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Antibiotika-Feedback 2018

Ärzte derjenigen Fachgruppen, die am häufigsten Antibiotika verordnen, erhalten in diesen Tagen ein Antibiotika-Verordnungs-Reporting aus dem Jahr 2018. Es soll als Orientierungshilfe dienen und die Möglichkeit bieten, die eigenen Antibiotikaverordnungen auf den Prüfstand zu stellen. Neben einer kritischen Indikationsstellung ganz allgemein sollte insbesondere das Ziel sein, Reserveantibiotika nachrangig zu verordnen.

 

Für das Antibiotika-Reporting 2018 wurden alle Arzneimittelverordnungen Hamburgs aus dem Jahr 2018 arztbezogen zusammengefasst und ausgewertet. Mit Hilfe dieses Berichtes können Ärzte erkennen, welche systemisch wirkenden Antibiotikagruppen prioritär verordnet wurden und wie groß der Anteil der Antibiotikaverordnungen an allen Arzneimittelverordnungen war. Diese Kennzahlen können mit dem Durchschnitt des jeweiligen Fachgebietes verglichen werden.

 

Ärzte folgender Arztgruppen erhalten ein Feedback:

  • Hausärzte einschl. hausärztlich tätiger Internisten
  • Hausärztlich tätige Kinder- und Jugendärzte
  • HNO-Ärzte
  • Urologen
  • Dermatologen
  • Gynäkologen

 In dem Antibiotika-Feedback sind die Anteile der vom Arzt verordneten Antibiotikagruppen nach ATC an allen Antibiotika-Verordnungen abgebildet. Ein Vergleich mit der Vergleichsgruppe lässt erkennen, inwieweit die Verordnungen denen der jeweiligen Fachgruppe entsprechen. Bei größeren Abweichungen sollte geprüft werden, ob künftig alternative Verordnungen möglich wären, insbesondere dann, wenn es sich um Abweichungen nach oben bei Antibiotika handelt, die häufigere und/oder stärkere Nebenwirkungen haben, eher unspezifisch sind, deren Resistenzlage kritisch ist oder Resistenzen befördern.

 

Antibiotika-Feedback 2018 - MUSTER

 

Für Fragen, Anregungen und Beratungswünschen steht das Team der Abteilung Praxisberatung jederzeit zur Verfügung ( Praxisberatung, 22802-571/-572)

 

 

„Empfehlungen für die Praxis“ von AnTiB (Antibiotische Therapie in Bielefeld)

Bei AnTiB handelt sich um ein Projekt der Fakultät für Gesundheitswissenschaften in Bielefeld, das u.a. von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe unterstützt wird. Die von der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) 2020 der Bundesregierung u.a. vorgeschlagene Maßnahme der Erarbeitung von Konzepten zur Erstellung und Anwendung lokaler Leitlinien und Empfehlungen im ambulanten und stationären Bereich wurde von den Bielefelder Ärztinnen und Ärzte aufgegriffen. Sie haben die fachübergreifende Arbeitsgruppe "Antibiotische Therapie in Bielefeld" (AnTiB) gebildet, die u.a. Empfehlungen zur Antibiotikatherapie gemeinsam konsentiert und formuliert. Weitere Informationen zu AnTiB finden Sie hier 

 

AnTiB hat der KV Hamburg freundlicherweise eine Veröffentlichung an dieser Stelle genehmigt. Die Empfehlungen für die Praxis beinhalten kurzgefasst Therapieempfehlungen für die häufigsten Infektionserkrankungen im jeweiligen Fachgebiet. Die ärztlichen Kollegen in Hamburg sind aufgerufen, auf Basis dieser Empfehlungen aus Bielefeld unter Einbeziehung von ärztlichen Kollegen möglichst vieler Organisationen und Sektoren ggf. eigene Empfehlungen zu entwickeln