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Qualitätssicherungs-Vereinbarung Abklärungskolposkopie startet 2020 - Gynäkologen können sich jetzt schon vorbereiten

Zum Start des organisierten Programms zur Früherkennung von Zervixkarzinomen am 1. Januar 2020 wird auch die Qualitätssicherungsvereinbarung zur Abklärungskolposkopie in Kraft treten.

 

Ein zentraler Punkt in diesem Programm ist die Abklärung auffälliger Screeningbefunde mittels Abklärungskolposkopie. Zur Sicherstellung eines flächendeckenden Angebots im Rahmen des Programms können sich interessierte Gynäkologen schon jetzt auf die Antragstellung vorbereiten. Für eine Abrechnungsgenehmigung zur Abklärungskolposkopie, die mit dem Programm als neue Leistung eingeführt wird, müssen Gynäkologen bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

 

 

Nachweis von Untersuchungszahlen

Die Vereinbarung sieht den Nachweis von mindestens 100 Kolposkopien mit abnormen Befunden von Portio, Vagina und Vulva vor. Davon müssen mindestens 30 histologisch gesicherte Fälle intraepithelialer Neoplasien oder invasiver Karzinome aus den letzten zwölf Monaten sein.

 

Um Gynäkologen, die bereits Kolposkopien durchgeführt haben, jetzt schon zu ermöglichen, den fachlichen Nachweis bis zur Antragstellung im Januar zu vervollständigen, wurde ein Musterformular „Persönlicher Einzelnachweis“ zur Erfassung der Untersuchungszahlen entwickelt. Das Formular erhalten Sie auf der Internetseite der KVH, www.kvhh.de unter Formulare / Glossar A / Abklärungskolposkopie...Mehr

Der „Persönliche Einzelnachweis“ ist zusammen mit dem Antragsformular (s.u.) vorzulegen.

 

 

Nachweis von Kolposkopiekursen

Es ist der Nachweis über die Teilnahme an einem achtstündigen Basiskolposkopiekurs und einem 14-stündigen Kurs für Fortgeschrittene zu führen.

 

  • Alternativ kann auch eine Tätigkeit, insbesondere in der kolposkopischen Diagnostik, über mindestens 160 Stunden an 20 Arbeitstagen in einer Einrichtung mit Schwerpunkt Diagnostik abnormer Befunde von Portio, Vagina und Vulva in den letzten 24 Monaten nachgewiesen werden.

 

Organisatorische Anforderungen:

Es ist eine Kooperationsvereinbarung mit einer Einrichtung, die auf die Behandlung mit Gebärmutterhalskrebs spezialisiert ist, nachzuweisen.

 

 

Strukturqualität:

Jährlicher Nachweis von mindestens 100 Kolposkopien mit abnormen Befunden von Portio, Vagina und Vulva vor. Davon müssen mindestens 30 histologisch gesicherte Fälle intraepithelialer Neoplasien oder invasiver Karzinome aus den letzten zwölf Monaten sein.

Jährlicher Nachweis über die Teilnahme an interdisziplinären Fallkonferenzen (z.B. Tumorkonferenzen) min. 2 x pro Halbjahr. Alternativ können 10 Fortbildungspunkte themenbezogen in 2 Jahren anerkannt werden.

 

 

Apparative Ausstattung

Zudem ist folgende apparative und räumliche Ausstattung vorgeschrieben: Das Kolposkop muss mindestens über zwei Vergrößerungsstufen zwischen 7- und 15-fach sowie über eine Lichtquelle verfügen. Hierbei müssen analoge Geräte eine direkte binokulare Befundung/Beurteilung ermöglichen. Digitale Geräte müssen in Bildqualität und Auflösung mindestens dem Standard der analogen Geräte entsprechen. Ein gynäkologischer Stuhl muss vorhanden sein.

 

 

Antrag

Die Abklärungskolposkopie ist Genehmigungs- und antragspflichtig. Ein Antragsformular stellen wir Ihnen auf unserer Internetseite, www.kvhh.de unter Formulare / Glossar A / Abklärungskolposkopie...Mehr  zur Verfügung.

