Sie befinden sich hier: Presse

Willkommen in der Öffentlichkeitsarbeit der KV Hamburg!

 

Bilder vom neuen Ärztehaus finden Sie hier.


 

Pressemitteilungen 


03.04.2008


Hintergundinformation Wartezeiten-Studie

Cui bono?

Von Walter Plassmann

 

Warum fällt denn niemandem etwas auf? „Unterschiedliche Wartezeiten für gesetzlich und privat versicherte Patienten!“ Diese „Sensation“ ist ungefähr so sensationell wie der österliche Stau auf deutschen Autobahnen. Trotzdem gab es ein mediales Echo, als ob das zentrale Problem des Gesundheitswesens entdeckt worden wäre. Und niemand hat gefragt, warum das Ganze angezettelt wurde.


Die „Untersuchung“ des Instituts für Gesundheitsökonomie an der Universität Köln ist eine simple Telefonrecherche, die so ähnlich schon x-fach von Journalisten oder Verbraucherschützern durchgeführt wurde. Alle kamen zum selben Ergebnis: Privat versicherte Patienten können damit rechnen, einen früheren Termin zu bekommen, als gesetzlich versicherte – es sei denn, es handelt sich um Not- oder Akutfälle. Niemals ist auch nur die Behauptung aufgestellt worden, die Behandlung als solche werde unterschiedlich durchgeführt, es ging nur um unterschiedliche Service-Aspekte.
Gegen diese unterschiedliche Behandlung im Service ist auch nichts einzuwenden. Seit vielen Jahren tobt sich der Sparzwang der Gesundheitspolitik auf dem Rücken der niedergelassenen Ärzte aus. Die Schere des Ertrags zwischen der Behandlung von privat und gesetzlich Krankenversicherten geht immer weiter auseinander. Die Ärzte reagieren darauf wie es jeder tut, der vom Geld seiner Kunden lebt: Wer besser bezahlt, wird bevorzugt behandelt. So tut es der Handwerker, der Journalist und auch der Politiker hüpft zunächst einmal über das Stöckchen, das ihm der Lobbyist mit der größten Brieftasche hinhält.
Einen inhaltlichen Grund kann es also nicht gehabt haben, dass das Institut diese „Studie“ ausgerechnet jetzt veröffentlicht – vor allem, wo sie schon vor zwei Jahren durchgeführt wurde und es nicht anzunehmen ist, dass Akademiker zwei Jahre brauchen, um Strichlisten zu zählen. Da lohnt es sich doch einmal, hinter die Kulissen zu schauen: Das Institut gehört Karl Lauterbach, dem mittlerweile nicht mehr ganz so einflussreichen SPD-Gesundheitspolitiker.


Lauterbach hat beste Erfahrungen damit, Themen zu besetzen und zu lenken, indem man mehr oder minder mediokre „Untersuchungs-„Ergebnisse präsentiert. Erinnert sei nur an nachweisbar falsche „Studien“, die die Einführung der Disease Management Programme beeinflusst haben.
Zur Zeit gerät der „Gesundheitsfonds“ wieder in die Kritik. Nachdem die vorbereitenden Arbeiten an diesem Merkelschen Zwitter zur Rettung der „Gesundheitsreform“ im Streit zwischen den Krankenkassen hängen geblieben sind, wittern einige Politiker und Parteien Morgenluft, die ganze Angelegenheit zu kippen. Vor allem die Bayern, die als Netto-Einzahler in den Fonds am stärksten belastet würden, bauen Widerstand auf. Diese kippelige Lage nutzt Lauterbach nun, um ein altes Lieblingsziel wieder anzupeilen, nämlich private und gesetzliche Krankenversicherung zu fusionieren. „Wir brauchen eine einheitliche Honorarordnung für alle Versicherten, egal ob gesetzlich Versicherte oder privat Versicherte“, tönte er denn auch sofort.


Und noch immer fällt niemand etwas auf? Da kramt ein notorischer Strippenzieher aus der untersten Schublade seines drittfinanzierten Instituts eine alte „Studie“, erweckt den Anschein, als habe er gar nichts damit zu tun und nutzt den selbst erzeugten Schwung dazu, ein altes Steckenpferd zu reiten. Sehr lange braucht man eigentlich nicht, um diesen Zusammenhang zu durchschauen. Und trotzdem geht die Rechnung auf, gibt es ein großes mediales Echo, in dem nicht ein einziges Mal die Frage „cui bono“ gestellt wurde.


So funktioniert Gesundheitspolitik bei uns: Vorgebliche Experten legen halbgare „Wahrheiten“ auf den Tisch, die zu nichts anderem nutze sind, als altbekannte Behauptungen immer wieder aufzuwärmen – so lange, bis sie endlich Allgemeingut geworden sind. Auf diese Art und Weise wurden die Honorarbudgets immer stärker angezogen („Die Ärzte verdienen zuviel“), die KVen geschleift („Monopolisten abschaffen“), die Selbstverwaltung geschwächt („Können sich nicht einigen“) und die Ärzte als Pharmaabhängige Lakaien diffamiert. Jetzt sind die privaten Krankenversicherungen dran. Es wird Zeit, diese Strategie zu durchkreuzen. Der erste Schritt ist, sie zu entlarven.

zurück zur Liste

Bei Fragen wenden Sie sich

gern an uns:

oeffentlichkeitsarbeit@kvhh.de

 

Ihre Ansprechpartner

 

Dr. Jochen Kriens

Pressesprecher /

Abteilungsleiter

 

040 / 22 802 -534

E-Mail-Kontakt



Martin

Niggeschmidt

Redaktion

KVH-Journal

 

040 / 22 802 - 655

E-Mail-Kontakt


Stefanie Schäfer

Broschüren / Veranstaltungen

   

040 / 22 802 -866

E-Mail-Kontakt

 


Benjamin Thomas

Onlineredaktion / Bestellung

Infomaterial

 

  040 / 22 802 - 805

   E-Mail-Kontakt


Franziska Urban

Broschüren /

Videocast /

Veranstaltungen

 

040/ 22 802 - 378

E-Mail-Kontakt


Melanie Vollmert

Layout / Fotografie /

Presseanfragen

 

040 / 22 802 - 533

E-Mail-Kontakt