneimittels auf einem Kassenrezept (ohne Aut-idem-Kreuz = der Austausch des verordneten Fertigarzneimittels durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel ist nicht ausgeschlossen) setzt der verordnende Arzt für die Apotheke einen sogenannten Preisanker. Der Apotheker muss unter Beachtung verschiedener Vorgaben (Rabattverträge, preisgünstige Generika, Reimporte) ein „wirtschaftliches“ Arzneimittel auswählen, darf dabei jedoch den Preisanker nicht überschreiten. Ist keine Abgabe bis zum verordneten Fertigarzneimittel (Preisanker) möglich, weil sämtliche zulässigen Arzneimittel nicht lieferbar sind, darf nur nach Rücksprache mit dem Arzt ein Arzneimittel abgegeben werden, das teurer als der Preisanker ist! Die Apotheke muss den gesamten  Auswahlvorgang  sowie die Rücksprache mit Unterschrift und Datum dokumentieren!

 

Die zahlreichen Anrufe aus Arztpraxen zu dieser Frage lassen darauf schließen, dass es unerwartet häufig vorkommt, dass Apotheken Rezepte mit namentlichen Verordnungen nicht beliefern können, ohne den „Preisanker“ zu überschreiten. Entsprechend häufen sich auch die Rückfragen in der Praxis, da die Apotheken sonst eine Retaxation riskieren würden. Für den Arzt hingegen erhöht sich die Regressgefahr nicht: Die Apotheke muss auch bei Überschreitung des Preisankers immer das günstigste Arzneimittel aus den zur Verfügung stehenden wählen und im Rahmen der Hamburger Wirkstoffvereinbarung trägt nahezu jedes Generikum (unabhängig vom Preis) zur Erreichung der Wirtschaftlichkeitsziele bei. Dennoch führt diese bürokratisch notwendige Mehrarbeit leider vielfach zu Unverständnis.

 

Wir empfehlen  daher - soweit möglich und sinnvoll-  eine reine Wirkstoffverordnung vorzunehmen (ohne Produktname), da es bei  Wirkstoffverordnungen keinen Preisanker gibt. Bitte achten Sie dabei auch auf vollständige und eindeutige Angaben zum Wirkstoff, zur Darreichungsform und zur Packungsgröße.  Da die Apotheke immer  das wirtschaftlichste verfügbare AM auswählen muss, ist zudem der Vermerk "Import" oder die Verordnung eines konkreten Imports entbehrlich. Das Aut-idem-Kreuz sollte grundsätzlich nur bei medizinischer Indikation gesetzt werden.

 

Darüber hinaus bietet es sich an, mit den Apotheken im engeren Umkreis bereits im Vorfeld ein gemeinsames Vorgehen in bestimmten Situationen abzustimmen. Diese Maßnahmen in Verbindung mit etwas Verständnis tragen dazu bei, den Aufwand beim Ausstellen und der Belieferung von Arzneimittelrezepten für alle Beteiligten zu reduzieren.

 

Bitte beachten Sie: Das Ausstellen eines neuen Rezeptes bei Überschreiten des Preisankers ist nicht notwendig!

 


04.06.2019

Migräneantikörper in der Wirkstoffvereinbarung

Mittlerweile stehen drei neue Antikörper gegen den CGRP-Rezeptor bzw. direkt gegen CGRP zur Behandlung der Migräne (Migräneprophylaxe für Patienten mit mindestens vier Migränetagen pro Monat) am deutschen Markt zur Verfügung: Erenumab (Aimovig®), Galcanezumab (Emgality®) sowie Fremanezumab (Ajovy®). Sie fallen aufgrund Ihrer ATC-Zuordnung (N02) automatisch in das Ziel 1 der Wirkstoffvereinbarung („Analgetika, außer Btm-pflichtige Opioide“).

 

Als verschreibungspflichtige Arzneimittel sind diese Produkte bei entsprechender Indikation unter Berücksichtigung des Wirtschaftlichkeitsgebotes zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsfähig. Allerdings sollte der Einsatz der Migräne-Antikörper aufgrund der derzeitigen Datenlagen vorerst nur nach Versagen oder Unverträglichkeit anderer Arzneimittel zur Migräneprophylaxe erfolgen. Zudem  stehen sie als patentgeschützte Originalpräparate der Zielerreichung entgegen. Hier finden Sie eine ausführliche Information zum Wirkstoffziel 1 („Analgetika, außer Btm-pflichtige Opioide“).

 



 


 






 

 

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