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Anstellung eines Arztes im "Job-Sharing"

Auch in gesperrten Arztgruppen hat der Vertragsarzt die Möglichkeit, Ärzte anzustellen. Die Anstellung erfolgt unter der Maßgabe der Leistungsbegrenzung (gemäß § 101 Abs. 1 Nr. 5 SGB V in Verbindung mit den §§ 58 bis §§ 62 Bedarfsplanungs-Richtlinie). Die Anstellung eines Arztes durch einen Vertragsarzt richtet sich nach den Vorgaben der Bedarfsplanungs-Richtlinie und muss vom Zulassungsausschuss für Ärzte genehmigt werden. Welche Unterlagen dem Antrag beizufügen sind, entnehmen Sie bitte dem Antragsformular.

 

Anstellung auf einer "Arztstelle"

Ein Vertragsarzt oder ein Medizinisches Versorgungszentrum kann auf einer Arztstelle in einem nicht gesperrten Planungsbereich einen Arzt anstellen, ohne einer Leistungsbegrenzung zu unterliegen. Eine Fachgruppenidentität zwischen Vertragsarzt und anzustellendem Arzt ist nicht erforderlich. Die Rechtsgrundlage bildet § 95 Abs. 9 SGB V. Aber auch in einem gesperrten Planungsbereich ist die Anstellung eines Arztes möglich.

 

Bitte beachten Sie:

Der angestellte Arzt gemäß § 101 Abs. 1 Nr. 5 in Verbindung mit dem 6. Abschnitt § 23 i Bedarfsplanungsrichtlinie wird bei der Ermittlung des Versorgungsgrades im Rahmen der Bedarfsplanung nicht berücksichtigt. Die Qualifikation für einzelne Leistungen des angestellten Arztes ist der Kassenärztlichen Vereinigung nachzuweisen. Werden die Voraussetzungen nicht erfüllt, darf der angestellte Arzt diese Leistungen nicht ausführen. Für die Erfüllung vertragsärztlicher Pflichten durch den angestellten Arzt haftet bei beiden Arten der Anstellung der Vertragsarzt wie für die eigene Tätigkeit.

 


 

Beschäftigung eines Vertreters 

Der Vertragsarzt kann sich in Fällen der Krankheit, des Urlaubs oder der Teilnahme an einer ärztlichen Fortbildung oder Wehrübung durch einen anderen Vertragsarzt oder einen ins Arztregister eintragungsfähigen Arzt (siehe oben) vertreten lassen. Eine Vertragsärztin kann sich in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit einer Entbindung bis zu einer Dauer von sechs Monaten vertreten lassen; die Vertretungszeiten dürfen zusammen mit den Vertretungszeiten nach Satz 1 innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten eine Dauer von sechs Monaten nicht überschreiten.

 
Dauert die Vertretung länger als eine Woche, so ist sie bei der KV anzuzeigen. Die Vertretung ist bis zu einer Dauer von drei Monaten innerhalb von zwölf Monaten genehmigungsfrei. Für eine über diesen Zeitraum hinausgehende Vertretung (z. B. wegen Krankheit) ist eine Genehmigung durch die KV erforderlich.
 
Erbringen Vertreter Leistungen, für deren Erbringung eine besondere Qualifikation Voraussetzung ist, so hat sich der zu vertretende Vertragsarzt darüber zu vergewissern, dass die Qualifikationsvoraus-
setzungen in der Person des Vertreters erfüllt sind. Sollte dies nicht der Fall sein, so dürfen die Leistungen, die eine besondere Qualifikation erfordern, nicht erbracht werden.

Wie bei dem angestellten Arzt haftet der Vertragsarzt auch bei dem Vertreter für die Erfüllung vertragsärztlicher Pflichten wie für die eigene Tätigkeit.