Sie befinden sich hier: Ärzte und PsychotherapeutenAbrechnungNewsletter ♦ 1. Quartal 2018


Themen der Ausgabe 1. Quartal  2018:


 

Nachträge zum Quartal 4/2017

Neue Leistungen für die Verordnung von Cannabis

Rückwirkend zum 1. Oktober 2017 hat der Bewertungsausschuss drei neue GOP in den EBM aufgenommen, mit denen der entstehende Aufwand in den Vertragsarztpraxen abgebildet werden soll. Hintergrund ist das Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften, das zum 10. März 2017 in Kraft getreten ist.


Zwei der neuen GOP betreffen die Begleiterhebung, die die Ärzte im Zusammenhang mit der Versorgung von Patienten mit Cannabis vornehmen müssen:


GOP 01460

  • Aufklärung über die Begleiterhebung
  • Der Vertragsarzt ist verpflichtet, den Patienten vor der ersten Verordnung einer Leistung nach § 31 Abs. 6 SGB V einmalig über die verpflichtende Begleiterhebung zu informieren
  • Wert: 3,01 € (28 Punkte)

GOP 01461

  • Datenerfassung und Datenübermittlung im Rahmen der Begleiterhebung
  • Die erforderlichen Daten sind vom Vertragsarzt, der die Leistung verordnet, in elektronischer Form an das BfArM zu übermitteln (§ 4 der Cannabis-Begleiterhebungs-Verordnung (CanBV))
  • Kann je genehmigter Leistung nach § 31 Abs. 6 Satz 2 SGB V einmal berechnet werden, entweder nach Ablauf eines Jahres oder bei Beendigung der Therapie vor Ablauf eines Jahres zum Zeitpunkt des Therapieendes
  • Bei Therapiewechsel innerhalb der unterschiedlichen Verabreichungsmöglichkeiten von Cannabis, wie in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten oder Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Dronabinol oder Nabilon, ist die GOP 01461 erneut ansetzbar, jedoch höchstens viermal im Krankheitsfall
  • Die GOP ist für Versicherte, die sich zwischen dem 01.01.2022 und 31.03.2022 in Therapie mit einer genehmigten Cannabis-Leistung befinden und für die eine zweite Erhebung erforderlich ist, einmal berechnungsfähig
  • Wert: 9,89 € (92 Punkte)

Bitte beachten Sie, dass die GOP 01460 und 01461 befristet bis zum 31. März 2022 in Ansatz gebracht werden können, weil dann die Begleiterhebung endet.


Eine weitere Leistung wurde zur Unterstützung bei der Antragsstellug in den EBM aufgenommen:


GOP 01626

  • Ärztliche Stellungnahme für die Krankenkasse bei Beantragung einer Genehmigung zur Verordnung von Cannabis
  • Unterstützung des Patienten bei der Antragsstellung auf Versorgung mit Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten bzw. Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Dronabinol oder Nabilon
  • Einmal je Erstverordnung berechnungsfähig – Da für jede Erstverordnung eine Genehmigung erforderlich ist (auch bei Wechsel von getrockneten Blüten zu Extrakten), kann die GOP 01626 bis zu viermal im Krankheitsfall in Ansatz gebracht werden
  • Wert: 15,37 € (143 Punkte)

Alle drei GOP werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet.


Quelle: Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 405. Sitzung


Palliativmedizinische Versorgung nach den Abschnitten 3.2.5 und 4.2.5 EBM

Aufgrund der Aufnahme des Abschnitts 37.3 „Besonders qualifizierte und koordinierte palliativmedizinische Versorgung“ in das EBM-Kapitel 37 (wir berichteten im Newsletter 4/2017) hatte der BA empfohlen in diesem Zusammenhang die Leistungen der Abschnitte 3.2.5 und 4.2.5 EBM außerhalb der MGV zu finanzieren. Aus diesem Grund werden die GOP 03370-03373 und 04370-04373 seit dem 01.10.2017 bis voraussichtlich zum 30.09.2019 analog zu den Leistungen des Abschnitts 37.3 EBM extrabudgetär vergütet.

 


Postnatale In-Vitro-Diagnostik auch pränatal berechnungsfähig

Die Gebührenordnungspositionen 11502, 11503, 11513 und 11514 sind zum 4. Quartal 2017 im Ausnahmefall, unter Angabe der medizinischen Notwendigkeit, auch vorgeburtlich berechnungsfähig. Hierfür werden die o.g. Gebührenordnungspositionen mit dem Buchstabensuffix „V“ gekennzeichnet: 11502V, 11503V, 11513V sowie 11514V.


Quelle: Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 404. Sitzung


Abklärung vor der Durchführung eines weiterführenden geriatrischen Assessments ohne Überweisung

Die Gebührenordnungspositionen 30980 sowie 30981 können seit dem 4. Quartal 2017, sofern sich die Notwendigkeit aufgrund eines hausärztlichen Basisassessments gemäß GOP 03360 ergibt, auch ohne Überweisung abgerechnet werden. Hierfür werden die abgeleiteten Gebührenordnungspositionen 30980D sowie 30981D abgerechnet. Es erfolgt ein Abschlag von 50% auf die jeweilige Punktzahl.

 

Quelle: Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 397. Sitzung


EBM-Detailänderungen zum 1. Oktober 2017

Zum BA-Beschluss der 397. Sitzung am 21. Juni 2017 erfolgten bezüglich der Schrittmachersysteme inhaltliche Nachbesserungen:

  • Die GOP 01438 (telefonische Kontaktaufnahme mit dem Patienten im Zusammenhang mit der telemedizinischen Funktionsanalyse von bestimmten Schrittmachersystemen) wurde an die seit 1. Oktober 2017 gültigen GOP 04414, 04416, 13574 und 13576 angeglichen
  • In der Nr. 3 der Präambel 13.1 wurde klargestellt, dass Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie die GOP 13571 und 13573 bis 13576 auch dann abrechnen können, wenn sie am 30. Juni 2017 nicht über eine Genehmigung zur Durchführung von Funktionsanalysen von Herzschrittmachern, Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gem. der Vereinbarung zur Herzschrittmacherkontrolle nach § 135 Abs. 2 SGB V verfügten, z. B. weil sie sich erst nach diesem Stichtag vertragsärztlich niederlassen.

Auch bezüglich der kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung gibt es eine Änderung:

  • Die internistischen Grundpauschalen (GOP 13210 bis 13212) sind im Behandlungsfall neben der GOP 13360 (Anleitung zur Selbstanwendung eines Real-Time-Messgerätes zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung) abrechenbar. Der Abrechnungsausschluss, der sich aus der zweiten Anmerkung der Grundpauschalen ergab, wurde zum 1. Oktober 2017 aufgehoben.

Quelle: Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 405. Sitzung