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06.07.2016


KVH-Chef Plassmann: „Doppelte Facharztschiene ist ein Zombie aus der Kiste“

„Hecken agiert fern der Realität“

Hamburg, 6. Juli 2016 - Die medizinische Versorgung der Bevölkerung darf nicht zum Experimentierfeld von realitätsfernen Theoretikern werden. Mit dieser Warnung reagierte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH), Walter Plassmann, auf den Vorwurf des Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses, Joseph Hecken, das Gesundheitssystem sei innovationsfeindlich und würde den Fortschritt „viel zu schleppend“ umsetzen.


„Wer so etwas sagt, hat noch nie an der Front der Versorgung gearbeitet“, konstatierte Plassmann. Die im internationalen Vergleich enorm hohe Qualität der ambulanten medizinischen Versorgung gebe es nur, weil sie auf stabilen Strukturen beruhten. „Nur auf einer solchen Basis können die Ärzte flexibel auf die sich täglich verändernden Anforderungen reagieren.“ Wer jede Woche eine andere „Innovations-Sau“ durchs Dorf treiben wolle, gefährde genau diese Basis – und damit die Versorgung allgemein.


Tatsächliche Innovationen würden sich auch durchsetzen. Plassmann erinnerte an die Flexibilisierung der Versorgungsstrukturen über Anstellungen und Teilzeit-Arbeitsverhältnisse sowie an die beginnende Digitalisierung der ärztlichen Kommunikation. „Dass auch hier mit Augenmaß vorgegangen wird, liegt nicht zuletzt im wohlverstandenen Interesse des Patienten.“


An der Sache vorbei gehe auch die Kritik von Hecken an der „doppelten Facharztschiene“. „Dass auch heute noch dieser Zombie aus der Kiste geholt wird, ist erschütternd“, stellt Plassmann fest, „wie häufig muss eigentlich noch nachgewiesen werden, dass die ambulant tätigen Fachärzte eine komplett andere Versorgungsleistung erbringen als die Klinikärzte und diese dies niemals sicherstellen könnten?“ Gerade die breite niedergelassene Fachärzteschaft sei der Grund für die guten Noten des deutschen Gesundheitswesens.


„Was wir stattdessen brauchen“, so Plassmann abschließend, „ist eine Reduzierung der vollstationären Betten zugunsten einer intermediären Behandlung für wenige Nächte.“ Bei dieser „beobachtenden Betreuung“ vor allem für alte, multimorbide Menschen gebe es eine empfindliche Lücke im System. Schließe man sie, werde man nicht nur erhebliche Mittel einsparen, sondern auch die betroffenen Patienten adäquat versorgen können. „Das wäre eine sinnvolle Innovation“, so Plassmann.

 

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