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Änderungen der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung zur Substitutionsbehandlung in Kraft getreten

Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung: Anlage I Nummer 2 – Substitutions-gestützte Behandlung Opioidabhängiger (MVV-Richtlinie) wurde angepasst. Die Änderungen wurden vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen und sind am 7.Dezember 2018 in Kraft getreten. Damit wurde die MVV-Richtlinie an die Vorgaben der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) und die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger (BÄK-Richtlinie) angepasst.

 

Die neugefasste MVV-Richtlinie stellt nun konsistente Regelungen zur BÄK-Richtlinie her und schafft für die substituierenden Ärzte eine größtmögliche Rechtssicherheit. Erleichterungen für Ärzte gibt es vor allem bei der Dokumentation zur Qualitätssicherung. Weitere inhaltliche Änderungen betreffen insbesondere den Punkt Therapieziele, Indikationsstellung und Therapiekonzept. Die Details stellen wir Ihnen im Folgenden kurz vor.

 

 

Therapieziele, Indikationsstellung und Therapiekonzept

Die Therapieziele im Sinne des § 27 SGB V, Indikationsstellung und Therapiekonzept wurde entsprechend der BÄK-Richtlinie formuliert. Die Opioidabhängigkeit wird als schwere chro-nische Krankheit definiert, die in der Regel einer lebenslangen Behandlung bedarf. Die Suchtmittelfreiheit als oberstes Ziel wurde gestrichen (Wegfall des Abstinenzparadigmas). Eine Opioidabstinenz soll im Rahmen der ärztlichen Therapie angestrebt werden (gemäß § 5 Absatz 2 Satz 1 BtMVV). Dies kann im Zuge von zielorientierten motivierenden Gesprächen geschehen, in denen die Opioidabstinenz thematisiert und die Ergebnisse der Gespräche dokumentiert werden (§ 3 Absatz 3 MVV-Richtlinie). Die Zielsetzung wurde insgesamt weiter gefasst. Auch eine Reduktion der Straffälligkeit des Patienten und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und am Arbeitsleben wurden in die Richtlinie als Ziele aufgenommen – sind nach Auffassung des G-BA jedoch nicht Bestandteil der Krankenbehandlung nach § 27 SGB V.

 

Neu ist zudem ein erweitertes Drogenscreening (qualitative und gegebenenfalls quantitative Substanzbestimmungen) im Rahmen der körperlichen Untersuchung.

 

Die Regelungen zur Substitution mit Diamorphin bleiben inhaltlich unverändert.

 

 

Meldeverpflichtungen

Die bisherigen Regelungen zur Übermittlung von personenbezogenen Patientendaten an die zuständige KV und die leistungspflichtige Krankennkasse, sowie die Information der KV oder Krankenkasse bezüglich der Feststellung von Mehrfachsubstitutionen an die beteiligten Ärz-tinnen und Ärzte und die Qualitätssicherungskommission wurden ersatzlos gestrichen.

 

Die Meldeverpflichtungen gegenüber der Bundesopiumstelle des Bundesinstituts für Arznei-mittel und Medizinprodukte (BfArM) bleiben jedoch unverändert.

 

 

Dokumentationsanforderungen

Die allgemeinen Dokumentationsanforderungen richten sich nach den Vorgaben der BÄK-Richtlinie in der jeweils gültigen Fassung.

 

 

Qualitätssicherung und Stichprobenprüfungen

Aus datenschutzrechtlichen Gründen entfällt die Verpflichtung zur Übermittlung patien-tenbezogener Dokumentationen an die Qualitätssicherungskommission im Fall von Sub-stitutionsbehandlungen mit Diamorphin, Codein oder Dihydrocodein oder im Fall einer erst kurz andauernden Abhängigkeit und bei unter 18-Jährigen. Gestrichen wurde auch die Verpflichtung, mit Ablauf von fünf Behandlungsjahren patientenbezogene Dokumentationen an die Qualitätssicherungskommission zu übermitteln.

 

Die Dokumentationen, die zukünftig im Rahmen der 2 % Stichprobenprüfung zur Qualitätssicherung angefordert werden, müssen pseudonymisiert werden. Aus Gründen der Praktikabilität wird hierzu das Pseudonymisierungsverfahren des Substitutionsregisters verwendet.

 

Die neugefasste MVV-Richtlinie und weitere Informationen finden Sie unter: www.kvhh.de - Genehmigung - Substitution.

 

Ansprechpartner:

Abteilung Qualitätssicherung

Sabrina Pfeifer                       040 22 802-858

Christine Schwarzloh           040 22 802-741

Michael Bauer                        040 22 802-388