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Hilfsmittel

Neben der Versorgung mit Arznei-und Verbandmitteln sowie Heilmitteln haben Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Anspruch auf Versorgung mit Hilfsmitteln (§33 SGB V). Hilfsmittel sind sächliche medizinische Leistungen wie

  • Seh – und Hörhilfen
  • Körperersatzstücke
  • Orthopädische und andere Hilfsmittel

Alle Details zur Verordnung von Hilfsmitteln sind in den Hilfsmittelrichtlinien geregelt. Ergänzend zur Richtlinie erstellt der Spitzenverband Bund der Krankenkassen gemäß § 139 SGB V ein systematisch strukturiertes Hilfsmittelverzeichnis, in dem von der Leistungspflicht umfasste Hilfsmittel aufgeführt sind. Die Aufnahme von Produkten in das Hilfsmittel- oder Pflegehilfsmittelverzeichnis erfolgt auf Antrag der Hersteller. Das Hilfsmittelverzeichnis ist nicht bindend im rechtlichen Sinne, allerdings entfaltet es eine "marktsteuernde" Wirkung. Es liefert umfassende Informationen zur Leistungspflicht der Krankenkassen sowie über die Art und Qualität der am Markt erhältlichen Produkte.

 

Bitte achten Sie darauf, dass die Verordnung von Hilfsmitteln nicht zusammen mit Arzneimitteln erfolgt, sondern auf einem getrennten Rezept unter entsprechender Kennzeichnung des Feldes 7. Das Wirtschaftlichkeits­gebot im Hinblick auf die Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit einer Versorgung mit Hilfsmitteln gilt ebenso wie bei der Verordnung von Arzneimitteln. Gemäß den Hilfsmittelrichtlinien kann der Arzt bei der Verordnung entweder die Produktart oder die entsprechende siebenstellige Positionsnummer angeben. Das Einzelprodukt wird dann durch den Fachhandel nach Maßgabe der mit den Krankenkassen abgeschlossenen Verträge zur wirtschaftlichen Versorgung ausgewählt.

 

Gerne beantworten unsere Fachberater Ihre Fragen zu diesem Thema persönlich.

040-22802-571 bzw. -572  (Sekretariat)

  praxisberatung@kvhh.de

 

 

Information


21.06.2017

Änderungen in der Versorgung von Sehhilfen

Im Rahmen des am 11. April 2017  in Kraft getretenen Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes ist eine Änderung in der Versorgung mit Sehhilfen in § 33 Abs. 2 Satz 2 SGB V vorgenommen worden.

Seitdem haben die betroffenen Versicherten einen Leistungsanspruch und Augenärzte dürfen entsprechend verordnen. Die Hilfsmittel- Richtlinie wird noch angepasst.

Geändert hat sich der Anspruch bei „Sehhilfen zur Verbesserung der Sehschärfe“. Hier ist zu den zwei bestehenden Anspruchsgruppen (Vgl. a) und b)) eine weitere dazu gekommen (Vgl. c)):

a)    Kinder bis 18 Jahre und

b)    Sehbeeinträchtigte mit bestkorrigiertem Visus < 0,3 auf dem besseren Auge oder beidäugigem Gesichtsfeld < 10 Grad

c)    Erwachsene mit „verordneter Fernkorrektur“ ab 6,25 dpt Myopie oder Hyperopie oder ab 4,25 dpt Astigmatismus.

 

Zu beachten ist:

1.   Die Dioptriengrenze muss bei der verordneten Fernkorrektur erreicht werden. Das heißt, bei einer reinen Lesebrille des presbyopen Myopen mit Werten unter 6,25 dpt, der eine Fernkorrektur ab 6,25 dpt benötigt, muss in der Begründung der dazu passende Fernkorrekturwert mit Wert ab 6,25 dpt angegeben werden, z. B. bei einer Lesebrillenverordnung von bds. –4,5 dpt, muss bei ermittelter Addition 2 dpt die Fernrefraktion –6,5 dpt als Begründung angegeben werden.

Bei einem Hyperopen, der nur bei dem Nahwert, aber nicht bei dem Fernwert auf über 6 dpt kommt, darf keine Verordnung zu Lasten der GKV erfolgen.

2.   Wird nur auf einem Auge die Dioptriengrenze erreicht, können Brillengläser oder bei „medizinischer Indikation“ (§15 HilfsM-RL) Kontaktlinsen für beide Augen verordnet werden.

3.   Bei Astigmatismus ist der Wert des stärksten Hauptschnittes entscheidend.

 

Änderungen an den Vordruckmustern 8 und 8A sind durch die Neuregelungen nicht gegeben.

Die Brillenfassung geht nach wie vor vollständig zu Lasten des Versicherten. Die Festbeträge zu den jeweils erforderlichen Brillengläsern/Kontaktlinsen werden vom GKV-Spitzenverband festgelegt.

Der Gesetzestext „verordnete Fernkorrektur“ (§ 33 Abs. 2 S. 2 Nr. 2 SGB V) legt eindeutig fest, dass die Erstverordnung von Sehhilfen auch für die neue Gruppe von Anspruchsberechtigten durch einen Augenarzt erfolgen muss.

 

Unverändert gelten die Regelungen für die „therapeutischen Sehhilfen“, wie z. B. Okklusionspflaster, Prismenbrillen oder Verbandlinsen 

 


29.06.2016

Versorgung von AOK Versicherten mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus

Die AOK Rheinland/Hamburg hat im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens über die Versorgung ihrer Versicherten mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus (Produktgruppe 11 des Hilfsmittelverzeichnisses gemäß § 139 Abs. 1 SGB V), zum 01.07.2016 Verträge gemäß § 127 Abs. 1 SCB V geschlossen. Die Versorgung dieser Versicherten mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus (Bereich Ganzkörperversorgung Stadium/Kategorie I bis III) wird somit ab dem 01.07.2016 ausschließlich über bestimmte Vertragspartner der AOK Rheinland/Hamburg sichergestellt. Weitere Informationen und Ansprechpartner finden Sie unter: www.aok-gesundheitspartner.de/rh