 

 

Dokumentation / Evaluation

Für die Umsetzung der organisierten Krebsfrüherkennungsprogramme Zervixkarzinom und Darmkrebs müssen die beteiligten Vertragsärzte ab 1. Januar 2020 elektronische Dokumentationen an die Kassenärztliche Vereinigung übermitteln.

 

Die technischen Spezifikationen für die Dokumentation wurden vom Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) veröffentlicht. Das IQTiG erfüllt damit den Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Umsetzung der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL).

 

Um eine Evaluation der Programme zu ermöglichen, müssen die Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen und der Abklärungsdiagnostik von den beteiligten Vertragsärzten elektronisch dokumentiert und an die KV übermittelt werden. Dies betrifft alle an der Krebsfrüherkennung teilnehmenden Haus- und Fachärzte. Die Datenerfassung nach der oKFE-RL soll für beide Programme zum 1. Januar 2020 starten.

Zu dokumentieren ist die Durchführung von Abklärungskolposkopien im Rahmen der Früherkennung des Zervixkarzinoms. Welche Angaben jeweils konkret zu dokumentieren sind, ist in der „Aufstellung der zur Programmbeurteilung zu dokumentierenden Daten“ der oKFE-RL aufgeführt und in den technischen Spezifikationen des IQTiG genau beschrieben.

 

 

Praxissoftware

Bis zum 1. Januar 2020 haben die Softwarehersteller Zeit, die Dokumentation in den

Praxisverwaltungssystemen umzustellen, sodass die beteiligten Vertragsärzte dann ihre Daten elektronisch erfassen und an die Datenannahmestellen übermitteln können. Neben den technischen Spezifikationen hat das IQTiG auch die Prozess-Anforderungen, Fristen und eine Darstellung der Datenflüsse bereitgestellt. Die KVen werden ab dem 1. Januar 2020 als Datenannahmestellen für die Vertragsärzte fungieren.

 

 

Download

Die Spezifikationen stehen als „Komplettdownload PB-Spezifikationen der oKFE-RL“ beim IQTiG bereit: Mehr 

 

Auswertungsstelle

Der G-BA hat ein Vergabeverfahren zur Beauftragung einer Auswertungsstelle, also derjenigen Institution, die für die Zusammenführung, Auswertung und Veröffentlichung der Daten zuständig ist, initiiert. Wann die Auswertungsstelle ihre Arbeit aufnimmt, steht noch nicht fest.

 

 

Überblick: Organisiertes Screening auf Zervixkarzinome ab 2020

  • Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs haben Frauen erstmals im Alter von 20 Jahren, eine Altersobergrenze besteht nicht.

    Im Alter von 20 bis 34 Jahren gehört dazu jährlich eine zytologische Untersuchung (Abstrich).

    Im Alter von 35 Jahren (ohne Altersobergrenze) ist ein kombiniertes Screening vorgesehen, das aus zytologischer Untersuchung und Test auf humane Papillomviren besteht. Dieser sogenannte Ko-Test kann bei unauffälligen Ergebnissen alle drei Jahre erfolgen und bei geringen Auffälligkeiten nach einem Jahr wiederholt werden.
  • Bei auffälligen Befunden besteht bei allen teilnehmenden Frauen Anspruch auf eine Abklärungsdiagnostik. Diese neue Leistung umfasst unter anderem die Untersuchung mit Kolposkop, gegebenenfalls eine Biopsie und bei Notwendigkeit eine Kürettage sowie die entsprechende Beratung der Versicherten.
  • Unabhängig vom organisierten Screening auf Gebärmutterhalskrebs haben Frauen wie bisher jährlich Anspruch auf eine klinische Untersuchung.
  • Einladung der Krankenkasse: Im Alter von 20 bis 65 Jahren erhalten gesetzlich Versicherte künftig von ihrer Krankenkasse regelmäßig eine Einladung zur Teilnahme an dem Früherkennungsprogramm. Anspruchsberechtigte Frauen können auch ohne eine solche Einladung zum Screening gehen.

Ansprechpartner:

Kay Siebolds

kay.siebolds@kvhh.de

040 / 22802-478