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Krebsfrüherkennung: Änderungen bei den Dokumentationsvergaben für Darmkrebs

Ab dem 1. Januar 2020 gelten neue Dokumentationsvorgaben für die Koloskopie und für den immunologischen Test auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT). Die Dokumentation wird damit von den Vorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) auf die organisierte Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (oKFE-RL) umgestellt. Für die elektronische Datenübermittlung aus den Praxen übernehmen die KVen die Funktion der Datenannahmestelle. Die neuen Dokumentationen sind Teil der Programmevaluation für die organisierte Krebsfrüherkennung, die neben dem Darmkrebs auch die Früherkennung des Zervix-Karzinoms umfasst (siehe auch KBV PraxisInfo Organisiertes Darmkrebsscreening...Mehr).

 

 

Dokumentation Koloskopie

Bis zum 31. Dezember dokumentieren die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Gastroenterologen noch nach den bekannten Vorgaben der KFE-RL gemäß den Spezifikationen der KBV. Ab 1. Januar 2020 gelten die Vorgaben der oKFE-RL. Inhaltlich unterscheiden sich die Vorgaben nur an sehr wenigen Stellen; die Anpassungen erfolgten im Wesentlichen aufgrund von Anregungen der Fachgesellschaften und Berufsverbände. So umfassen die neuen Vorgaben beispielsweise die Erfassung serratierter Adenome.

 

 

Dokumentation iFOBT

Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) hat auch für die Dokumentation der quantitativen immunologischen Tests auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) Spezifikationen bereitgestellt. Diese enthalten neben dem Testergebnis unter anderem auch Angaben zum verwendeten Test (Schwellenwert, Pharmazentralnummer). Die Daten werden zukünftig von den Laboren patientenbezogen erfasst und übermittelt; dafür entfallen die Quartalsberichte, die bis zum Jahresende von den Laboren an die KVen zu übermitteln sind.

 

 

Übermittlung der Dokumentationen an die KVen

Die KVen werden im Rahmen der Programmevaluation die Funktion der Datenannahmestellen übernehmen, die die Datenpakete über die Vertrauensstelle an die Bundesauswertestelle (BAS) weiterleitet. Diese ist für die Zusammenführung, Auswertung und Veröffentlichung der Daten zuständig. Außerdem erstellt sie einen Schlüssel, der die medizinischen Daten verschlüsselt und den datenschutzkonformen Transport und die Zuordnung der Daten ermöglicht.

 

 

Keine Zertifizierung durch die KBV

Die technischen Spezifikationen wurden vom IQTiG erstellt und zum 1. Juli veröffentlicht; sie sind beim Institut abrufbar: Mehr

Durch die neuen Spezifikationen werden sich voraussichtlich einige praktische Änderungen ergeben, da das Institut die bisher vorhandenen Plausibilitätsabfragen nicht in gleicher Weise übernommen hat. So werden nichtzutreffende Fragen möglicherweise nicht in gewohnter Weise bei der Beantwortung ausgeblendet werden können.

 

 

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